Even TikTok has a white supremacy problem

Nazis and white supremacists have been using TikTok to spread hate speech and recruit followers, the Anti-Defamation League said in a report Thursday. Extremists have used hashtags, captions and in some cases even manipulated video to spread their message, the ADL said. It found “dozens” of accounts on TikTok that “use combinations of white supremacist symbols, terms and slogans as screen names or handles.” While TikTok has been called “the last sunny corner of the Internet,” the ADL’s findings are a reminder that the short-form video app, like its rivals, is also grappling with hateful content. Facebook has been subject to an ongoing advertiser boycott over its handling of hate speech and misinformation, while services like Google-owned YouTube have sometimes struggled to follow through on their commitments. (…) TikTok confirmed the ADL partnership on Thursday, and said much of the content flagged by the ADL has already been removed. The company said it has removed hundreds of thousands of videos and more than 1,000 accounts this year for violating its hate speech policies. “For all the progress we’ve made improving our policies and protections, hate evolves and takes many forms which is why we’re grateful to work with organizations like the Anti-Defamation League to combat it,” the company said in a statement. “We appreciate when content and accounts are brought to our attention so that we can swiftly remove what violates our Community Guidelines and strengthen our safeguards. We welcome expert feedback and guidance as we strive to promote a safe and uplifting experience for our community.” Groups promoting white supremacy on TikTok have sought to appropriate the #blacklivesmatter hashtag, the ADL said. They also have used hashtags including #alllivesmatter and #whitelivesmatter. White supremacists on the platform also used other methods to obscure their behavior and evade detection, the ADL said, such as by employing coded language or sharing images of books, signs or web URLs for viewers to research on their own.

via philytrib: Even TikTok has a white supremacy problem

In Hamburg Mann wird rassistisch beleidigt – dann gibt es Prügel

Eskalation in Hamburg: An der Kreuzung Barmbeker Markt und Weidestraße haben sich Sonntag zwei Männer gestritten, schließlich schlug einer (22) dem anderen (39) mit der Faust ins Gesicht. Der 39-Jährige soll zuvor seinen Kontrahenten rassistisch beleidigt und diesem vor die Füße gespuckt haben. (…) ach dem Faustschlag musste der alkoholisierte 22-Jährige mit zur Wache. Laut Polizei zur „Unterbindung weiterer Körperverletzungen“. Gegen ihn wurde ein Verfahren eingeleitet, genau wie gegen den 39-Jährigen, der sich wegen Beleidigung verantworten muss.

via mopo: In Hamburg Mann wird rassistisch beleidigt – dann gibt es Prügel

Gast beleidigt Wirt am Brunsbüttler Damm rassistisch und attackiert ihn

Ein Gastwirt eines Lokals in Spandau soll am Morgen des 16. August von einem alkoholisierten Mann rassistisch beleidigt und attackiert worden sein. Kurz nach 7 Uhr soll der 37-jährige Wirt einer Kneipe am Brunsbütteler Damm den 40-jährigen Gast aufgefordert haben das Lokal zu verlassen, nachdem der Mann in der Gaststätte uriniert haben soll. Dieser wiederum soll den Wirt daraufhin rassisch beleidigt und ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Hierbei erlitt der Gastwirt leichte Gesichtsverletzungen. Zudem warf der 40-Jährige eine Flasche nach dem Wirt und verließ das Lokal dann. Vor der Gaststätte soll der Mann mehrfach rechtsextremistische Parolen gerufen und den Arm mehrmals zum sogenannten „Hitlergruß“ gehoben haben. Alarmierte Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 21 nahmen den 40-Jährigen kurz darauf im Elsflether Weg vorläufig fest. Auch die Einsatzkräfte soll der Tatverdächtige beleidigt und bedroht haben.

via berliner woche: Gast beleidigt Wirt am Brunsbüttler Damm rassistisch und attackiert ihn

Streit um Kurs eskaliert – Aufstand in #Werteunion – Landesvorstände treten aus – #afd #lengsfeld

