A German Far-Right Group Is Trying to Recruit Kids with a Free Video Game

A far-right German group has taken a novel approach to recruiting supporters, releasing a free-to-download video game in which the characters kill antifa and confront George Soros and Angela Merkel as they battle with globalists. The game – Heimat [Homeland] Defender: Rebellion – was released by Ein Prozent, a nationalist network that’s under observation as a suspected extremist group by Germany’s domestic intelligence agency. It’s set in what the game’s creators describe as a “gloomy future vision of a Europe that we will hopefully never see,” where a sinister corporation called “Globo-Homo Inc” has taken power, and antifa zones have sprung up across the Continent. Despite the retro, 80s aesthetic, the 2-D Super Mario-style platform game is full of references to current political figures and events. Players can choose to play as one of a number of “influencers” from the German-speaking far-right scene, including Martin Sellner, an Austrian leader of the youth-focused Identitarian movement, and Alex “Malenki“ Kleine, a prominent Identitarian YouTuber. Gameplay includes Easter eggs with explicit references to German far-right figures such as the influential ideologue Götz Kubitschek, and to the killing of George Floyd, in a passage where players are asked why there is no equivalent outcry over the killing of a German teenager by a migrant. It features the hashtag #NiemalsaufKnien (“Never on our knees”), an Identitarian campaign launched in response to Black Lives Matter, which dismissed the movement as a front for “anti-white racism and left-wing self-hatred ideologies”. At one point, a demonic, laughing apparition appears of Soros — the billionaire liberal philanthropist who is at the epicentre of far-right conspiracy theories about globalism and immigration. German Chancellor Merkel, a hate-figure to the far-right for her decision to welcome about a million asylum seekers into the country, also appears as an enemy, while the game’s background is emblazoned with supposed examples of globalist propaganda like “diversity is our strength” and “tolerance”.
Experts are concerned the game could be an effective gateway for newcomers into the radical right ideology of the Identitarians, whose goal is to mainstream the narrative that a “great replacement,” engineered by elites, is taking place through immigration into Europe. Despite the group’s efforts to whitewash its far-right politics and present itself as a hip, edgy but ultimately palatable countercultural youth movement, the Identitarians are under surveillance by Germany’s domestic intelligence service as a right-wing extremist entity. (…) She said as well as potentially sending players down the rabbit-hole of far-right ideology, the game could also prove popular with existing supporters of the movement. The game is being sold alongside a range of merchandise, including mugs, stickers and clothing. “It’s full of memes and jokes and far-right subcultural language that appeals to young Identitarians,” she said. “So it’s a strategy that works well for both kinds of target audience.” Schlegel said the release of the game, while a new tactic for the Identitarians, reflected a trend towards the “gamification” of far-right extremism. In a string of recent far-right terror attacks, from Christchurch, New Zealand to El Paso, Texas to Halle, Germany, gunmen have livestreamed footage of their attacks from head-mounted cameras, in the style of a first-person shooter game – which have then been circulated and celebrated among supporters. Online, far-right sympathisers have modified or created games to reference real-life massacres, or joke about beating each others’ kill counts; last year, a shooter game was released that allowed players to play as the Christchurch terrorist Brenton Tarrant, carrying out massacres in settings including mosques or gay nightclubs.

via vice: A German Far-Right Group Is Trying to Recruit Kids with a Free Video Game – Players are encouraged to battle antifa and globalists.

