Der Chef der WerteUnion als Präsidentschaftskandidat der AfD: Statt Querulant mit Parteibuch zu bleiben, tut Max Otte der CDU einen Gefallen. Sie wird ihn ausschließen. Der geübte Provokateur liebt das Schattenspiel, er sucht die Uneindeutigkeit, belässt es beim Raunen – und merkt vor allem, wann er schweigen muss. Seinen Bedeutungsgewinn saugt er aus der Camouflage: Ein Rechter, der sich hinter seinem Parteibuch der Mitte versteckt, kann in der Währung der Aufmerksamkeitsökonomie fette Dividenden einstreichen. Der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin schrieb auf diese Weise Bestseller. Nach diesen Maßstäben aber – und eigentlich allen anderen des Politikbetriebs – ist Max Otte ein Gescheiterter.
Der Chef der reaktionären CDU-Splittergruppe WerteUnion kandidiert – als CDU-Mitglied – für die AfD gegen Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident. Die CDU aber unterstützt die Wahl Steinmeiers. Es ist die verzweifelte Provokationspose eines ideologisch bankrotten Zwergvereins. Selten hat sich jemand so eindeutig und ohne jeden Zweifel parteischädigend verhalten. Ein Blick in die Satzung der CDU genügt. Parteischädigend ist unter anderem, wer “als Mitglied der CDU gegen einen auf einer Mitgliederversammlung oder Vertreterversammlung der CDU nominierten Kandidaten bei der Wahl als Bewerber auftritt”, heißt es da. Ein plumper Verstoß gegen den Beschluss des CDU-Parteitags, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten, ist das obendrein. Kein Vorbild für den Fall Maaßen Der Parteivorstand will Otte jetzt rauswerfen, er verliert seine Rechte als CDU-Mitglied sofort, nicht erst mit Ende des Ausschlussverfahrens. In Wahrheit war das ein Selbstrauswurf. Einen besseren Dienst hätte er seiner Partei kaum erweisen können.

via zeit: Max Otte – Der Selbstrauswurf

siehe auch: Votum des Bundesvorstands – CDU leitet Ausschlussverfahren gegen Otte ein. Die AfD nominierte ihn als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten – und CDU-Mann Max Otte nahm an. Nun wendet sich die Spitze seiner eigenen Partei einstimmig gegen den WerteUnion-Chef. (…) Die CDU entzieht Otte außerdem sofort alle Mitgliederrechte. Das teilte Generalsekretär Paul Ziemiak nach der Sitzung des Bundesvorstands mit. Es handele sich um »einen dringenden und schwerwiegenden Fall schwer parteischädigenden Verhaltens, der ein sofortiges Eingreifen erforderlich macht«, sagte Ziemiak. »Dr. Max Otte wird deshalb von der Ausübung seiner Rechte als Parteimitglied bis zur rechtskräftigen Entscheidung des zuständigen Parteigerichts mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres vorläufig ausgeschlossen.«