Führende Werteunion-Mitglieder haben die Nase voll: Die Thüringer Landesspitze ist zurück- und ausgetreten, andere Landesvorstände stehen offenbar davor. Eine Personalie hat die Entwicklung beschleunigt. Prominente Mitglieder der Werteunion verlassen den Verein und planen, konservative Kräfte in der Union wieder stärker innerhalb von CDU und CSU zu sammeln. Die Linie der selbsternannten “Konservativen Basisbewegung in der Union” werde dominiert von “Krawallmachern, die kein gutes Haar an der CDU lassen”, sagte Christian Sitter, bisher Vorsitzender der Werteunion Thüringen. “Es geht dort gar nicht mehr darum, inhaltliche Veränderungen zu erreichen.” Sitter und seine Stellvertreterin Angela Wanner haben ihre Ämter niedergelegt und den Austritt aus dem Verein erklärt, wie sie t-online.de sagten. Offenbar wird sich unter anderem auch der Vorsitzende des großen Landesverbands Baden-Württemberg, Holger Kappel, anschließen. Kappel war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen. Sitter und Wanner bestätigten, auch andere Landesvorstände wollten den Kurs nicht mehr mittragen.
Dynamik durch Vera Lengsfeld-Entscheidung (…) Eine Personalie am Wochenende hat Dynamik in die Entwicklung gebracht. Die frühere Bundestagsabgeordnete und Bloggerin Vera Lengsfeld will in den Landesvorstand in Thüringen einziehen, wie es in einer Erklärung vom Sonntag heißt. Sie ist erst vor kurzem durch einen Mehrheitsbeschluss des Bundesvorstands aufgenommen worden. Die bisherige Thüringen-Vizevorsitzende Wanner sieht darin “ein sichtbares äußeres Zeichen eines Kurses, der sich seit Monaten fortsetzt und den wir nicht mehr mittragen können.” Lengsfeld wird mit einer Annäherung in Richtung AfD verbunden, sie vertritt zunehmend rechtspopulistische und auch verschwörungsideologische Positionen.

via t-online: Streit um Kurs eskaliert – Aufstand in Werteunion – Landesvorstände treten aus

symbolbild; Screenshot youtube

„Der Täter wird als Südländer beschrieben“ – wie die Polizei rassistische Stereotype reproduziert

Fast täglich taucht der Begriff „südländisches Aussehen“ in Polizeiberichten auf. Forscherin Clara Ervedosa hat untersucht, wie eine staatliche Institution damit das Bild vermeintlich krimineller Fremder zementiert. Es ist eine typische Polizeimeldung aus einer deutschen Stadt: „(…) Die Beschreibung des mutmaßlichen Täters folgt: „165 bis 170 cm groß, schlanke Figur, weißes T-Shirt mit roter Aufschrift, knielange Jeanshose, kurze, dunkle Haare. […] Er wird als Südländer beschrieben.“ Anruf bei der Polizeistelle: „Was genau muss ich mir unter einem ‚Südländer‘ vorstellen?“ Antwort des Sprechers: „Offensichtlich handelt es sich nicht um einen Schweden, Finnen oder Dänen.“ Der Begriff sei verwendet worden, weil die Geschädigte den mutmaßlichen Täter so beschrieben habe. Wenn man zehn Leute befragen würde, was sie unter „südländisch“ verstünden, bekäme man zehn unterschiedliche Antworten, so der Sprecher. „Aber unterm Strich kommt man schon etwa beim Gleichen raus.“ Die Bevölkerung verbinde damit laut Sprecher: dunklere Haut und Augen und schwarze Haare. Der Begriff „Südländer*in“ oder auch „südländisches Aussehen“ ist in vielen Polizeimeldungen Standard. (…) Das ist ein Problem, sagt Clara Ervedosa. Die Germanistin von der Universität Coimbra in Portugal forscht zu Migration, Rassismus und Sprache. Im Juni hat sie einen wissenschaftlichen Artikel mit dem Titel The Perpetrator is a „Southerner“: „Südländer“ as Racial Profiling in German Police Reports veröffentlicht. Für ihren Artikel hat Ervedosa zwei Datenbanken genutzt, die analysieren, welche Worte digital wo und wie häufig verwendet werden. „Den Begriff ‚Südländer*in‘ nutzen vor allem Polizei und die Medien“, sagt sie. In ihrem Artikel argumentiert Ervedosa, dass die Polizei so rassistische Stereotype reproduziert. „Was genau soll eine ‚Südländerin‘ sein?“, fragt sie im Gespräch mit ze.tt. Es sei eben kein geographischer Begriff, weil mit „Südländerinnen“ nicht Menschen aus Australien oder der Schweiz gemeint sind – Länder, die von Deutschland aus gesehen auch im Süden liegen. „Es ist ein versteckter Begriff für einen bestimmten Phänotyp“, sagt die Germanistin. Im Kern meint „Südländerin“ Mensch mit dunklerer Hautfarbe. Es impliziert aber noch mehr. „‚Südländer*innen‘ werden auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugeschrieben. Sie gelten als emotional, temperamentvoll, irrational und als Menschen, die schnell zur Waffe greifen.“ Durch die Verwendung des Begriffs zementiere die Polizei ein Bild, das so auch in Teilen der Bevölkerung vorherrsche. Nämlich dass Menschen, die so aussehen, besonders kriminell sind. Dabei besteht dieser vereinfachende Zusammenhang gar nicht. Der Begriff ist aus ihrer Sicht aber noch aus einem weiteren Grund problematisch. „Menschen mit diesem Erscheinungsbild werden nicht als Deutsche angesehen.“ In Polizeimeldungen finde sich nie die Beschreibung „keltischer Typ“. Dass die Polizei mutmaßliche Täterinnen äußerlich beschreibt, um sie leichter zu finden, sei nicht das Problem, sagt sie. Aber warum die ausgrenzende und abwertende Pauschalisierung „Südländerin“ benutzen?

