Canadian neo-Nazi (Matthew Althorpe) was ‘man behind the curtain’ of global terror attacks, Crown says, calling for 20-year sentence – #atomwaffendivision #awd #terror

Niagara man Matthew Althorpe “unleashed something that cannot be stopped,” a prosecutor told the judge By Jacques Gallant Courts and Justice Reporter Toronto Star While a Niagara region man may now be remorseful for producing recruitment videos for a neo-Nazi terrorist group and writing racist manifestos that inspired attacks around the world, the deadly consequences of his actions will live on for years, a Toronto judge was told Tuesday. Matthew Althorpe “remains a danger to the public,” federal prosecutor Amber Pashuk told Superior Court Justice Jane Kelly during a sentencing hearing, asking that the 30-year-old man be sent to prison for 20 years. The defence, which will present its sentencing arguments in January, is asking for a sentence of 12 to 14 years. Althorpe pleaded guilty in October to facilitating terrorist activity, instructing a person to carry out terrorist activity, and willfully promoting hatred against identifiable groups, as he admitted to making videos for the since-disbanded Atomwaffen Division, an international neo-Nazi group listed as a terrorist entity by several countries, including Canada in 2021. He also wrote racist and violent manifestos that still exist online today, and have been cited by people who committed acts of terrorism, including an attacker who killed two people in a shooting outside a Slovakian gay bar in 2022, and a teenager who stabbed five people near a mosque in Turkey in 2024. “Althorpe is the man behind the curtain,” Pashuk said. These were not just some “ill-conceived and regretted social media posts,” the Crown said. Rather, Althorpe’s writings represent a “continuous, deep-rooted and decade-long commitment of advancing an extraordinarily violent” white supremacist ideology. Had he not pleaded guilty, Pashuk said the Crown would have asked for a life sentence.

via reddit: Canadian neo-Nazi (Matthew Althorpe) was ‘man behind the curtain’ of global terror attacks, Crown says, calling for 20-year sentence

Feminismus von Rechts? Über die Masche von #Lukreta – #noIB

Unter feministischem Deckmantel: Wie die identitäre Frauengruppe Lukreta Frauenrechte für völkische Agenda und rechte Mobilisierung nutzt. (…) Sie hebt hervor: „Eins bleibt klar, wir sind Mädchen, Frauen und Mütter und wir lassen uns unsere naturgegebene Identität und unseren Stolz nicht durch geisteskranke und bösartige Ideologien von Feminismus und Wokeness nehmen.“ Tosender Beifall. Von mehrheitlich rechten Männern. Die oben zitierten Worte stammen von Julia Gehrckens, die als 3. Beisitzerin für die „Generation Deutschland“ gewählt wurde. Instagram 2025. Eine andere junge Frau spricht in einem Video von einer Gruppenvergewaltigung in Heinsberg. Die Angeklagten sind Geflüchtete aus Syrien. Sie fragt, was das Problem sein könnte. Das Wort Syrer wird oben rechts im Video eingeblendet. Dann fragt sie: „Oder vielleicht Menschen mit Autos?“ Diesmal wird ein Auto eingeblendet und am Steuer ein Emoji von einem Mann of Colour. Das Video stammt von einer Aktivistin, die sich „Isi“ nennt. Sie nutzt die sozialen Netzwerke, um ihre rechten und traditionellen „Werte“ zu verbreiten. Sie stellt rassistisch einen Zusammenhang von der Deliktart mit einer ganzen Bevölkerungsgruppe her, obwohl das kriminologisch gesehen unhaltbar ist. Die beiden Frauen eint ihre Mitgliedschaft bei Lukreta, einer extrem rechten Frauengruppe. Was ist das für eine Organisation, die nun in herausgehobener Funktion im Vorstand der AfD-Jugendorganisation vertreten ist? Und wer steckt genau dahinter? (…) Laut eigenen Angaben ist die Astronomin Caroline Lucretia Herschel ihre Namenspatronin. Sie sei schließlich keine Quotenfrau gewesen. Doch laut der Professorin für Politik und Geschlechterverhältnisse Annette Henninger könne Lukreta auch nach der antiken Figur Lucretia benannt worden sein. Diese rächte sich angeblich für eine Vergewaltigung. Reinhild Boßdorf, Tochter der AfD-Europaabgeordneten Irmhild Boßdorf, gründete 2019 die Frauengruppe Lukreta. Zuvor war sie in der Identitären Bewegung (IB) und bei der Jungen Alternative (JA) aktiv. Sie nutze ihre Kontakte in diesen Kreisen, um mehr Mitstreiterinnen zu finden. Unterstützung erhielt sie von der AfDlerin Manuela Pluta und der JAlerin Mary Khan. Lukreta gilt als Nachfolgeorganisation der Frauengruppierung 120Db der IB und gehört somit zum Vorfeld-Netzwerk. Laut Recherchen von Correctiv initiierte Boßdorf die Kampagne „Frauen wehrt Euch – 120 Dezibel“. Die Kampagne war ein als rechter MeToo inszenierter Aufschrei gegen sexualisierte Gewalt aufgrund der „Massenmigration“. Doch Männer aus der IB stampften sie ein. Danach gründete Boßdorf Lukreta. Es handelt sich keineswegs um eine große Organisation, sondern eher um einen eingeschworenen Zirkel von deutlich rechtsextremen Aktivistinnen aus dem IB-Spektrum. Die Gruppe war auch auf dem Marsch des Lebens in Berlin im Oktober. Ethnosexismus Henninger sieht in der Kampagne 120 Dezibel ein Paradebeispiel für Ethnosexismus. Kulturwissenschaftlerin Gabriele Dietze kategorisiert mit diesem Begriff eine spezifische Form des Sexismus. Henninger und Leidinger beschreiben Ethnosexismus als eine Verschränkung von Rassismus und Sexismus. Dabei werde beispielsweise sexualisierte Gewalt ethnisch oder religiös „Anderen“ zugeschrieben. Die eigene Gesellschaft sei danach bereits gleichberechtigt. Dadurch werde Sexismus externalisiert und rassistische Positionen legitimiert. Diese Argumentationsweise nutzen viele Rechte. Leidinger betont, dass es feministisch sei, über sexualisierte Gewalt öffentlich zu sprechen. Allerdings habe die feministische Bewegung historisch Gewalt im sozialen Nahraum skandalisiert. Lukreta hingegen schaut, „wenn die Gruppe nicht gerade über Morde an Frauen durch migrantifizierte oder PoC-(Ex)-Partner spricht, exklusiv auf den sogenannten ‚fremden‘ Täter im öffentlichen Raum.“

