Der mutmaßliche Mörder von Idar-Oberstein zeigte sich im Netz als Fan der AfD. Innenpolitikerinnen und -politiker mehrerer Parteien im Bundestag sehen die AfD als Mitschuldige für die Radikalisierung der „Querdenker“-Szene. Die Partei habe zu einem Anstieg von Hass und Hetze auf den Straßen und in den sozialen Medien beigetragen, hieß es aus der SPD. Nach dem kaltblütigen Mord an einem 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein geben Innenpolitikerinnen und -politiker mehrerer Parteien der AfD eine Mitverantwortung an der Radikalisierung der sogenannten „Querdenker“-Szene. „Die AfD ist der oberste Agent der politischen Radikalisierung in Deutschland“, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Schon der Mörder Walter Lübckes habe für die AfD Plakate aufgehängt und ihr Geld gespendet. „Der Täter aus Idar-Oberstein unterstützte die Partei in den sozialen Medien“, so Kuhle. „Indem Rechtsextremisten während der Corona-Pandemie ihre wirren Diktaturvorwürfe verbreiteten, tragen sie eine Mitverantwortung für die Radikalisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, zu denen auch der Täter aus Idar-Oberstein gehört.“ (…) Jedem müsse klar sein: „Dem Kern der sogenannten ‚Querdenker‘ geht es längst nicht mehr um die Corona-Maßnahmen, sondern um die Bekämpfung unseres demokratischen Rechtsstaats. Damit wird eine rote Linie deutlich überschritten.“ Wer weiter gegen Corona-Maßnahmen protestieren möchte, solle sich klar von der „Querdenker“-Szene distanzieren. Renner: „Ergebnis einer fatalen Fehleinschätzung“ „Der Mord ist auch das Ergebnis einer fatalen Fehleinschätzung der Behörden und des Hofierens dieser Szene durch AfD, ‚BILD‘ und Co.“, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner dem RND. Der „brachiale Egoismus der Maskengegner“ sei eine „Folge neoliberaler Entsolidarisierung“ und richte sich nur vorgeblich „gegen die Mächtigen“. In Wirklichkeit ziele er auf „Linke, Frauen, Presse und Minderheiten und bedroht alle, die sich ihm widersetzen“.
via rnd: Innenpolitiker sehen Mitschuld für „Querdenker“-Radikalisierung bei der AfD