AfD schmeißt Lörracher Gemeinderat Birger Bär aus der Partei

Birger Bär fiel als Kopf der Corona-Maßnahmengegner in Lörrach auf. Im Gemeinderat sorgte sein Auftreten zuweilen für Kritik. Am Freitag die Nachricht: Der Apotheker ist nicht länger Parteimitglied. Birger Bär ist nicht mehr Mitglied der AfD. Michael Blos, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der AfD im Landkreis Lörrach, hat am Freitagnachmittag entsprechende Informationen der BZ bestätigt. Er spricht von “Gründen, die zu einer Nichtigkeit der Mitgliedschaft geführt haben.” Zu den konkreten Hintergründen möchte sich Blos nicht äußern; es ginge um Datenschutz und den Schutz der Persönlichkeitsrechte. Wolfgang Koch, Sprecher des Stadtverbands, war am Freitag für die BZ telefonisch nicht erreichbar. Bär ebenfalls nicht. Aber: Dem Vernehmen nach soll Bär seinen Mitgliedsantrag nicht vollständig ausgefüllt haben. Auf der Website der AfD gibt es bereits keine Informationen mehr zu Birger Bär. Er war im Lörracher Kreisverband als Schatzmeister tätig. Zudem war er seit der Gründung des AfD-Stadtverbands in Lörrach dessen stellvertretender Vorsitzender. In den Lörracher Gemeinderat zog Bär bei der Kommunalwahl aber mit seiner eigenen Liste “Bürger für Lörrach” ein.

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PARTEI RESERVIERT PLÄTZE IN BROCKENBAHN DER HSB – AfD auf dem Weg zum Brocken: Demonstranten empfangen Siegmund mit Buhrufen

Die AfD wollte eine Fahrt auf den Brocken als Wahlkampfaktion nutzen – das stößt in Wernigerode auf Protest. Mehr als 60 Demonstranten stellten sich Ulrich Siegmund entgegen. Währenddessen verweist die HSB auf strikte Vorgaben. Lautstarke Buhrufe und Sprechchöre empfangen Ulrich Siegmund am Freitagmorgen, 24. Juli, am Wernigeröder Bahnhof. „Wir wollen keine AfD!“, skandieren Demonstranten, während Sympathisanten den Spitzenkandidaten der als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei mit Umarmungen und Handschlägen begrüßen.

via volksstimme: PARTEI RESERVIERT PLÄTZE IN BROCKENBAHN DER HSB  AfD auf dem Weg zum Brocken: Demonstranten empfangen Siegmund mit Buhrufen

OXFAM, ASB, SPRACHSCHULE – „Bedenken hinsichtlich persönlicher Sicherheit“ – Mieter protestieren gegen möglichen AfD-Einzug