via ze.tt: „Der Täter wird als Südländer beschrieben“ – wie die Polizei rassistische Stereotype reproduziert

Debatte um Rassismus : Knorr benennt „Zigeunersauce“ um

Da „Zigeunersauce“ negativ interpretiert werden könne, soll das Produkt künftig „Paprikasauce ungarischer Art“ heißen. (…) „Da der Begriff „Zigeunersauce“ negativ interpretiert werden kann, haben wir entschieden, unserer Knorr Sauce einen neuen Namen zu geben.“ Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma begrüßte die Entscheidung. „Es ist gut, dass Knorr hier auf die Beschwerden offenbar vieler Menschen reagiert“, sagte der Vorsitzende Romani Rose dem Blatt. Ihm selbst bereite allerdings der wachsende Antiziganismus in Deutschland und Europa größere Sorgen. „Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dringlichkeit.“ Viel wichtiger sei es, Begriffe wie „Zigeuner“ kontextabhängig zu bewerten, „wenn etwa in Fußballstadien „Zigeuner“ oder „Jude“ mit offen beleidigender Absicht skandiert wird“.

via faz: Debatte um Rassismus : Knorr benennt „Zigeunersauce“ um

Rassismus als System: Historisch tief verwoben

System zur Privilegierung weißer Menschen: Anders als gelegentlich behauptet gibt es „umgekehrten Rassismus“ logisch und historisch nicht.
Menschen auf einer Demonstration. Schwarze Menschen und People of Color schreiben über den strukturellen Rassismus, der ihre Familiengeschichten geprägt hat, ihre Lebensläufe formt und ihren Alltag beherrscht. Und dennoch kommen immer wieder – in letzter Zeit verstärkt auch in linken Kreisen und Medien – grundlegende Fragen auf: Was ist Rassismus? Und wie unterscheidet er sich von möglichen Diskriminierungsformen gegen Weiße? Da es diese große Nachfrage nach Begriffsklärungen gibt, folgt an dieser Stelle eine erneute Auseinandersetzung mit den Wörtern Rassismus und Diskriminierung. Rassismus ist eine Ideologie, die besagt, dass Menschen mit bestimmten äußerlichen Merkmalen weniger wert seien als andere. Rassismus geschieht zugleich ganz konkret, nebenbei, unbewusst, gedankenlos. Ohne nachzudenken, beurteilen wir Menschen nach Name, Muttersprache, Herkunft, (sichtbarer) Religionszugehörigkeit oder Hautfarbe. Moment – wer ist mit diesem „wir“ eigentlich gemeint? Alle Menschen. Niemand ist vor rassistischen Denkmustern gefeit. Denn Rassismus wird erlernt und an die nächste Generation weitergegeben – in Form von Sprache, Kulturpraktiken, Kunst, Berichterstattung oder allgemein über jahrhundertelang gewachsenem „Wissen“. Niemand ist frei von rassistischer Sozialisation. Benachteiligt werden durch sie aber nur all jene, die als Nichtweiße gelesen werden. Das ist gut erforscht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der strukturelle Charakter dieses Phänomens. Bei Rassismus geht es durchaus um Mikroaggressionen im Alltag: Schimpfwörter, dumme Witze, Gesten oder schräge Blicke, die nichtweiße Körper stets und überall treffen. Die bittere