Der Genozid ist eine der entsetzlichsten Gräueltaten in Europa seit der Schoa. Als der Bus mit den Frauen Srebrenica verließ, rief ein bosnisch-serbischer Soldat: »Schaut euch eure Ehemänner und Söhne an! Es wird das letzte Mal sein, dass ihr sie seht.« So schildert es Ramiza Gurdic, die ihren Ehemann und ihre beiden Söhne verlor. 25 Jahre sind seit dem Genozid von Srebrenica vergangen. Im Juli 1995 wurden innerhalb von zehn Tagen mehr als 8000 Jungen und Männer erschossen, weil sie bosnische Muslime waren. Viele der Opfer sind bis zum heutigen Tag nicht identifiziert. Ihre Leichname wurden in Massengräbern verscharrt. (…) Der Genozid von Srebrenica ist eine der entsetzlichsten Greueltaten in Europa seit der Schoa. Er ist Mahnung und Aufruf zugleich. Als Mitglieder der Gesellschaft müssen wir alle zusammenstehen, um jede Form von Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu bekämpfen. Zum 25. Jahrestag dieses Genozids gedenken wir der Opfer. Sie sind nicht vergessen.
via jüdische allgemeine: Srebrenica: Das Leid wird immer bleiben
siehe auch: 26 Jahre nach dem Genozid von Srebrenica – Leugnen und hetzen ohne Strafe. In Bosnien-Herzegowina gedenken die Menschen der Opfer des Völkermordes. Immer öfter fordert die Zivilgesellschaft, das Leugnen zu bestrafen. Auch in diesem Jahr wurden nahe der bosnischen Stadt Srebrenica wieder Opfer beerdigt: Vor 26 Jahren ermordeten dort serbisch-orthodoxe Soldaten der Armee der Republika Srpska ab dem 11. Juli 1995 über 8.000 muslimisch-bosniakische Jungen und Männer. Tausende von Menschen versammelten sich am Sonntag auf dem Gräberfeld der Gedenkstätte Potočari, als 16 Männer, zwei Jugendliche und eine Frau beigesetzt wurden. Deren Überreste hatte man im vergangenen Jahr identifizieren können. Jedes Jahr können weniger Opfer identifiziert werden, obwohl noch immer rund 1.000 Personen als vermisst gelten. Im aufwendigen Verfahren die DNA mit Angehörigen zu vergleichen, wird 26 Jahre nach dem Massenmord immer schwieriger. Der Genozid wird bis heute von vielen Stimmen geleugnet.