Automatisierte Diskriminierung – Twitter prüft Rassismus in der Bildervorschau

Die automatische Bilder-Vorschau von Twitter scheint die Gesichter weißer Menschen zu bevorzugen und Schwarze Menschen systematisch auszublenden. Das Unternehmen beteuert, die Technologie sei auf solche Verzerrungen getestet worden und will das Modell nun erneut überprüfen. Twitter hat angekündigt, sich mit rassistischen Verzerrungen in seinem Vorschau-Algorithmus zu beschäftigen, nachdem mehrere Nutzer:innen entdeckt hatten, dass das System die Gesichter von weißen Menschen bevorzugt und Schwarze Menschen ausblendet. Einem Nutzer war zufällig aufgefallen, dass die Twitter-App auf Bildern mit einer weißen und einer Schwarzen Person nur die weiße Person in der Vorschau zeigt. Daraufhin haben weitere Nutzer:innen das Problem mit ihren Experimenten bestätigen können. Im Kern geht es um eine Technologie zur automatisierten Vorschau von Bildern, dem so genannten Auto-Cropping, die Twitter bereits seit 2017 einsetzt. Postet jemand ein Foto, soll ein möglichst sinnvoller Ausschnitt für die Vorschau gewählt werden. In den Tests, die Nutzer:innen jetzt auf Twitter teilten, setzte die Vorschau fast ausschließlich weiße Menschen in den Fokus. (…) Die Diskussion um rassistische Verzerrungseffekte und Diskriminierung durch algorithmische Entscheidungen läuft bereits seit Jahren. Zuletzt kochte sie im Zuge der Proteste gegen rassistische Polizeigewalt in den USA besonders hoch.Vergangenes Jahr gelangte eine Studie der US-Behörde National Institute of Standards and Technology (NIST) zum Ergebnis, dass Gesichtserkennungs-Algorithmen die Gesichter von Schwarzen oder asiatischen Menschen wesentlich unzuverlässiger erkennen als diejenigen von weißen Menschen. Forscher:innen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren, dass diese Effekte die bereits existierende Diskriminierung von BIPoC noch verstärken. Mehrere große Anbieter von Gesichtserkennung wie IBM und Microsoft hatten deswegen unter dem öffentlichen Druck beschlossen, ihre Technologien vorerst nicht mehr an US-Polizeibehörden zu verkaufen.

via netzpolitik: Automatisierte Diskriminierung – Twitter prüft Rassismus in der Bildervorschau

Rechtsextremismus in der #Polizei 2020

Aktuell vergeht fast keine Woche ohne neue Berichte über rechtsextreme Verstrickungen bei der Polizei. Regelmäßig werden neue Chatgruppen bekannt, in denen sich Beamtinnen Propaganda hin und her schicken, in mehreren Bundesländern wird gegen Polizistinnen ermittelt. Schon im ersten Halbjahr 2020 gab es 40 Fälle, nur ein Verdacht erhärtete sich nicht. Die folgende Auflistung enthält Vorfälle und Enthüllungen zum Thema Rechtsextremismus, Rechtsterrorismus, Drohschreiben, Gewalt und Propagandadelikten. Vorfälle mutmaßlich rassistischer Polizeigewalt, wie etwa hier und hier beschrieben, sind in dieser Übersicht nicht aufgezählt.

via belltower: Rechtsextremismus in der Polizei 2020

Rechtsaußen Mandic darf in AfD bleiben

Dubravko Mandic ist vor allem mit Beleidigungen aufgefallen, auch gegen seinen Parteichef. Ein AfD-Gremium hat ihm nun eine längere Amtssperre auferlegt. Der wegen Beleidigungen und krasser Sprüche in der AfD umstrittene Partei-Rechtsaußen Dubravko Mandic darf Parteimitglied bleiben, er soll aber in den kommenden zwei Jahren kein Amt ausüben. Wie der baden-württembergische AfD-Landesvorstand am Montag in Stuttgart bestätigte, waren verschiedene Parteiordnungsmaßnahmen gegen den Lokalpolitiker aus Freiburg geprüft und eine zweijährige Ämtersperre für sinnvoll erachtet worden. “Setzen wir uns mit der Forderung durch, würde Mandic sein Amt im Kreisvorstand verlieren”, hieß es im Landesvorstand. Folgen für sein Mandat als Stadtrat habe dies aber nicht. Mandic hatte im vergangenen Juni auf seiner Facebook-Seite ein Video veröffentlicht, in dem ein Begräbnis mit tanzenden Sargträgern, der Kopf des Parteivorsitzenden Jörg Meuthen und die Abkürzung R.I.P. zu sehen sind. Der Verfassungsschutz hatte sich in der Vergangenheit unter anderem für die Kontakte des Rechtsanwalts zur rechtsextremen Identitären Bewegung interessiert.

via sächsische: Rechtsaußen Mandic darf in AfD bleiben

#FeineSahneFischfilet: Zuhause – #singmeinensong

Reiß ihre Mauern ein
Reiß alle Mauern ein
Du lässt dein ganzes Leben zurück
Reiß ihre Mauern ein
Reiß alle Mauern ein
Du riskierst jetzt alles für das Glück!