Die Gemeinschaft des Berliner Mietshauses, darunter Oxfam, der ASB und eine Sprachschule, hat sich wegen Bedenken der Sicherheit und des Arbeitsklimas an die Eigentümerin gewandt. Der Bundesverband der Partei selbst dementiert, sich an der Adresse einmieten zu wollen. Berichte über die Nutzung von Büroräumen durch die AfD sorgen in einem Berliner Mietshaus für Unruhe. Der Bundesverband der Partei selbst dementierte, sich an der Adresse am Köllnischen Park 1 einmieten zu wollen. Ein AfD-Sprecher sagte am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd), er könne entsprechende Medienberichte nicht bestätigen. Insbesondere Hilfsorganisationen in dem Gebäude in Berlin-Mitte hatten sich zuvor besorgt gezeigt. Neben der Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland ist dort unter anderem der Berliner Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) ansässig. Auch Büros der Berliner Stadtwerke GmbH und eine Sprachschule befinden sich dort. Über Pläne eines AfD-Einzugs hatten zuvor unter anderem die „Bild“ und die Berliner „taz“ berichtet. Mitglieder der Hausgemeinschaft haben sich nun schriftlich an die Eigentümerin des Gebäudes gewandt und um ein Gespräch gebeten, teilte der ASB-Berlin am Donnerstag auf Anfrage mit. „Uns ist sehr an einer Hausgemeinschaft gelegen, die ein gemeinsames Werteverständnis von Menschenwürde, Demokratie und Vielfalt teilt“, hieß es. Dem ASB zufolge „bestehen Bedenken hinsichtlich der persönlichen Sicherheit im gemeinsam genutzten Gebäude, des Arbeitsklimas sowie möglicher Beeinträchtigungen unserer Arbeit vor Ort“. Die Hilfsorganisation erwarte, dass die Eigentümerin die geäußerten Sicherheitsbedenken ernst nehme und angemessen adressiere. Sorge um Mitarbeiter Auch Oxfam zeigte sich alarmiert: „Wir sind überrascht und besorgt von den Medienberichten, dass Teile der AfD in das Gebäude ziehen sollen, in dem Oxfams Büroräume untergebracht sind“, hieß es in einer Stellungnahme. Oxfam stehe für Menschenrechte und demokratische Werte. Die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei stehe den Werten und Zielen der Organisation entgegen. Oxfam sei daher in Sorge um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „unseren Kiez und unsere freie, demokratische und weltoffene Gesellschaft“.

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Fest mit Neonazis: AfD-Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt soll Verbindung zu verbotener Gruppe haben – #SimonLansmann

Ein 43-jähriger Vertreter der Ultrarrechten aus der Altmark will in den Landtag. Einem Medienbericht zufolge hat er Kontakt zu Vertretern der „Artgemeinschaft“, einer seit 2023 verbotenen Neonazi-Gruppe. Die AfD befindet sich in Umfragen weiter im Höhenflug. In Sachsen-Anhalt werden die Ultrarechten mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund vor den Landtagswahlen am 6. September mit mehr als 40 Prozent als die mit Abstand stärkste politische Kraft ausgewiesen. Im Landtag in Magdeburg könnte es demnach sogar eine AfD-Alleinregierung geben. Einem Medienbericht zufolge hat ein Kandidat der Partei in dem Bundesland Verbindungen zu einer verbotenen Neonazi-Gruppe. Wie der „Spiegel“ schreibt, soll Simon Lansmann im Juni an seinem Anwesen eine völkische Sommersonnenwendefeier abgehalten haben. Die Polizei kontrollierte demnach die Zufahrt zu dem als privat deklarierten Fest und stellte mehrere Gäste fest, die zum Dunstkreis der „Artgemeinschaft“ zählen, die 2023 vom Bundesinnenministerium verboten wurde – wegen ihrer „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“. Wie es in dem Bericht weiter heißt, soll bei der Feier auf dem Hof des AfD-Stadtrats am Abend des 20. Juni in Ipse, unweit von Gardelegen nördlich von Magdeburg, ein völkisches Ritual abgehalten worden sein. Später sei auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Betriebs in der Altmark ein Kampflied der Hitlerjugend (HJ) erklungen. AfD-Kandidat Lansmann bestätigt Treffen Das Fest des 43-Jährigen beschäftigt demnach inzwischen Sicherheitsbehörden mehrerer Bundesländer. Aus Brandenburg soll ein AfD-Mann angereist sein, der früher als Mitglied der Neonazi-Gruppe geführt wurde, aus Nordrhein-Westfalen ein völkischer Aktivist, der wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz im Visier der Ermittler sei, und aus Sachsen-Anhalt eine Szenegröße, die dem Umfeld von Ralf Wohlleben zugerechnet wird, einem Waffenbeschaffer der Neonazi-Terrorzelle NSU. AfD-Kandidat Lansmann bestätigte dem Bericht zufolge das Fest, bestritt aber, dass es sich um ein illegales Treffen gehandelt habe. Über einen Anwalt ließ er demnach mitteilen, es sei zwar „nicht auszuschließen“, dass an jenem Abend ein HJ-Lied gesungen wurde.

