Bad Dürkheim – 1000 Menschen demonstrieren gegen AfD

Rund 1000 Menschen haben in Bad Dürkheim gegen eine AfD-Wahlkampfveranstaltung mit Bundes-Chefin Alice Weidel demonstriert. Es sei alles friedlich verlaufen, teilte die Polizei mit. Die Demonstration sei von zahlreichen Veranstaltern mitgetragen worden – unter dem Motto “Aktionsbündnis für Vielfalt und Toleranz” sowie “Die Pfalz bleibt bunt”. Zu Beginn habe es einen “Markt der Demokratie” gegeben.  Unter den rund 600 Teilnehmern in der Salierhalle sei auch die Co-Bundesvorsitzende Alice Weidel gewese

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sieeh auch: AfD Wahlkampfveranstaltung und Gegenkundgebungen in Bad Dürkheim. Am Samstag, 17.01.2026, fand in der Salierhalle Bad Dürkheim eine größere Wahlkampfveranstaltung der AfD mit Gastrednerin Alice Weidel und rund 600 Teilnehmern statt, diese endete um 16.30 Uhr. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Versammlungen ordnungsgemäß angemeldet. Zum einen eine Versammlung mit Aufzug des „Aktionsbündnisses für Vielfalt und Toleranz Bad Dürkheim“. Darüber hinaus eine Kundgebung unter dem Titel „Markt der Demokratie“. Beide Veranstaltungen richten sich als Gegenversammlung gegen die AfD Wahlkampfveranstaltung und hatten nach Polizeiangaben insgesamt rund 1000 Teilnehmer. Der Veranstalter sprach von 3000 Personen. Diese Versammlungen endeten um 15.45 Uhr.

Ehemaliger AfD-Sprecher Lüth Nach Skandal gefeuert – und zurück im Bundestag

Der langjährige Parteisprecher Lüth sprach über die Möglichkeit des Erschießens oder Vergasens von Migranten – und wurde fristlos entlassen. Mittlerweile arbeitet er wieder für mehrere AfD-Abgeordnete. Wie kann das sein? Äußerlich hat er sich nicht viel verändert. Der ehemalige AfD-Pressesprecher Christian Lüth trägt immer noch Anzug, hat die Haare immer noch straff nach rechts hinten gekämmt. Man begegnet ihm seit einiger Zeit wieder im Regierungsviertel. Denn Lüth arbeitet wieder im Bundestag – inzwischen sogar für mehrere AfD-Abgeordnete.Bei einem Treffen berichtet er: Seit rund zwei Jahren arbeite er als wissenschaftlicher Referent im Bundestag. Das ist deswegen bemerkenswert, weil Lüth vor sechs Jahren für einen der größten AfD-Parteiskandale gesorgt hat. Er sprach davon, dass man Migranten ins Land lassen und “nachher immer noch alle erschießen (…) oder vergasen” könne. Ein Kamerateam des TV Senders Pro7 filmte heimlich mit. Lüth sagte auch den Satz: “Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD.”Ein Skandal sondergleichen. Die AfD kündigte ihm. “Abscheulich und nicht entschuldbar” nannte Lüth selbst damals seine Äußerungen. Heute sagt er, man habe ihm “in einem privaten Gespräch eine Falle gestellt”, seine “ironischen Aussagen von damals” habe er sofort zurückgenommen und sich entschuldigt, “da sie nicht meiner Gesinnung entsprechen”. Nach seinem Rauswurf zog er einen Zigarrenhandel hoch, den er eigener Aussage nach weiter betreibt.Mitarbeiter von Jan Wenzel Schmidt – und anderenLüth ist seit geraumer Zeit zurück im Bundestag. Er arbeitet für den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt. Der Schmidt, der gerade in seinem Landesverband Sachsen-Anhalt in eine Schlammschlacht verwickelt ist, den der Landesvorstand aus der Partei werfen will, der gedroht hat, Verfehlungen von Landesvorstandsmitgliedern öffentlich zu machen.Doch Lüth arbeitet auch mittlerweile noch für weitere Abgeordnete. Einer von ihnen ist Reinhard Mixl aus Bayern. Er bestätigt am Telefon, dass Christian Lüth seit dem 1. Dezember 2025 auf geringfügiger Basis Pressearbeit für ihn mache. Er sei ihm empfohlen worden. Lüths Expertise habe ihn überzeugt, über dessen damaligen Aussagen habe er nicht Bescheid gewusst, beteuert Mixl. Es gibt viele AfD-Fraktionsmitglieder, die an Lüths schleichender Rückkehr Anstoß nehmen, für die der ehemalige Pressesprecher ein rotes Tuch ist. In der Öffentlichkeit äußern wollen sie sich aber nicht. Einer nennt Lüth einen Skandaltyp. Es gehe doch nicht, dass so jemand im Auftrag der AfD wieder über die Bundestagsflure streife. Überhaupt: Im Büro von Jan Wenzel Schmidt sei doch kaum ein Mitarbeiter NICHT vorbestraft.Gemeint ist damit, dass auch der Rechtsextremist Mario Müller für Jan Wenzel Schmidt arbeitet. Ein anderes Fraktionsmitglied vermutet, Schmidt habe besonders an Lüths Pressekontakten Interesse gehabt – um in der schwelenden Auseinandersetzung Journalisten leichter belastendes Material zuspielen zu können.Tatsächlich hat Christian Lüth immer noch viele Kontakte in und außerhalb der AfD. Er hat nicht nur die AfD-Bundesgeschäftsstelle mit aufgebaut und war jahrelang ein Vertrauter von Alexander Gauland. Er war auch Pressesprecher der Partei und der Fraktion.Einen “umtriebigen und wirkungsvollen Akteur” nennt ihn Professor Wolfgang Schröder von der Uni Kassel, einer der AfD-Experten in Deutschland.

