Gravierende Sicherheitslücken müssten bis zum Start der ePA 3.0 noch geschlossen werden. Das demonstrieren Martin Tschirsich und Bianca Kastl auf dem 38C3. Sicherheitsmängel gibt es bei der elektronischen Patientenakte (ePA) seit Jahren – Sicherheitsexperten finden immer wieder Lücken. Jetzt auch für die ePA, die für alle automatisch kommt, die nicht widersprechen. Stets betonen die Verantwortlichen, dass die ePA absolut sicher sei. Doch die “ePA für alle” kann dieses Versprechen nicht einhalten. Das zeigten Martin Tschirsich und Bianca Kastl auf dem 38. Chaos Communication Congress in Hamburg anhand einer Reihe simpler Sicherheitslücken, die Außentäter ausnutzen können. Es gelang ihnen ohne Umstände, sich Zugang zur “ePA für alle” zu verschaffen. Dies war unter anderem aufgrund von Mängeln in den Spezifikationen möglich. So konnten sie die Zugriffstoken für Akten beliebiger Versicherter erstellen – ohne Stecken der elektronischen Gesundheitskarte. Sicherheitslücken seit Jahren bekannt Ein “Dauerbrenner” und zentraler Punkt ist dabei die unkontrollierte Ausgabe von Gesundheitskarten. Die Forscher konnten durch simple Telefonanrufe bei Krankenkassen elektronische Gesundheitskarten auf fremde Namen bestellen. Der zeitliche Aufwand für diese Angriffe ist erstaunlich gering: Die Bestellung einer fremden Gesundheitskarte konnte in 10 bis 20 Minuten erreicht werden. Praxiszugänge ließen sich ebenfalls innerhalb weniger Stunden bis Tage erlangen. Grund dafür sind Mängel in den Ausgabeprozessen, den Beantragungsportalen sowie dem Umgang mit den Ausweisen “in der Praxis”.
Die für die Softwareentwicklung von VW zuständige Tochterfirma hat Bewegungsdaten hunderttausender Elektroautos so gespeichert, dass ein Zugriff leicht war. Ein Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns hat teils extrem detaillierte Bewegungsdaten von 800.000 Elektroautos so in der Amazon-Cloud abgelegt, dass Nachrichtendienste, Konkurrenten, Kriminelle oder “gelangweilte Teenager” ohne große Schwierigkeiten darauf hätten zugreifen können. Das berichtet Der Spiegel unter Berufung auf eine Recherche in Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club (CCC). Entdeckt hat die Daten demnach ein anonymer Hinweisgeber, überprüft wurden sie demnach unter anderem anhand der Daten einer niedersächsischen Landtagsabgeordneten und eines Bundestagsabgeordneten. Gesammelt wurden die Daten demnach von der VW-Tochter Cariad, die für die Softwareentwicklung des Autokonzerns zuständig ist. Wegen einer “Fehlkonfiguration” seien die Daten nicht ausreichend gesichert worden. Laut dem Spiegel handelt es sich um mehrere Terabyte an Standortdaten von Fahrzeugen der Marken VW, Seat, Audi und Skoda. Gesammelt hatte diese Daten die von der Volkswagen-App, über die verschiedene Informationen zum Zustand der Fahrzeuge abrufen lassen. Zu 460.000 Fahrzeugen seien die entdeckten Daten so präzise, dass sie Rückschlüsse auf das Leben der Menschen hinter dem Steuer zulassen. So seien die Geodaten bei VW- und Seat-Modellen auf zehn Zentimeter genau. Laut der Recherche konnten die Daten teilweise mit persönlichen Profilen von Fahrzeughaltern und -halterinnen verknüpft werden. Teils hätten die detaillierten Bewegungsdaten gar mit Adressen und Handynummern zusammengeführt werden können.
