AfD-Chef Tino Chrupalla hat ein größeres Gedenken des Bombenangriffs auf Dresden vom 13. bis zum 15. Februar 1945 gefordert und die wissenschaftlich ermittelte Zahl von 25.000 Toten infrage gestellt. „Ich gehe von etwa 100.000 Opfern aus“, sagte Chrupalla dem „Spiegel“. Er wundere sich, dass die Opferzahlen in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder nach unten korrigiert worden seien. Das Rote Kreuz hätte 1948 von 275.000 Toten geschrieben. „Meine Oma, mein Vater und andere Zeitzeugen haben mir von vollen Straßen vor dem Angriff und Leichenbergen nach der Bombennacht berichtet“, so der AfD-Politiker weiter. Niemand von ihnen glaube an die neuere Zahl von 25.000 Opfern. Eine von der Stadtverwaltung Dresden eingesetzte Kommission hatte 2010, nach sechsjähriger Forschung, bekannt gegeben, dass die ursprünglich sechsstelligen Opferzahlen auf „Hörensagen“ basieren und seinerzeit aus Propagandazwecken hochgesetzt worden seien.

via oldenburger onlinezeitung: AfD-Chef bestreitet Opferzahlen des Bombenangriffs auf Dresden

siehe dazu auch: Historikerkommission stellt Zwischenbericht zu Opferzahlen vor (2008=: Die Historikerkommission stellt heute einen Zwischenbericht zu den bisherigen Untersuchungsergebnissen zu den Opferzahlen der Luftangriffe auf die Stadt Dresden am 13./14. Februar 1945 vor. (…) „Dieser Bericht zeigt den momentanen Arbeitsstand, der zugleich auf dem Historikertag unter den Fachleuten diskutiert wird und ebenso der Öffentlichkeit am Abend vorgestellt wird.” Die Kommission geht in diesem Zwischenbericht von maximal 25 000 Menschen aus, die während der Februar-Luftangriffe ums Leben gekommen sind; Abschlussbericht der Historikerkommission. Die Ergebnisse der Kommissionsarbeit werden in einem Abschlussbericht dokumentiert, der am 17. März 2010 übergeben wurde: Abschlussbericht der Dresdner Historikerkommission (*.pdf, 3 MB); Warum genügen 25.000 Tote von Dresden nicht? (2015). Mit hässlicher Regelmäßigkeit wird jedes Jahr vor dem 13. Februar um die Zahl der Opfer des Feuersturms in Dresden gestritten. Dabei besteht doch schon längst düstere Klarheit darüber. (…) Diese Zahl sei viel zu niedrig, man könne sie getrost verfünffachen oder „gleich eine Null anhängen“. Das Kalkül ist durchsichtig: So soll Skepsis an den Ergebnissen der Kommission gestreut werden, vor allem bei Journalisten, die sich mit der Materie nicht auskennen. Dafür verfassen fachlich durch nichts ausgewiesene Aktivisten sogar seitenlange Pamphlete, in denen wüste Behauptungen aufgestellt werden. Zwar stellt man, forscht man den Namen dieser Personen nach, schnell fest, dass sie fast immer vom äußersten rechten Rand stammen. Oft haben sie sich zuletzt etwa zu Pegida zustimmend geäußert oder typisch rechtsextreme Geschichtsklitterungen verbreitet.