Das Neonazi-Netzwerk der “Hammerskins” prägt das Geschäft mit rechtsextremer Musik. Auch in Thüringen sind mittlerweile Musikversandunternehmen aus dem nahen Umfeld des rechtsextremen Geheimbunds ansässig. Ein Soziologe vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena spricht von “tickenden Zeitbomben”. Das internationale Neonazi-Netzwerk der “Hammerskins” nutzt Thüringen als Rückzugsraum und Geschäftsfeld. Nach MDR-Recherchen sind mittlerweile mindestens drei rechtsextreme Musikversandunternehmen aus dem nahen Umfeld des konspirativen Neonazi-Geheimbunds in Thüringen ansässig. Die drei Szenegeschäfte wurden bereits Ende 2019 von dem niedersächsischen Rechtsextremisten Nils B. mit einer Postfachadresse in Artern im Kyffhäuserkreis angemeldet. B. soll zum Vertrauenskreis der “Hammerskins” gehören und im rechtsextremen Kampfsportnetzwerk “Kampf der Nibelungen” aktiv sein. Bei einer Stör-Aktion im Eisenacher Stadtrat Anfang des Jahres war B. mit weiteren Neonazis auf der Besucher-Tribüne anwesend.
Katharina König-Preuss, Landtagsabgeordnete der Partei Die Linke im Thüringer Landtag, warnte schon damals vor einer Gefahr durch den Zuzug von Neonazis aus dem Umfeld des rechtsextremen Netzwerks nach Thüringen. König-Preuss beklagt: “Feststellbar ist, dass Neonazis in Thüringen – weitgehend ungehindert – Stück für Stück ihre braune Wohlfühlzone ausweiten können. Auf den Umzug eines bekannten “Hammerskins” nach Thüringen werden auch entsprechende Aktivitäten folgen.” Der Thüringer Verfassungsschutzchef Stefan Kramer sagte dem MDR, man sehe es mit großer Sorge, “wenn insbesondere bundesweit schon aktive Persönlichkeiten aus der rechtsextremistischen Szene und hier auch aus der “Hammerskin”-Szene und aus den subkulturellen Kameradschaftskreisen dann ihre Lebensmittelpunkte nach Thüringen verlegen, teilweise auch mit Versandgeschäften, die sie mitbringen, die auch schon seit Längerem etabliert sind.”
via mdr: “Tickende Zeitbomben”: Rechtsextremes “Hammerskin”-Netzwerk auch in Thüringen aktiv