via tagesspiegel: Fest mit Neonazis: AfD-Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt soll Verbindung zu verbotener Gruppe haben

siehe auch: AfD-Landtagskandidat soll Ritual mit HJ-Lied abgehalten haben. Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt laut Umfragen bei über 40 Prozent. Ein aussichtsreicher Kandidat für den dortigen Landtag soll einem Bericht zufolge Verbindungen zur verbotenen Gruppe “Artgemeinschaft” haben. Bei einem völkischen Ritual an seinem Anwesen sei auch ein Kampflied der Hitlerjugend erklungen. Simon Lansmann, Landtagskandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, hat nach “Spiegel”-Recherchen im Juni an seinem Anwesen eine völkische Sommersonnenwendefeier abgehalten. Die Polizei kontrollierte die Zufahrt zu dem als privat deklarierten Fest und stellte mehrere Gäste fest, die zum Dunstkreis der “Artgemeinschaft” zählen, einer 2023 vom Bundesinnenministerium verbotenen Neonazigruppe. Dem Magazin zufolge wurde bei der Feier ein völkisches Ritual abgehalten, später erklang ein Kampflied der Hitlerjugend (HJ). Das Fest beschäftigt inzwischen Sicherheitsbehörden mehrerer Bundesländer. Aus Brandenburg soll ein AfD-Mann angereist sein, der früher als Mitglied der “Artgemeinschaft” geführt wurde, aus Nordrhein-Westfalen ein völkischer Aktivist, der wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz im Visier der Ermittler ist.

Kreistagsfraktion in Ravensburg darf nicht mehr AfD heißen

Die bisherige AfD-Fraktion im Ravensburger Kreistag soll nicht mehr unter dem Namen Alternative für Deutschland auftreten. Der Landesvorstand der AfD Baden-Württemberg hat laut Mitteilung beschlossen, der Kreistagsfraktion die Berechtigung zur Verwendung des Parteinamens, der Kurzbezeichnung AfD sowie der Kennzeichen der Partei zu widerrufen. Die Fraktionsführung und die fraktionsinterne Zusammensetzung seien aus Sicht des Landesvorstandes nicht mehr mit den Grundsätzen, Interessen und der politischen Zuordnung der AfD vereinbar, hieß es. (,,,) Der stellvertretende Vorsitzende der siebenköpfigen Fraktion, Walter Schuler, sagte der Deutschen Presse-Agentur, man wolle das intern besprechen und einen Rechtsanwalt zurate ziehen. Unter anderem er selbst und der Vorsitzende der Kreistagsfraktion seien inzwischen aus der Partei ausgetreten. Der Justiziar des Landesverbands, Marc Bernhard, verwies ebenfalls auf die Parteiaustritte. Damit seien die beiden Parteiausschlussverfahren zuvorgekommen, sagte er der dpa. Hintergründe seien unter anderem Aussagen beziehungsweise Vorfälle, die nicht mit den Werten der AfD vereinbar seien – wie das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole.