Zu einem Neonazi-Treffen in der Schweiz sind die AfD-Abgeordneten Roger Beckamp und Lena Kotré angereist. Bei der Veranstaltung sind auch Vertreter der in Deutschland verbotenen Bewegung „Blood & Honour“. Nach dem Treffen gibt es eine Enthüllung zu Roger Beckamps Bundestagskandidatur. Der Bundestagsabgeordnete Roger Beckamp (AfD) und die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré (AfD) haben sich Mitte Dezember mit Mitgliedern rechtsextremer Gruppen in der Schweiz getroffen, darunter Vertreter der in Deutschland verbotenen Bewegung „Blood & Honour“ sowie der rechtsextremen Schweizer Gruppierung „Junge Tat“. Auch die baden-württembergischen Junge Alternative sowie die Lörracher AfD waren beteiligt. In einem Gespräch nach dem Treffen verriet Beckamp, dass seine aktuelle Kandidatur für die Landesliste nur „zum Schein“ sei, angeblich um andere Kandidaten zu unterstützen. Ein Reporter von Correctiv war undercover bei dem Treffen dabei. (…) Einige Teilnehmer wurden von einem geheimen Treffpunkt zum Veranstaltungsort gebracht. Dort wurden sie verdeckt von den Journalisten des Medienkollektivs „Recherche Nord“ fotografiert, wodurch auch „Blood & Honour“-Mitglieder identifiziert werden konnten (…) Die Veranstaltung wurde von Manuel Corchia organisiert, einem Führungsmitglied der „Jungen Tat“, bei dem bei einer Hausdurchsuchung zuvor ein Waffenarsenal gefunden wurde. Die Teilnahme der beiden AfD-Politiker an dem Treffen reiht sich in die aktuelle Debatte um die Radikalisierung der AfD ein.
siehe auch: Kein Geheimtreffen gegen Deutschland – wir waren trotzdem dabei Mitte Dezember trafen sich AfD-Funktionäre mit Neonazis in der Schweiz, darunter Mitglieder von „Blood & Honour“. Das Treffen wurde beworben, aber zugleich von der Öffentlichkeit abgeschirmt. (…) Kurze Anmoderation des Beisitzers der Jungen Alternative Baden-Württemberg, dann tritt der Hauptredner des Abends nach vorne: Roger Beckamp, Abgeordneter für die AfD im Deutschen Bundestag. Die zweite Rednerin wird erst später eintreffen: Lena Kotré, frisch wiedergewählte AfD-Landtagsabgeordnete in Brandenburg. Ihr Flieger habe Schwierigkeiten gehabt, erklärt der Moderator. Beckamp und Kotré reden an dem Abend viel über „Remigration“. Der Begriff ist ein Klassiker unter den völkisch-rassistischen Tarnbegriffen (…) Am Ende des Abends wird sich Kotré bei ihren „Schweizer Freunden“ bedanken, Roger Beckamp wird anschließend auf Social Media von einer „sehr netten Runde lauter (…) Schwiegersöhne” schwärmen, es seien „sehr angenehme, anständige, differenzierte, junge Leute“ da gewesen. Vor Ort wirbt er damit, Abgeordnete könnten Geld und Jobs verteilen, an Leute, die „in ihrer Freizeit andere Dinge“ täten, die dem politischen Vorfeld „nützen“. Im Publikum sitzen Mitglieder rechtsextremistischer Gruppen, wie der in Deutschland verbotenen „Blood-and-Honour“-Bewegung und der Schweizer Gruppierung „Junge Tat“. Die „Schwiegersöhne“ sind gewaltbereite, radikale Neonazis. Bundestagsmitglied trifft Rechtsextreme, angekündigt und angepriesen in Sozialen Medien, es soll alles offen wirken. (…) Tatsächlich wird die „Junge Tat“ von der Schweizer Bundespolizei Fedpol beobachtet, sechs Mitglieder wurden unter anderem wegen Rassendiskriminierung verurteilt, da sie laut Staatsanwaltschaft „die Ideologie des Nationalsozialismus verbreiteten und die Menschenwürde von Juden und dunkelhäutigen Menschen krass herabsetzten“. Bei Hausdurchsuchungen fand die Polizei beim Führungsmitglied Manuel Corchia und einem weiteren Mitglied Waffenarsenale, darunter Kalaschnikows, Pistolen, Schrotgewehre und Munition. Bei Onlinevorlesungen loggte er sich zum Geburtstag von Adolf Hitler als „Alles Gute A.H. 88“ ein, „Heil Hitler“ Rufe waren zu hören. Konkret störten sie eine queere Vorlesestunde für Kinder mit Rauchbomben, ein Mitglied schlug bei einer Corona-Demo einen am Boden liegenden Gegendemonstranten und sie inszenierten Provokationen wie das Hissen rechtsextremer Banner am Basler Bahnhof. Auf Fragen von CORRECTIV, unter anderem, was sich die Gruppe davon versprach, Kotré und Beckamp einzuladen, antwortete die „Junge Tat“ nicht.