Reiß ihre Zäune ein
Reiß alle Zäune ein
Du lässt dein ganzes Leben zurück
Reiß ihre Zäune ein
Reiß alle Zäune ein
Du riskierst jetzt alles für das Glück!

Zuhause heißt – wenn dein Herz nicht mehr so schreit
Zuhause heißt – wenn die Angst der Freundschaft weicht
Zuhause heißt – wir schützen uns, alle sind gleich
Zuhause heißt – wenn dein Herz nicht mehr so schreit

#Rassismus in der #Medizin – “Es sollte normal sein, einen geschwollenen schwarzen Arm zu sehen”

Medizinstudent Malone Mukwende suchte in Lehrbüchern nach Krankheitssymptomen auf dunkler Haut – vergeblich. Also schrieb er selbst eins. Im Interview erklärt er, warum das Leben retten könnte. In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme. “Und wie würde das auf dunklerer Haut aussehen?” Unzählige Male hat Malone Mukwende im Unterricht diese Frage gestellt. Der 20-Jährige studiert an der St George’s, der medizinischen Fakultät der University of London. Vor Kurzem hat er sein zweites Studienjahr abgeschlossen. Mukwende möchte Arzt werden, “Leben retten”, wie er sagt. Doch bereits in seiner ersten Unterrichtseinheit fiel ihm auf, dass seine Dozenten Krankheitssymptome lediglich an weißer Haut erklärten und in seinen Fachbüchern keine Beispiele für andere Hautfarben zu finden waren. “Hautausschlag, Blutergüsse oder blaue Lippen, das können wichtige Indizien für schwere Krankheiten sein”, sagt Malone. “Wer aber schwarze Lippen hat, bei dem sehen sie nicht blau aus. Und auch Flecken oder Ausschlag zeigen sich anders.” Ein Großteil der Weltbevölkerung hat keine weiße Haut. Ein Großteil der medizinischen Lehrbücher bezieht sich jedoch ausschließlich auf Hellhäutige. “Im schlimmsten Fall werden Menschen mit anderen Hautfarben deshalb falsch behandelt”, sagt Malone Mukwende. “Eine Fehldiagnose kann tödliche Folgen haben.” Viele Ärzte lernen in ihrer Ausbildung ausschließlich, wie sich Krankheiten auf weißer Haut zeigen. Das kann zu gravierenden Fehldiagnosen bei People of Color führen Zwar gibt es einige Fachpublikationen, die sich inzwischen gezielt mit Krankheitssymptomen auf verschiedenen Hautfarben auseinandersetzen. Doch Mukwende sagt, er glaube nicht, “dass sie die Anerkennung haben, die sie verdienen. Sie wurden größtenteils ignoriert.” Er beschloss, selbst etwas zu tun. Mit einem Stipendium seiner Universität begann er im vergangenen Jahr Bilder und Anzeichen von Krankheiten zu sammeln. Dann schrieb er gemeinsam mit zwei Co-Autoren “Mind the Gap: A Handbook of Clinical Signs in Black and Brown Skin”. Der Titel des Handbuches bezieht sich auf Warnschilder in der Londoner U-Bahn. Sie erinnern Fahrgäste an die Lücke zwischen Bahnsteig und Zug. Wer dort hineinfällt, kann schwer verletzt werden. “Und wenn wir uns Wissenslücken nicht gewahr werden, werden Menschen überall auf der Welt weiterhin falsch diagnostiziert”, sagt Mukwende.