via zeit: Kreistagsfraktion in Ravensburg darf nicht mehr AfD heißen

Den Pseudo-Patrioten von FPÖ und Identitären geht es um eigene Privilegien

Die Chats zwischen Martin Sellner und einem FPÖ-Politiker zeigen, wie die selbsternannten Kämpfer für sich keine Regeln akzeptieren. Sie nennen sich Patrioten. Die einen wie die anderen. Die einen sind in der rechtsextremen FPÖ, die je nach Bedarf verschiedene Rollen spielt: Jene der staatstragenden Partei oder jene der Kämpferin gegen “Eliten” und angebliche migrantische “Schmarotzer”. Die anderen sind die verfassungsfeindliche Truppe der in die Jahre gekommenen “Identitären”. Männer aus bürgerlichen Kreisen, die sich als Kämpfer gegen Fantasiefeinde in Pose werfen. Teil ihrer imaginierten Verschwörung sind da auch Medien, die ihr Spiel aufdecken. FPÖ und IB eint eine menschenverachtende Ideologie, Rassismus und Machtrausch. Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Menschenwürde sind keine Konzepte, die man in diesen Kreisen findet. Aber da gibt es noch einen anderen Aspekt. Die banale, zutiefst österreichische Haltung: “Der Papa wird’s schon richten”. Oder halt der Bundesbruder aus der Burschenschaft. Oder der blaue Politiker oder FPÖ-Mitarbeiter, mit dem man seit Jahren am Stammtischen auf die “weiße Rasse” und gewaltsame Abschiebungen von Mitbürgern anstößt oder – noch früher – einschlägige Webseiten mit Hasspropaganda befüllte. Regeln nur für andere Bei den nun bekannt gewordenen Chats zwischen dem Arztsohn, Spendensammler und Identitären-Kopf Martin Sellner und dem Schlossherren, Ex-Ministerinnen-Sohn und Herausgeber des rechtsextremen Freilich-Magazins Heinrich Sickl, damals noch FPÖ-Gemeinderat, sieht man, wie diese Regeln, die für alle gelten, nicht akzeptieren. Der von der Rechten selig gesprochene Jörg Haider prangerte gerne die sogenannten “Altparteien” als verbraucht oder korrupt an. Im fahlen Licht lodernder Finanzskandale in den blauen Reihen ist das schlecht gealtert. Auch Sellner, der noch nie einer geregelten Beschäftigung nachging, und Schlossherr Sickl zeigen hier, wie in ihrem Leben ohne Privilegien nichts geht. Die Steuerprüfung steht vor der Tür und man ruft einen “hohen Finanzbeamten” an. Man kennt das: Der Vorwurf von Postenkorruption steht im Raum – und man nominiert einen Bundesbruder, um das zu prüfen; wie zuletzt in Oberösterreich. Die kleinen Leute schauen in so einem System durch die Finger. Erbärmlich Erbärmlich ist es, wie die FPÖ sich ihr Parteiprogramm (Stichwort “Remigration”) von der gewaltbereiten Truppe diktieren lässt. Erbärmlich ist es aber auch, wie sich der Rest der Gesellschaft davon beeindruckt den Diskurs deformieren lässt. Statt Werte wie Mitgefühl und Solidarität zu verteidigen, ließen sich viele politische Mitbewerber lange auf das Spielfeld jener locken, die keine Regeln kennen und sie schon gar nicht einhalten.

via standard: Den Pseudo-Patrioten von FPÖ und Identitären geht es um eigene Privilegien

siehe auch: Weitere brisante Chats der Identitären: Woher sie stammen und welche Politiker vorkommen Die Identitären-Recherchen des STANDARD legen offen, dass IB-Chef Martin Sellner ein breites Netzwerk in die Politik und vor allem zur FPÖ aufgebaut hat, Der STANDARD hat diese Woche in drei Teilen über Analysen, Kommunikationsauswertungen und interne Dokumente der rechtsextremen Identitären Bewegung berichtet. Diese stammen aus unterschiedlichen Quellen.

