In Wiesbaden findet eine Corona-Demo der „Querdenker“ statt. Auch eine AfD-Abgeordnete nimmt teil. Viele Teilnehmer kommen jedoch nicht. Wieder findet eine Demo gegen die Corona*-Maßnahmen in Wiesbaden statt. Die Stadt Wiesbaden hat die Demo zwar erlaubt, aber strenge Auflagen und eine Maskenpflicht verhängt. Zu der Kundgebung in der Landeshauptstadt kommt nur ein Bruchteil der angekündigten Teilnehmer. Update vom Samstag, 12.09.2020, 20.11 Uhr: In der Landeshauptstadt Wiesbaden kamen zu der Protestaktion gegen die staatlichen Corona-Regeln deutlich weniger Teilnehmer, als von den Veranstaltern angemeldet wurden. Die Polizei sprach am Samstag von rund 150 Menschen bei der „Querdenken“-Initiative. Außerdem habe es eine Mahnwache gegen Rechts mit rund 50 Teilnehmern gegeben, sagte ein Sprecher. Ursprünglich war die Protestaktion nach Angaben der Stadt für bis zu 3000 Personen angemeldet gewesen. (…) Bilder, die im Internet kursieren, zeigen jedoch, dass einige Teilnehmer der Corona-Demo gegen die Auflagen verstoßen haben. „Masken? In Wiesbaden gerade nicht. Trotz Auflagen! Dafür AfD-und Reichsbürgergesindel“, schreibt ein Nutzer auf Twitter.
Als „Sklavenmaske“, die „kein echter Patriot” tragen würde, hetzt Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann regelmäßig gegen den Mund-Nasen-Schutz. Jetzt wird er selbst mit einer Maske fotografiert, beim Arzt, völlig korrekt aufgesetzt. Die Echtheit des Fotos bestätigt er offenbar selbst in seinem Telegram-Kanal. Dass Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann kein Freund der Maskenpflicht ist, macht er immer wieder deutlich. So fabulierte der als Vegankoch bekannt gewordene 39-Jährige in der Vergangenheit unter anderem, die Maske sei das „neue Hakenkreuz“, in seinem Telegram-Kanal schrieb er, „keiner der echten Patrioten” trage mehr die Maske. Und auch bei seinen öffentlichen Auftritten hetzt Hildmann regelmäßig gegen den Mund-Nasen-Schutz, an dessen Nutzen in der Corona-Pandemie es von wissenschaftlicher Seite kaum Zweifel gibt. Selbst würde er so ein Ding also nie aufsetzen, richtig? Offenbar doch. Denn am Freitag wird in sozialen Medien ein Foto verbreitet, das Hildmann in einer Arztpraxis zeigen soll. Auf einem Stuhl im Wartebereich sitzend – und mit Maske. Sogar vollkommen korrekt aufgesetzt, Mund und Nase sind komplett bedeckt
siehe auch: Mit Maske erwischt: Attila Hildmann beugt sich dem Kommunismus. Wer ist da Merkels Sklave? Der rechtsextreme Verschwörungsideologe Attila Hildmann verbreitet täglich dutzendfach Lügen und Propaganda in seinem Telegram-Kanal. Besonders über das Tragen von Mund-Nase-Masken hetzt der ehemalige Vegankoch gerne. Masken verringern nicht nur die Ansteckungsgefahr signifikant, sie scheinen auch für einen weniger schlimmen Verlauf von Corona zu sorgen, wenn man sich dennoch ansteckt: Über Masken verbreitet Attila Hildmann wirre Behauptungen und antisemitische Verschwörungsmythen. Die “Sklavenmaske” verwandle einen in einen “Kommunisten” und wenn man sie trägt beuge man sich dem Kommunismus. Es sei ein Zeichen der Sklaverei und der Unterwerfung der Juden, die laut Hildmann unsere Geschicke lenken – natürlich widerlichster Antisemitismus. Heute wurde Attila Hildmann wohl bei einem Arztbesuch fotografiert. Auf dem Fotos sieht man deutlich, dass der rechtsextreme Verschwörungsideologe ordnungsgemäß eine Mund-Nase-Maske trägt. Laut einem Screenshot, den Attila Hildmann in seinem Telegram-Kanal geteilt hat, sei das Foto echt