Ein Treffen in der Schweiz, organisiert von Neonazis – mit AfD-Politikern als Rednern. Die Themen: Abschiebung, „Remigration” & rechte Netzwerke. Unser Reporter war undercover dabei.
Nach dem Angriff von Rechtsextremen auf SPD-Mitglieder Mitte Dezember in Berlin haben Einsatzkräfte bundesweit Häuser und Wohnungen durchsucht. Zudem ermitteln die Behörden gegen weitere Verdächtige. Im Zusammenhang mit dem Angriff von Rechtsextremen auf SPD-Mitglieder und Polizisten in Berlin haben die Ermittlungsbehörden in mehreren Bundesländern Häuser und Wohnungen der Verdächtigen durchsucht. Rund 110 Einsatzkräfte der Länder Berlin, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten Durchsuchungsbeschlüsse an zehn Wohnanschriften vollstreckt, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit. Einsätze gab es in Wolfsburg (Niedersachsen), Aschersleben, Halle an der Saale, Schkopau und Leuna (alle Sachsen-Anhalt) sowie in Rötha (Sachsen). Dabei seien Handys, digitale Speichermedien, mutmaßliche Tatbekleidung, Vermummungsutensilien, gefährliche Gegenstände wie Schlagwerkzeuge und Messer sowie rechtes Propagandamaterial gefunden und beschlagnahmt worden, hieß es. (…) Die Beschuldigten stehen laut Staatsanwaltschaft im Verdacht, Mitglieder der politisch rechten Jugendorganisation „Deutsche Jugend zuerst“ zu sein. Ziel der Gruppierung sei unter anderem die Teilnahme an rechten Versammlungen, um dabei auch gewaltsam gegen politische Gegner vorzugehen.
Er initiierte den Fahrrad-Volksentscheid und die Bäume-Kampagne: Fahrrad-Aktivist Heinrich Strößenreuther wechselt die Partei – und rechnet hart mit der CDU ab. Als Heinrich Strößenreuther im März 2021 seinen Eintritt in die CDU verkündete, wunderten sich viele: Ausgerechnet Berlins bekanntester und lautester Fahrrad-Aktivist wurde Mitglied der Partei, die sich als Anwältin der Autofahrer versteht. Jetzt tritt Strößenreuther aus: Am zweiten Weihnachtsfeiertag – seinem 57. Geburtstag – wollte er seine Kündigung in den Briefkasten der Parteizentrale werfen („geht nicht digital“), um tags darauf die Aufnahme bei den Grünen zu beantragen (digital). Im Gespräch erklärt er seine Gründe. (…) Die nicht vorhandene Performance in der Verkehrs- und Klimapolitik hätte ich auch noch länger ertragen, nicht aber die Verschiebung des Diskurses immer weiter nach rechts. Das betrifft weniger die Landes- als die Bundespartei, einschließlich der CSU. Merz und Söder übernehmen nicht nur in Migrationsthemen zunehmend AfD-Sprech, sondern auch bei Klima- und Umweltschutz. Ich habe den Eindruck, dass einige in CDU und CSU sich die Republikaner in den USA eher zum Vorbild genommen haben als den vielleicht etwas altmodischen bürgerlichen Anstand. Da werden Fakten verdreht bis hin zu Fake News.
Im nordrhein-westfälischen Hagen ist ein Mann wegen einer möglichen Gefährdungslage festgenommen worden. Er hatte sich zuvor verdächtig im Internet geäußert. Wegen einer möglichen Gefährdungslage hat ein Spezialeinsatzkommando in Hagen einen 20-Jährigen in seiner Wohnung festgenommen. Der Mann soll in einem Messengerdienst mit Anschlagsdrohungen geprahlt haben. Wie die Hagener Polizei mitteilte, fand der Zugriff nach verdächtigen Äußerungen in einem sozialen Netzwerk statt, über welche die Polizei kurz zuvor unterrichtet worden war. »Aufgrund einer vermuteten Bewaffnung des 20-Jährigen erfolgte die vorläufige Festnahme in der elterlichen Wohnung durch Spezialkräfte der Polizei«, hieß es in einer Mitteilung. Bei der anschließenden Durchsuchung im Hagener Stadtteil Haspe seien jedoch keine Waffen gefunden worden.