Realität ist aber auch: mit der „falschen“ Hautfarbe, dem „falschen“ Namen oder der „falschen“ Herkunft oder Religion hat man schlechtere Karten auf dem Wohnungs-, Bildungs-, Arbeits- oder Dating-Markt. Als nichtweiße Person wird man von der Polizei strukturell anders behandelt. In Anwesenheit der „Hüterinnen des Rechtsstaats“ fühlt man als Schwarzer Mensch oder Person of Color oft nicht etwa in Sicherheit, sondern unsicher, aufbauend auf den Erfahrungswerten, dass man als BPoC durch Polizeibeamtinnen oft mit willkürlicher Gewalt konfrontiert wird. Racial Profiling ist in dieser Hinsicht bloß eine von vielen greifbaren Ausformungen von rassistischen Strukturen, hier in Polizeibehörden. (…) Intersektionalität beschreibt auch die Verschränkung verschiedener Formen von Diskriminierung: Klassismus, Queerfeindlichkeit, Sexismus oder Ableismus. Das bedeutet im Umkehrschluss: Eine von Rassismus betroffene Person kann auch zusätzlich in anderen Kategorien benachteiligt werden. Deswegen ist es so wichtig (vor allem im Journalismus), sich auf Erzählungen und Geschichten einzulassen. Jeder Fall ist einzigartig. Und den von verschiedenen Formen der Benachteiligung betroffenen Menschen zuzuhören hilft, die Hintergründe zur strukturellen Benachteiligung besser zu verstehen. Nur über ein aufmerksames Zuhören kann ein Diskurs funktionieren. Nun wird von einigen Weißen behauptet, sie hätten – meist im Urlaub – in anderen Ländern mit nichtweißer Mehrheitsbevölkerung negative Vorurteile erlebt. Wurden also aufgrund ihrer weißen Hautfarbe anders gemacht, so wie es Nichtweiße in europäischen oder nordamerikanischen Gesellschaften aus ihrer Lebenserfahrung heraus berichten. Diese Weißen sagen demnach, dass sie von vietnamesischen Gastgeber*innen auf ihre Haarfarbe oder -struktur angesprochen wurden, sie haben vielleicht schlechte Erfahrungen im Anden-Urlaub gemacht, oder ihnen wurde als Ausländer in Kairo ein höherer Preis berechnet – im Taxi oder Restaurant. Nur: Wenn jemand aus Deutschland all the way nach Ägypten, Vietnam oder Peru fliegt, kann ersie sich ein paar Cents mehr für ein Mittagessen eben auch leisten. Außerdem fliegt man dorthin mit seinen weißen Privilegien im Rucksack. Eine punktuelle Benachteiligung, zum Beispiel auf der Straße als Touristin beschimpft zu werden, ist keine strukturelle Diskriminierung und schon gar kein Rassismus. Diese unangenehme Situation wird spätestens mit dem Boarding zurück nach Frankfurt aufgehoben. Zur Not ruft man als weiße Person die Tourismuspolizei des Landes an und die Täterinnen wandern direkt ins Gefängnis. Neben der Hautfarbe ist hier auch die Passfarbe wichtig. Als EU-Staatsbürgerinnen kann man in vielen Gesellschaften des Globalen Südens, besonders in Urlaubsdestinationen, mehr oder weniger machen, was man will. Die Kehrseite von Rassismus sind also weiße Privilegien.

via taz: Rassismus als System: Historisch tief verwoben