Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein Whistleblower wirft der Führung der Capitol Police vor, am 6. Januar 2021 absichtlich untätig geblieben zu sein. (…) In diesem Papier, das den Namen 21-TD-159 trägt, wurde unter anderem berichtet, dass ein Blog namens „thedonald.win“ eine Karte des Capitol-Campus veröffentlichte. Und dass Kommentatoren auf dieser Website Demonstrant:innen dazu aufforderten, Waffen zu tragen und am 6. Januar Mitglieder des Kongresses anzugehen.
Sollten sich die Anschuldigungen des Whistleblowers verhärten, käme vor allem Pittman in eine äußerst heikle Lage. Der Einsatzleiter hatte nämlich in einer Sitzung des Sonderausschusses zum 6. Januar vor Mitgliedern des Kongresses ausgesagt, dass er das Geheimdienstpapier an eine Gruppe hochrangiger Beamter – zu denen auch der Whistleblower gehörte – weitergegeben habe. Dies sei eine Falschbehauptung, stellt nun der langjährige hochrangige Beamte fest, der seinen Dienst einige Monate nach dem Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar quittierte. Tatsächlich nämlich hätten genau zwei Personen Zugriff auf den Bericht und somit Einblick in die tatsächliche Gefahrenlage gehabt – Gallagher und Pittman. In seinem Brief schreibt der Whistleblower: „Die wichtigsten Geheimdienstinformationen (…) wurden nie an Mitglieder der USCP-Führung weitergegeben. Warum haben sie den Operationsplan für den 6. genehmigt, wenn sie die Geheimdienste kannten?“ (…) Gallagher und Pittman sollen auch über Informationen verfügt haben, die zeigten, dass Gruppen, die am 6. Januar Genehmigungen für die Durchführung von Demonstrationen und Kundgebungen rund um das Kapitol erhalten hatten, allesamt Frontoperationen der losen Organisation „Stop the Steal“ gewesen seien. Bei „Stop the Steal“ handelte es sich eine Bewegung, welche die Verschwörungstheorie verbreitete, wonach angeblich „schändliche Kräfte“ den damaligen Präsidenten Donald Trump um seine Wiederwahl gebracht haben sollen

via fr: Sturm auf das Capitol: Whistleblower macht Polizeiführung Vorwürfe