Eine Sitzung des Stadtparlaments musste am Montagabend unterbrochen werden. Die Absender der Drohung werden im Milieu der „Querdenker“ vermutet. Die Kasseler Stadtverordneten hatten ihre Debatte über „klimagesunde Ernährung“ am frühen Montagabend gerade begonnen, da musste die Vorsitzende des Stadtparlaments die Sitzung abbrechen. „Es gab eine Bombenwarnung, wir müssen den Saal räumen.“ Mit diesen Worten schloss Martina van den Hövel-Hanemann von den Grünen die Sitzung. Der Hörsaal 1 auf dem Uni-Campus wurde zügig geräumt, anschließend abgeriegelt. Wenige Minuten davor, gegen 17 Uhr, waren bei der Stadt und zeitgleich unter anderem bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen Drohmails eingegangen. Darin war vor einer Attacke mit mehreren Rohrbomben und „zwei großen Sprengsätzen“ gewarnt worden, die angeblich um 18 Uhr explodieren würden. „Ihr habt dem Volk den Krieg erklärt. Den Krieg könnt Ihr haben“, zitiert die HNA aus der Mail, die mit „Maskenzwang, Testwahn, Impfzwang“ überschrieben war.
Noch am gleichen Abend konnte die Polizei Entwarnung geben. Im Campus-Center, das dem Stadtparlament an diesem Tag als Ausweichquartier diente, wurden weder Rohrbomben noch Sprengsätze gefunden. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie die Absender der Drohungen vor allem im Milieu der „Querdenker“ und Coronaleugner sucht.

via taz: Kasseler „Querdenker“ im Verdacht – Bombendrohung gegen Stadtparlament