Wurde die Passagiermaschine der Azerbaijan Airlines in Kasachstan von der russischen Flugabwehr abgeschossen? Womöglich versehentlich? Die Ermittlungen laufen. Was bislang bekannt ist. Einen Tag nach einem Flugzeugabsturz mit 38 Toten und 29 Überlebenden hat Aserbaidschan der Opfer mit einem Trauertag gedacht. Die Nationalflaggen wurden auf halbmast gesetzt, um die Mittagszeit ruhte für eine Schweigeminute im ganzen Land der Verkehr. Die Ermittlungen zum Absturz laufen. Derweil gibt es auch erste offizielle Äußerungen und viele Spekulationen um einen möglichen Abschuss der Maschine. Am Mittwoch war ein Passagierflugzeug vom Typ Embraer 190 in der Nähe der kasachischen Stadt Aktau abgestürzt. Die Maschine mit der Flugnummer J2-8243 war laut Fluggesellschaft auf dem Weg von Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, nach Grosny in der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Doch sie wich weit vom Kurs ab, flog über das Kaspische Meer und verunglückte nahe der Stadt Aktau in Kasachstan – an der Ostküste des Kaspischen Meeres.Videos zeigen, wie das Flugzeug aus geringer Höhe an der Küste des Kaspischen Meeres abstürzte, ohne den nahe gelegenen Flughafen in Aktau zu erreichen. Nach Berichten von Augenzeugen flog die Maschine zwei weite Kreise, ehe sie beim Versuch eines dritten Kreises auf dem Boden aufschlug. (…) Einige Luftfahrt- und Militärexperten sagten, das Flugzeug könne versehentlich von russischen Luftabwehrsystemen getroffen worden sein, als es ein Gebiet im russischen Kaukasus überflog, aus dem ein ukrainischer Drohnenangriff gemeldet wurde. Ukrainische Drohnen haben bereits zuvor Grosny, die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, sowie andere Regionen im Nordkaukasus ins Visier genommen.Löcher im Heck der Maschine könnten darauf hindeuten, dass sie unter Beschuss russischer Luftverteidigungssysteme geraten sein könnte. Der russische Blogger und Militärexperte Juri Podoljaka erklärte im Onlinedienst Telegram, die Löcher ähnelten den Schäden, die durch ein “Flugabwehrraketensystem” verursacht würden.Bernard Legauffre, ehemaliger Experte der französischen Ermittlungs- und Analysebehörde für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt (BEA), sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe viele Schrapnell-Splitter am Wrack. Dieses Bild erinnere an die Boeing der Fluggesellschaft Malaysia Airlines, die 2014 auf dem Flug MH17 über der Ukraine von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden war.
siehe auch: Aserbaidschan sieht Schuld für Flugzeugabsturz offenbar bei Russland Aserbaidschanische Ermittler vermuten laut Medien eine russische Rakete als Ursache des Absturzes in Kasachstan. Russland habe in der Gegend ukrainische Drohnen bekämpft. Nach dem Absturz eines aserbaidschanischen Flugzeugs in Kasachstan vermutet Aserbaidschans Regierung laut Medienberichten einen Beschuss durch eine Flugabwehrrakete über Russland als Ursache für den Vorfall. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vier mit den Ermittlungen in Aserbaidschan vertraute Personen. (…) Demnach wurde das Flugzeug am Mittwoch beim Anflug auf die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Grosny, von einer Flugabwehrrakete des Typs Panzir S getroffen. In mehreren Regionen des russischen Nordkaukasus seien um diese Zeit ukrainische Drohnen in der Luft bekämpft worden. Erste Hinweise deuten laut US-Regierungsvertreter wohl auf russisches Flugabwehrsystem hin Auch die US-Regierung hat laut Medienberichten Hinweise darauf, dass ein russisches Flugabwehrsystem die Passagiermaschine getroffen haben könnte.