Im Netz verbreitet sich die Falschbehauptung, die Polizei dürfe unter Gebrauch einer Schusswaffe gegen Quarantäne-Verweigerer vorgehen. Im Internet verbreitet sich ein Ausschnitt eines SWR-Artikels. Darin wurde suggeriert, Polizisten dürften Gebrauch von einer Schusswaffe machen, wenn eine SARS-CoV-2-infizierte Person das Haus verlasse. Das ist falsch. Der SWR hat den Text inzwischen überarbeitet. (…) Obwohl der SWR-Artikel bereits mehrere Monate alt ist, verbreitet sich sein Inhalt aktuell in Sozialen Netzwerken und wird in zahlreichen Blog-Artikeln, zum Beispiel bei Reitschuster.de oder 1984 Magazin. Die Seite Wochenblick aus Österreich schreibt im Titel: „Wenn ein Infizierter das Haus verlässt – Deutscher SWR: Quarantänebrecher erschießen, unschädlich machen“. Die Aussage, wenn sich jemand nicht an die Quarantäne halte, dürfe die Polizei Schusswaffen gebrauchen, ist jedoch nach Recherchen von CORRECTIV falsch. Es stimmt nicht, dass Polizeibeamte schießen dürften, nur weil eine infizierte Person das Haus verlässt. Das wäre nur erlaubt, wenn die Person zum Beispiel Polizisten mit einer Waffe angreift. Der SWR hat den Artikel inzwischen aktualisiert. Die Passage wurde komplett umformuliert. Dort steht nun, dass der Schusswaffengebrauch nur in „absoluten Ausnahmefällen“ vorstellbar sei. Zum Beispiel, wenn die Person selbst „mit Waffengewalt gegen die Polizisten vorginge“.
Im Netz verbreitet sich ein Ausschnitt eines SWR-Artikels, der suggerierte, die #Polizei dürfe auf #Corona-Infizierte schießen, nur weil diese sich nicht an die Quarantäne halten. Das stimmt nicht. Der SWR hat seinen Text inzwischen aktualisiert. https://t.co/GyHtKdS8JU
Seit Monaten gibt es immer wieder Demos gegen die Corona-Auflagen. Gefährlich unterwandert von Rechtsextremisten und Verschwörungsideologen, warnt der NRW-Verfassungsschutz. Die Pandemie und die Proteste gegen Corona-Maßnahmen sind laut NRW-Verfassungsschutz Nährboden für Rechtsextremisten und Verschwörungsideologen. Behördenchef Burkhard Freier warnte in dem Zusammenhang vor einem „Individual-Terrorismus“. Der „Rheinischen Post“ sagte er: „Dieser Personenkreis hat offensichtlich das Gefühl, dass man sie bedroht. Und sie wollen, dass endlich mal einer was gegen die vermeintliche Bedrohung unternimmt.“ Daraus könne ein Individual-Terrorismus entstehen. „Also eine Radikalisierung, ohne in einer realweltlichen Gruppe zu sein.“ Was dem NRW-Verfassungsschutz Sorgen bereite, sei die Verbindung aus Verschwörungsideologen und Rechtsextremisten, sagte eine Behördensprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Verschwörungsnarrative und extremistische Einstellungen bilden eine unheilige Allianz“. Bei rechtsextremistischen Anschlägen der vergangenen Monate von Christchurch bis Hanau war den Attentätern laut Verfassungsschutz eines gemein: „Der feste Glaube an eine allgemeine Verschwörung.“ Die Sprecherin betonte: „Hier besteht die Gefahr, dass durch die krude Ideologie eine Radikalisierung Einzelner ausgelöst wird, die dann auch zu schwersten und auch zu terroristischen Gewalttaten führen kann.“