via spiegel: Rassismus in der Medizin “Es sollte normal sein, einen geschwollenen schwarzen Arm zu sehen”

„QAnon“ schafft QAmoms – Eltern werden mit „Rettet die Kinder“-Verschwörungen geködert

Verschwörungserzählungen gibt es auch in Pastellfarben: Über „Rettet die Kinder“-Mobilisierung werden Heilpraktikerinnen, Make Up-Künstlerinnen und Insta-Mamas zu leidenschaftlichen „QAmoms“, die die antidemokratische und antisemitsche Ideologie von „QAnon“ in ihr Umfeld tragen. Eine Spurensuche auf Instagram. Kinder sind ein effektives Mobilisierungsthema. Schon mehrfach gab es aus antidemokratischen Szenen den Versuch, Eltern und Großeltern über „die Kinder“ zu mobilisieren. Die Verschwörungsideologie von „QAnon“ feiert damit aktuell weltweit Erfolge. Die Verschwörungsideologie „QAnon“ kommt aus den USA, hat aber ihren größten Verbreitungsmarkt unter den nicht-englischsprachigen Ländern in Deutschland (vgl. ISD). So sieht man Ähnlichkeiten in Strategien und Verbreitung, auch wenn die USA noch ein wenig in der Entwicklung voraus sind: Wer die wirren Thesen von „QAnon“ (vgl. Belltower.News) auf ihre massenkompatibelste und vermeintlich unschuldigste und zustimmungsfähigste Botschaft zusammendampft, heißt diese: Rettet die Kinder! Und (vermeintlicher) Kinderschutz – das haben verschiedenste rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen bereits durchexerziert –, spricht oft auch die an, die sich sonst in rechtsalternativen Kreisen weniger willkommen und gehört fühlen: Frauen, vor allem Mütter und Großmütter. Das Engagement für Kinder und der Schutz der Familie entspricht dem „traditionellen“ Frauenbild in rechtsalternativen Szenen, ohne dass es gleich massiven Sexismus transportiert, der Frauen dann doch wieder von rechtsextremen Szenen abstößt. In den USA ist die Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass dort von „QAMoms“ die Rede ist, womit die Mamablogger- und Mama-Insta-Szene gemeint ist, die plötzlich Verschwörungsideologien über pädophile Kindesmissbrauchsringe teilt – inklusive antisemitischem Raunen über die „Eliten“, „Hochfinanz“ oder Hollywood, die hier laut den „QAnon“-Apologet*innen ihre Finger im Spiel haben sollen. Eine andere „schöne“ Bezeichnung ist „Pastel Q“: Weil die Instagram-Profile der plötzlich „Q“-affinen Frauen ansonsten so stylisch pastellfarben gehalten sind. Hier geht es aber nicht nur um Mama-Instagrammerinnen, sondern auch um weibliche Instagram-Accounts von Lifestyle-Influencerinnen, Fitness- und Diät-Kanäle oder alternative Heilmethoden. Auf diesen Profilen erscheint die antisemitische und antidemokratische Verschwörungsideologie als ein Engagementfeld in den Insta-Stories zwischen „Spieltipps“ und „Schwangerschaft“: Die Mütter nennen diesen Punkt „Woke“ („Aufgewacht“) oder „I am awake“ (Ich bin aufgewacht), nutzen beliebte „Q“-Hashtags wie #darktolight, #truthwins, #wwg1wga („Where we go one, we go all“) oder #thegreatawakening. Und natürlich die Hashtags #savethechildren oder #saveourchildren – wobei diese Hashtags schon vor dem Boom der „QAnon“-Verschwörungsideologie als Hashtag zur Bekämpfung des Kinderhandels verwendet wurde, inzwischen aber komplett von der „QAnon“-Bewegung okkupiert wurde, oder, wie amerikanische Medien es passend nennen, „gehijackt“.

via belltower: „QAnon“ schafft QAmoms Eltern werden mit „Rettet die Kinder“-Verschwörungen geködert