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FCK AfD

Völkischer Vormarsch in den Landesverbänden der AfD-Jugend

Der neue AfD-Jugendverband „Generation Deutschland“ baut seine Länderstrukturen weiter aus. An diesem Wochenende gründeten sich vier Landesverbände – darunter in Thüringen. Landeschef Björn Höcke schwört den Nachwuchs auf den Kampf um die Macht ein. (…) Nachdem sich im November in Gießen der Bundesverband gegründet hatte, ziehen nun die Länder nach. Dass die Thüringer AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, dabei einen Führungsanspruch reklamiert, machte Landeschef Björn Höcke klar. „Wir sind der wichtigste Landesverband der AfD in Deutschland“, sagte Höcke in seiner Rede. Dabei blieb der AfD‑Politiker in seiner üblich abgehobenen Tonalität. An den Thüringer Parteinachwuchs gewandt sagte Höcke: „Ihr seid Teil einer Leistungsgemeinschaft, die sich immer weiter perfektioniert.“ Die neue Parteijugend solle das Land vom Kopf auf die Füße stellen. „Wir wollen nicht Sterbebegleiter sein, wir wollen ein neues Leben für Deutschland“, so Höcke. Er schwelgte in Erinnerungen an seine Jugend, sprach davon, „mal Mitglied der Jungen Union“ gewesen zu sein, und spannte den Bogen zu Helmut Kohl. Unter diesem habe die CDU Anfang der Achtzigerjahre geplant, die Hälfte aller in Deutschland lebenden türkischen Bürger in ihre Heimat zurückzuschicken. „Insofern hat die CDU die Remigration erfunden, nicht die AfD“, dozierte der ehemalige Lehrer. Gewählt wurde die 23‑jährige Carolin Lichtenheld, die sich mit einer bizarren Rede um den Posten der Landesvorsitzenden bewarb. Ihre Motivation, Mitglied der AfD und der Parteijugend zu werden, sei ein Vorfall in einem Bus mit zwei „arabisch aussehenden Männern“ gewesen. Sie sei damals 14 Jahre alt gewesen, als sich einer dieser Männer neben sie gesetzt und sie berührt habe. Bis heute habe sie darüber nie gesprochen. Lichtenheld nutzte diese persönliche Geschichte, um das von der AfD seit 2015 verbreitete Narrativ von angeblich tausenden Übergriffen ausländischer Männer auf deutsche Frauen und Mädchen zu befeuern. In ihrer Rede verwendete Lichtenheld zudem völkische Begriffe wie die „Festung Europa“, die es brauche.

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„Queere Bücherkisten für Kitas“: AfD-Abgeordnete Behrendt will jedes Buch prüfen