Ob sich die AfD Mönchengladbach es so vorgestellt hat? Auf einem ihrer Facebook-Posts (s. Foto) wirbt sie mit einem blonden Model. Der Slogan: Leitkultur statt Multi-Kulti. Blöd nur: Bei dem Model handelt es sich offenbar um eine Frau aus der Ukraine, wie der “Express” nun berichtet. Und das passt natürlich irgendwie so gar nicht zum Inhalt der Kampagne… Aufmerksam gemacht hat darauf “Die PARTEI” aus Mönchengladbach. In einem Facebook-Post schreiben sie: “Dafür, dass ihr Vertreter einer schweigenden Mehrheit sein wollt, habt ihr es wohl schwer, normale Menschen für eure Wahlwerbung zu finden. Dann darf man wohl auch mal von der deutschen Leitkultur abweichen und auf günstige Stockfotos von Models aus dem Ausland zurückgreifen.” Die AfD Mönchengladbach postete das Bild mit den Worten: “Echte Integration ist nur möglich, wenn eine starke und selbstbewusste Kultur vorherrscht und das Zusammenleben eben nicht jeden Tag neu ausgehandelt werden muss.” Und weiter: “Wir stehen für ein selbstbewusstes und entspanntes Verhältnis zu unserer Identität. Wir stehen für ein Land, in dem wir selbst bestimmen, wer zu uns kommen darf – und wer nicht.” Der Fotograf des Fotos, der die Aufnahmen über Bildagenturen wie zum Beispiel Shutterstock vertreibt, ist nicht einverstanden mit der Verwendung des Bildes in diesem politischen Zusammenhang. “Das ist definitiv nicht erlaubt. Meine Fotoagentur wird dieser Sache nachgehen müssen”, zitiert ihn der “Express”. Bei Shutterstock sei es laut Lizenzvereinbarung nicht gestattet, visuelle Inhalte “in einem politischen Kontext wie etwa der Förderung von Werbung für oder Unterstützung von Parteien, Kandidaten oder gewählten Amtsinhabern, sowie im Zusammenhang mit politischen Programmen oder Meinungen” zu verwenden.
siehe auch: Beim Foto versagt AfD macht bei Wahlwerbung peinlichen Fehler, Leute lachen sich tot. AfD-Wahlplakat zur Kommunahlwahl in NRW am 13. September 2020: Für ihre Plakate und Visuals nutzt die Partei regelmäßig Stockfotos. Bei einem aktuellen Facebook-Post sorgte sie deshalb für reichlich Lacher. (…) „Leitkultur statt Multi-Kulti“ ist auf einem Visual zu sehen, das die AfD auf ihrer Facebook-Seite teilte. Über der Botschaft winkt eine hübsche, blonde junge Frau mit einem Deutschland-Fähnchen und lächelt in die Kamera. Genauso scheint sich die Partei eben eine junge, gut aussehende Deutsche vorzustellen, die ihr Kreuz bei der AfD macht. Dumm nur, dass die Frau auf dem Bild keine Deutsche ist. Und der Fotograf, der das Model abgelichtet hat, die rechtspopulistischen Ziele der Partei nicht unterstützt. Die hübsche Blondine mit der Deutschland-Flagge stammt nämlich aus der Ukraine, wie EXPRESS herausgefunden hat. Weil die AfD offenbar keine eigene Protagonistin für das Motiv nehmen wollte oder konnte, griff die Partei auf ein sogenanntes Stockfoto zurück.
archibe is USXPL – ukrainisch.deutsche Leitkulut
Ukraine, Frauen, AfD – wir möchten da doch kurz an Gunnar Linnemann erinnern:
Ein AfD-„Frauenrechtler“ über „preiswerte Frauen“ in der Ukraine (2018). Vergangenes Wochenende rief eine AfD-Politikerin zu einem „Frauenmarsch“ zum Kanzleramt auf. Laut Medienberichten kamen wohl rund 500 Menschen zusammen, darunter vereinzelt auch Frauen (sic!). Unter den vielen männlichen „Frauenrechtlern“ war auch der AfD-Politiker Gunnar Lindemann, dem sonst scheinbar an Frauen eher wichtig zu sein scheint, dass sie billig und willig sind.