IWH: AfD-Wahlversprechen nicht finanzierbar

Die AfD in Sachsen-Anhalt lockt im Rennen um den Landtag unter anderem mit Geldgeschenken an Familien. Werden die vielen Versprechen umgesetzt, würde der Landeshaushalt voraussichtlich tiefer in die roten Zahlen rutschen. Echte Maßnahmen zur Gegenfinanzierung sehen Wirtschaftsforscher nicht. Eine komplette Einsparung der Asylkosten kann eine AfD-Landesregierung nicht umsetzen. Das sagt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zur Milliardenlücke. IWH-Präsident Gropp bezeichnet die AfD-Vorschläge als “wahrscheinlich extrem wirtschaftsschädlich”. Die AfD will ab Herbst in Sachsen-Anhalt regieren und zwar möglichst allein. Auf der Jagd nach Wählerstimmen macht die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei daher lukrative Wahlversprechen, insbesondere für Familien. Dazu zählt ein Baby-Begrüßungsgeld von 2.000 Euro – wenn mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt -, monatlich ein Landes-Elterngeld, kostenlose Kita, kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen sowie Zuschüsse für Führerscheine. Dass sich das alles auch finanzieren lässt, ist nach Berechnungen des Leibniz Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) unrealistisch. Das IWH hat im AfD-Wahlprogramm 41 Vorhaben identifiziert, die Kosten verursachen. Aufgrund der Vagheit vieler Vorschläge seien allerdings nur zehn überhaupt grob bezifferbar. Schon diese zehn würden nach Experteneinschätzung fast eine Milliarde Euro kosten – konkret 913 Millionen Euro: und zwar jedes Jahr. (…) Der aktuelle Landeshaushalt hat einen Umfang von 15,6 Milliarden Euro. Und schon jetzt macht Sachsen-Anhalt jährlich rund eine Milliarde Euro Schulden. Ein Umstand, den die AfD eigentlich beenden will. Stattdessen würde das jährliche Defizit aber wohl auf 1,9 Milliarden Euro ansteigen, würde eine mögliche AfD-Regierung ihre Wahlversprechen umsetzen. Denn: Die AfD hat bislang nur wenige Vorschläge zur Gegenfinanzierung gemacht. Eine Komplett-Einsparung der Asylkosten ist unrealistisch, weil die meisten Asylsuchenden einen anerkannten Schutzstatus haben, an dem auch eine AfD-Landesregierung nicht rütteln kann. Zusammen mit Streichungen bei Vereinen und Stiftungen sowie Kürzungen in der Verwaltung würden nach Berechnungen des IWH maximal 200 Millionen Euro eingespart werden

via mdr: IWH: AfD-Wahlversprechen nicht finanzierbar

siehe auch: AfD-Hochburgen würden unter ihrer Politik am stärksten leiden. Im September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD hat gute Chancen, stärkste Kraft zu werden. Doch was würden weniger Europa, weniger Zuwanderung und geringere öffentliche Investitionen für die Menschen bedeuten? Diese Kurzstudie belegt ein AfD-Paradox: Regionen, die überproportional stark für die AfD stimmen, leiden deutlich stärker unter einer AfD-Politik als andere. Obwohl vieles an der Unzufriedenheit der Menschen in starken AfD-Regionen verständlich ist, würden sie sich mit der Wahl der AfD selbst am meisten schaden. Das gilt nirgendwo mehr als in Sachsen-Anhalt. Durch die von der AfD geforderte Politik – den Austritt aus Euro und EU, Abschottung und einen Stopp der Zuwanderung sowie massive staatliche Kürzungen – würden Menschen dort im Durchschnitt jährlich rund 1.600 Euro pro Kopf an Einkommen verlieren; zudem könnten rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Einkommensverluste durch eine AfD-Politik könnten in Sachsen-Anhalt bis zu doppelt so hoch ausfallen wie im Bundesdurchschnitt. Die Gefahr einer Abwärtsspirale ist groß. Unzufriedenheit treibt die Unterstützung für die AfD, was wiederum die Lebenssituation weiter verschlechtert. Eine hoffnungsvolle Perspektive: Gelingt es, neue Zukunftschancen zu schaffen, kann aus der Abwärts- eine Aufwärtsspirale werden. Denn diese Kurzstudie zeigt auch, dass AfD-Wähler*innen, gerade im Osten, auf Veränderungen reagieren. Die deutsche Geschichte belegt es: Die 1990er und 2000er Jahre waren gerade in den ostdeutschen Ländern Jahrzehnte der Stärkung der Demokratie, des wachsenden Wohlstands und sozialer Teilhabe.