Alle Hannoveraner Kitas haben „queere Bücherkisten“ bekommen, deren Inhalt auch moderne Familienkonstellationen thematisiert und Geschlechterrollen will. „Kein Kind im Vorschulalter braucht so etwas!“, findet AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt. Alle 42 Hannoveraner Kitas haben vor einigen Tagen eine „queere Bücherkiste“ bekommen: Je 14 Bücher sollen „queere Lebensrealitäten bereits im frühen Kindesalter sichtbar machen“, teilt die Stadt mit. Es gebe „Menschen unterschiedlichster Körperformen und Hautfarben, mit und ohne Behinderung. Sie haben verschiedene Geschlechter und drücken ihr Geschlecht auf vielfältige Weise aus“, erklärte die Landeshauptstadt dazu. Auch gebe es zahlreiche Familienkonstellationen abseits „der sogenannten traditionellen Vater-Mutter-Kind-Familie“. Queere Mitarbeiter haben Liste entworfen Deshalb hat die vom grünen Oberbürgermeister Belit Onay regierte Landeshauptstadt ihren Kitas „vielfältiges und altersgerechtes Material für die tägliche pädagogische Arbeit“ zur Verfügung gestellt. So könnten alle Kinder spielerisch lernen, „Unterschiede zu verstehen und wertzuschätzen“ und „sich selbst und ihre Familien in positiven Geschichten wiederzufinden“. MEHR INFORMATIONEN: Um diese Bücher geht es: Ein queerer Mitarbeiter*innenstammtisch der Landeshauptstadt hat unter der Leitung der städtischen Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt mehr als 100 Bücher gesichtet; 66 Titel wurden anschließend in eine Empfehlungsliste für Kindertagesstätten aufgenommen. Außerdem werden seit 2018 alle Kitaleitungen und seit 2020 schrittweise alle Kita-Teams zu den Themen LSBTIQ, Bedarfe, Haltung und pädagogischer Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Krippe, Kita und Hort geschult, teilte die Stadt Hannover mit. Dadurch sei das Thema in den städtischen Kitas „seit Jahren fest verankert“. Behrendt: „Übergriffige städtische Mitarbeiter mit ‚woker‘ Agenda“ Aber das gefällt nicht allen: „Natürlich ist es wichtig, älteren Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass es verschiedene Lebensentwürfe gibt, und dass es völlig in Ordnung ist, wenn sich Männer zu Männern hingezogen fühlen, oder Frauen zu Frauen“, so die AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt in einer Pressemitteilung. „Selbstverständlich!“ Hier aber „passiert anderes“, behauptet Behrendt: „Kinder werden mit Inhalten konfrontiert, die sie in einer entscheidenden Lebensphase überfordern und verunsichern. Kein Kind im Vorschulalter braucht ‚queere Bücherkisten‘!“

via noz: „Queere Bücherkisten für Kitas“: AfD-Abgeordnete Behrendt will jedes Buch prüfen

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OVG Berlin-Brandenburg bestätigt Schulleitung -Keine Zustim­mung für Prak­tikum bei AfD-Vor­stand

Eine Schülerin wollte ihr Praktikum bei einem AfD-Politiker absolvieren. Die Schulleitung erlaubte das nicht, weil der Landesverband Brandenburg als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Das muss die Schülerin hinnehmen, sagt das OVG. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder) bestätigt und die Beschwerde einer Schülerin zurückgewiesen, die ihr Schülerbetriebspraktikum bei einem Bundestagsabgeordneten der AfD absolvieren wollte. Die Schulleitung des von der Schülerin besuchten beruflichen Gymnasiums, die sich an einem Erlass des brandenburgischen Bildungsministeriums orientiert hat, sei nicht verpflichtet gewesen, der Durchführung des Praktikums zuzustimmen (Beschl. v. 16.01.2026, Az. OVG 3 S 5/26). Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, bei dem Schülerbetriebspraktikum handele es sich um eine schulische Veranstaltung an Stelle des Unterrichts. Daher komme der Schule im Hinblick auf ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag bei der inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung des Praktikums und der Frage, ob eine Praktikumsstätte geeignet ist, ein weiter pädagogischer Gestaltungsspielraum zu. Diesen Gestaltungsspielraum hat die Schulleitung dem OVG zufolge nicht überschritten. Sie habe das das von der Schülerin gewünschte Praktikum als ungeeignet ansehen dürfen, weil der AfD-Bundestagsabgeordnete, bei dem sie es absolvieren wollte, dem Vorstand des Landesverbandes Brandenburg angehört. Dieser Landesverband war vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden. Keine Grundrechte der Schülerin verletzt Das Gericht betont dabei, dass die Schulleitung nicht verpflichtet gewesen sei, die Einstufung durch den Verfassungsschutz selbst zu überprüfen. Die Entscheidung der Schulleitung verstoße auch nicht gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatz aus Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) noch gegen das Recht der Schülerin auf schulische Bildung (abgeleitet aus Art. 7 GG).

via lto: OVG Berlin-Brandenburg bestätigt Schulleitung Keine Zustim­mung für Prak­tikum bei AfD-Vor­stand

siehe auch: Fall in Brandenburg Streit über Schülerpraktikum bei der AfD – Gericht stellt sich hinter Schulleitung Als eine Schülerin aus Brandenburg bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten ein Praktikum machen wollte, schritt die Schulleitung ein. Die Betroffene reagierte empört, doch ein Gericht hat ihre Beschwerde nun zurückgewiesen. Eine Schule ist nicht dazu verpflichtet, einem Schülerbetriebspraktikum bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten aus Brandenburg zuzustimmen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Freitag bestätigt. Die Schulleitung darf demnach das von einer Schülerin gewünschte Praktikum für ungeeignet halten.

