Insbesondere Rechtsextremisten und Angehörige der sogenannten Reichsbürgerszene versuchten, die diversen Anti-Corona-Proteste für sich zu vereinnahmen. Die extremistische Szene in Sachsen Anhalt ist im vergangenen Jahr laut Verfassungsschutz nur leicht gewachsen. Der am Dienstag in Magdeburg veröffentlichte Bericht 2020 des Landesamtes führt insgesamt 2.970 Extremisten auf. Dabei stelle die rechte Szene mit 1.230 Männern und Frauen (41,4 Prozent) weiterhin die deutlich größte Personengruppe. Zugleich spielten die in Parteien organisierten Rechtsextremisten eine immer geringere Rolle. Ihre Zahl habe sich mit mit 265 im Jahr 2018 auf noch 155 Aktive im Vorjahr fast halbiert. Die in den vergangenen Jahren zu beobachtende Strukturlosigkeit der rechtsextremen Szene werde dabei immer stärker durch Netzwerke im virtuellen Raum ersetzt, heißt es im Bericht. Diese Netzwerke nutzten die vielfältigen Möglichkeiten des Internets. Neben den sozialen Medien und Messenger-Diensten stünden mit BitChute, Twitch oder Discord eine Vielzahl weiterer Internetportale zur Verfügung. Damit werde eine größere und vor allem jüngere Zielgruppe erreicht, was zu einer neuen Dynamik der Szene führe. Wegen der Corona-Pandemie und den eingeleiteten Eindämmungsmaßnahmen seien indes rechtsextremistische Musikveranstaltungen stark eingeschränkt worden oder nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. (…) Zum anderen inszenierten sich Rechts- und Linksextremisten als »Kümmerer«, um über ihre »Hilfsangebote« die eigene Ideologie zu verbreiten. »Seit Beginn der Corona-Pandemie zeigt sich, dass Verfassungsfeinde die damit verbundenen Ängste und Sorgen der Menschen für eigene Zwecke missbrauchen, um die Spaltung der Gesellschaft gerade in unsicheren Zeiten voranzutreiben«, erklärte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). Dabei agitierten sie gegen den Staat und böten plakative Pseudolösungen an.

via jüdische allgemeine: Deutlich mehr Rechtsextremisten in Sachsen