Ein Kind kollabiert im Schulbus und stirbt. Nur wenige Stunden später fordert eine AfD-Abgeordnete deshalb die Abschaffung der Maskenpflicht. Selbst Parteikollegen sind empört. Nach dem Tod einer 13-Jährigen gibt es Entsetzen über Versuche, den Fall zu instrumentalisieren. Das Mädchen war in der Pfalz auf dem Heimweg im Schulbus kollabiert und im Krankenhaus gestorben. Zur Todesursache haben die Behörden keine gesicherten Erkenntnisse. Trotzdem postete die Berliner AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkelmann auf Facebook ein Foto eines Kindes mit dem Text “Erstes Todesopfer durch Maske?” und forderte: “Schluss mit dem Irrsinn”. Mediziner halten es jedoch für extrem unwahrscheinlich, dass Maskentragen zum Tod führen kann. (…) “Maskenverweigerer, Verschwörungsfanatiker und andere Querdenker würden es nur zu gern sehen, dass das Tragen der Maske ein Grund dafür war, dass eine 13-Jährige sterben musste. Diese Menschen und diejenigen, die deren Argumente online teilen, haben keinen Anstand.” (…) Zur Ursache wird die Obduktion wohl Antworten ergeben. Sie ist vorgeschrieben, wenn es nach der Leichenschau keine Erklärung gibt. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe lässt sie durchführen. Karlsruhe ist zunächst zuständig, weil der Tod dort in einer Klinik festgestellt wurde. Ergebnisse könnte es in der nächsten Woche geben. (…) Zum konkreten Fall wollen sich Mediziner ohne detaillierte Kenntnis zum Fall und zu einer möglichen Krankheitsgeschichte nicht äußern. Die allgemeine Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) ist aber eindeutig: “Dass ein Mensch aufgrund des Tragens einer Maske lebensbedrohliche Symptome entwickelt, ist sehr unwahrscheinlich“, sagte DGP-Präsident Michael Pfeifer zu t-online. Der Lungenspezialist weiter: “Auf Basis des aktuellen Wissensstands ist das Tragen von Masken völlig unbedenklich.” Im Juni kam eine im Fachblatt “The Lancet” erschienene Analyse der Studienlage zum Ergebnis, dass der Mund-Nase-Schutz auch eine relevante Schutzwirkung hat. Ein Risiko sehen Experten darin, dass Stoffmasken bei falschem Gebrauch zu einem Nährboden für Krankheitserreger werden können.
Facebook and Twitter say they are fighting the spread of conspiracy theories linked to QAnon. In the Balkans, the movement is just getting started. Adis Valjevac says he and his colleagues are fighting “for the ordinary man”, seeking people who think for themselves and, deep inside, “feel that something is wrong on a global scale.” The US Federal Bureau of Investigation, however, says the original movement Valjevac claims to represent is a domestic terrorist threat. Less than three years since QAnon surfaced on the toxic message board 4chan, the conspiracy theory phenomenon has reached the Balkans, and Valjevac is one of its flag-bearers in Bosnia and Hercegovina. Created in May with Valjevac as one of its administrators, Q-ANON Bosna i Hercegovina has some 460 followers and posts roughly 10 times per day, making it a minor player in a major movement. QAnon Balkan boasts more than 8,500 members, QAnon Srbija [Serbia] has 2,700 and QAnon Hrvatska [Croatia] nearly 7,800. Some of the more popular QAnon pages on Facebook have more than 100,000 followers each. Numbers, however, are not everything. “You don’t need a large group of people for organisation and demonstration,” said Kevin Grisham, assistant director of the Centre for Research on Hate and Extremism at the California State University in San Bernardino. “Even if 20, 30, 40 or 50 people feel motivated to do something that is already a considerable power. In the times of virtual activism even a small number of people can have a significant power,” he told BIRN. “The best example is QAnon, which started as a small group, but now acts globally. The current number of conspiracy theory movements is not so alarming as is the speed at which the number of members, sympathisers and supporters grows.”