LENA KOTRÉ – AfD-Politikerin sagt Sellner-Auftritt ab – und kündigt neuen gemeinsamen Termin an

Nach öffentlichem Druck aus der AfD-Spitze hat die Brandenburger Landtagsabgeordnete Lena Kotré eine gemeinsame Veranstaltung mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner abgesagt – bewirbt jedoch gleichzeitig einen neuen Termin unter seiner Leitung. Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat nach Druck der Parteispitze eine eigene geplante Veranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner abgesagt. Allerdings gibt es einen zeitgleichen neuen Termin unter Leitung Sellners. „Ich habe eine wichtige Information bezüglich der Veranstaltung am 22.01.2026 in Luckenwalde. Diese ist hiermit abgesagt“, schrieb Kotré auf X. „Ich wurde jedoch zwischenzeitlich von Martin Sellner auf seine eigene Veranstaltung in Süd-Brandenburg eingeladen“, schrieb die AfD-Politikerin. „Seine Veranstaltung findet zufällig ebenfalls am Donnerstag, dem 22.01.2026 um 19:00 Uhr statt, wer sich also für meine Veranstaltung Zeit frei genommen hat, hat hier direkt eine Möglichkeit, sowohl mich als auch Herrn Sellner persönlich kennenzulernen.“

via welt: LENA KOTRÉ AfD-Politikerin sagt Sellner-Auftritt ab – und kündigt neuen gemeinsamen Termin an

siehe auch: Parteiinterner Streit um Auftritt Rechtsextremist Sellner spricht in Brandenburg – aber nicht mehr auf AfD-Einladung: Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat nach Druck der Parteispitze eine eigene geplante Veranstaltung mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner in Luckenwalde (Teltow-Fläming) abgesagt. Allerdings gibt es einen zeitgleichen neuen Termin unter Leitung Sellners. Sie werde am 22. Januar einer Einladung von Sellner in Süd-Brandenburg folgen, schrieb Kotré beim Onlinedienst X. Veranstalter ist damit nicht mehr die AfD. Sellner sollte in Luckenwalde einen Vortrag über Remigration halten. Der AfD-Bundesvorstand hatte eine Absage der Veranstaltung gefordert. Die Bundes-Parteichefs Alice Weidel, Tino Chrupalla sowie der AfD-Landesvorsitzende René Springer bestätigten der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden “Welt”-Bericht. Demnach gab es ein Gespräch Chrupallas, Weidels und Springers mit Steffen Kotré. Man gehe nach dem Gespräch davon aus, dass die Veranstaltung nicht stattfinde, sagte Chrupalla der “Welt”. Springer sagte dem rbb auf Anfrage: “Zu diesem Thema ist alles gesagt.”

Dreist oder tragisch? AfD-Austritt und monatelang nicht im Bundestag: Darum ist Sieghard Knodel abgetaucht

Er wurde für die AfD in den Bundestag gewählt – und tauchte dort monatelang nicht auf. Auch die AfD hat der Trochtelfinger Politiker Knodel verlassen. Was steckt dahinter? Einmal hat er bislang Schlagzeilen gemacht – Sieghard Knodel aus Trochtelfingen-Mägerkingen (Kreis Reutlingen). Das war, als der frisch gewählte AfD-Bundestagsabgeordnete am 5. Mai 2025 aus der Partei austrat. Der Grund: Der Verfassungsschutz hatte die AfD wenige Tage zuvor als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die Einstufung ist derzeit wegen einer Klage der Partei ausgesetzt. Doch inzwischen stellt sich die Frage: Nimmt Knodel, der jetzt fraktionslos im Bundestag sitzt, viel Geld mit, ohne die dafür vorgesehene Leistung zu erbringen? AfD-Aus aus betrieblichen Gründen Der Unternehmer Sieghard Knodel kehrte der AfD im vergangenen Jahr den Rücken: Er wollte nicht wegen inhaltlicher Gründe raus aus der Partei, sondern weil sowohl Kunden als auch seine Familie ihm signalisiert hätten, dass sie nichts zu tun haben wollten mit jemandem, der in einer als rechtsextremistisch eingestuften Partei ist. Es ging Knodel also darum, das Familienunternehmen zu schützen – eine in ganz Baden-Württemberg tätige Firma für Hubarbeitsbühnen. Knodel ist in Sachen AfD zwiegespalten Nach seinem Austritt sei er erstmal für zwei Wochen abgetaucht, erzählt er. Dazu habe das Landeskriminalamt ihm geraten. Man habe Übergriffe von AfD-Anhängern befürchtet. Das Landeskriminalamt bestätigt das mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz und polizeitaktische Gründe nicht. Sieghard Knodels Haltung zur AfD ist bis heute zwiespältig. Die Partei habe gute Ansätze, sagt er. Er halte es für richtig, eigene Werte zu haben, die “abendländische Kultur” zu verteidigen und nicht alles der “grünen, linken Woke” zu überlassen. Menschengemachten Klimawandel gibt es für Knodel nicht. Die CO2-Steuer gehöre abgeschafft. AfD Reutlingen für Knodel ein unorganisierter Haufen Doch je weiter er von der Partei weg sei, desto mehr merke er: In der AfD werde vor allem polarisiert. Angesprochen auf den Umgang mit Ausländern, distanziert er sich klar. Er selbst habe eine Türkin als Mitarbeiterin im Bundestag. Den AfD-Kreisverband Reutlingen beschreibt er rückblickend als “unorganisierten Haufen”, in dem keine Diskussionen möglich seien. Es gebe null Toleranz für andere Meinungen. Knodel tauchte nicht in Berlin auf Doch nun zu Sieghard Knodel selbst. Nachdem er bei der ersten Sitzung des Bundestags im März 2025 dabei war, tauchte er monatelang nicht mehr auf. Bis Ende Oktober. Das bestätigen die Plenarprotokolle des Deutschen Bundestags. Demnach ist er zunächst unentschuldigt abwesend. Ab Mai wird er als “entschuldigt” aufgeführt. Den Grund für sein Fernbleiben wollte er lange nicht öffentlich machen. Jetzt sagte er: Er hatte einen Burnout. Dem Bundestag habe er ein entsprechendes Attest vorgelegt. Knodel erzählt, dass er seit einem fast tödlichen Unfall 2013 immer wieder massive gesundheitliche Probleme habe. 2024 habe sich alles zugespitzt. Er habe eine große Operation in Reutlingen gehabt. Danach sei er Richtung Burnout geschliddert. Ein Attest werde er weder der Presse noch sonst jemandem vorlegen, sagte er dem SWR. Das gehe nur die Bundestagsverwaltung etwas an.

via swr: Dreist oder tragisch? AfD-Austritt und monatelang nicht im Bundestag: Darum ist Sieghard Knodel abgetaucht

sieeh auch: AfD: Politiker fehlte monatelang im Bundestag – und kassiert trotzdem Er lässt sich selten blicken, hat kein Büro, aber kassiert knapp 17.000 Euro im Monat: Bundestagsabgeordneter Sieghard Knodel. Was steckt hinter dem Phantom-Mandat? Er wurde überraschend gewählt – und erschien dann nicht: Zunächst war Sieghard Knodel für die AfD in den Bundestag eingezogen, dann wurde er wochenlang nicht im Plenum gesehen. Mehr als ein halbes Jahr lang blieb der Bundestagsabgeordnete von der Bildfläche verschwunden. Laut einem aktuellen Bericht wurde Knodel nach seiner Wahl im Herbst 2024 zum Phantom im Parlament. Der Verdacht lag nahe: Kassiert hier ein Abgeordneter Diäten, ohne zu liefern? Fettes Gehalt trotz Fernbleiben: Ex-AfD-Politiker äußert sich Am 5. Mai 2025 trat Sieghard Knodel aus der AfD aus. Nur wenige Tage zuvor hatte der Verfassungsschutz die Partei als “gesichert rechtsextremistisch” eingestuft, derzeit wird die Entscheidung rechtlich angefochten. Für Knodel war das zu diesem Zeitpunkt offenbar zu viel: Einem aktuellen Bericht des SWR zufolge befürchtete er wirtschaftlichen Schaden für sein Familienunternehmen, eine in Baden-Württemberg aktive Firma für Hubarbeitsbühnen. (…) In den Protokollen des Bundestags taucht Knodel nach seiner ersten Sitzung im März 2025 monatelang nicht mehr auf. Erst im Oktober wird seine Abwesenheit dokumentiert. Zunächst unentschuldigt, später mit Attest. Der Grund: Burnout.