via taz: Feminismus von Rechts? Über die Masche von Lukreta

Von wegen Missverständnis: So extrem waren Xavier Naidoos Äußerungen wirklich

Viele Fans des Sängers glauben, er sei in der Vergangenheit vielleicht missinterpretiert worden – dabei waren sein Judenhass, seine Reichsbürger-Fantasien und Verschwörungslügen unmissverständlich. Xavier Naidoos politische Meinung finde er gut, sagt ein Konzertbesucher. Was der Sänger während der Corona-Zeit von sich gegeben habe, stimme doch. Eine Frau lobt, Naidoo sei auch zuvor schon „wach“ gewesen. Er habe beispielsweise früh erkannt, welche Form die Erde in Wirklichkeit besitze. Und im Herzen sei er heute „auf jeden Fall“ noch ganz der Alte. Die Aussagen stammen aus einem Video, das aktuell auf Telegram kursiert. Der rechtsextreme Aktivist Matthäus Westfal feiert darin das Comebackkonzert Naidoos in Köln und lässt Besucher in der Warteschlange vor der Arena zu Wort kommen. Manche freuen sich, Naidoo sei „hart geblieben“, oder beklagen, den Deutschen sei die Meinungsfreiheit genommen worden. Hat sich Naidoo bloß missverständlich geäußert? Für welche Aussagen Naidoo genau in der Kritik stand, erfährt man nicht. Genau dies blieb auch in vielen seriösen Presseberichten unerwähnt, die sich mit dem Comeback des Sängers beschäftigten. Vage war etwa von „Antisemitismusvorwürfen“ die Rede. Als Leser bekam man leicht den Eindruck, es handle sich um einzelne, womöglich missverständlich formulierte Aussagen des Sängers. Dieser Eindruck ist grundfalsch. Die Aussagen, die Naidoo tätigte, waren so explizit, niederträchtig und zahlreich, dass niemand ernsthaft behaupten kann, es habe sich um ein Versehen gehandelt. Sie glauben kein Stück, dass Naidoo mit ihnen gebrochen hat. Experte Josef Holnburger über Xavier Naidoos extremistische Wegbegleiter Besonders drastisch fielen die hasserfüllten Thesen über Juden aus. Naidoo verbreitete ein Video mit der Aussage, der Holocaust sei eine „gelungene historische Fiktion“. Er verbreitete die antisemitische Hetzschrift „Die Protokolle der Weisen von Zion“ inklusive des Hinweises, das Buch sei eines der „wichtigsten Dokumente der Menschheitsgeschichte“.  Den Zentralrat der Juden beschimpfte Naidoo als „Zentralrat der Lügen“. Er behauptete, es gäbe keine Semiten im Zentralrat. Er schrieb: „Die sogenannten ,Juden’ sind die eigentlichen Antisemiten.“ Oder auch: „Wenn Ihr Juden seid, bin ich Koreaner.“ Naidoo behauptete, Jerusalem sei eine Fälschung, und beleidigte den Talmud. Ein anderes Mal verbreitete der Sänger eine Botschaft, in der von „Judengesindel“ die Rede ist. Er schrieb Sätze wie „Ich kann den sogenannten Juden nichts mehr glauben“ und „Ziemlich viele Juden in diesen Kinderschänder-Dreck verwickelt“. (…) In Interviews und Social-Media-Postings ließ Naidoo keine Zweifel daran, wo er politisch stand. Unter anderem verbreitete der Sänger die Behauptung, in der Bundesrepublik herrsche ein „krankes und faschistisches System“, ein anderes Mal sprach er über Pläne „zur Vernichtung der Deutschen und Deutschlands“. Die „Black Lives Matter“-Bewegung nannte Naidoo „absolut verachtungswürdig“. Dafür lobte Xavier Naidoo den mehrfach verurteilten Reichsbürger Rüdiger Hoffmann, bezeichnete ihn öffentlich als „wahren Helden“. Bei Hoffmann handelt es sich um einen ehemaligen NPD-Kader, der wegen versuchten Mordes mehrere Jahre im Gefängnis saß. Als der Antisemit Attila Hildmann nach monatelanger Hetze in die Türkei floh, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, lobte Naidoo ihn als einen „Bruder im Geiste“. Er finde es „einfach klasse, was Attila bisher geleistet hat“. Er hoffe, Hildmann bald in seine Arme schließen zu können.

via tagesspiegel: Von wegen Missverständnis: So extrem waren Xavier Naidoos Äußerungen wirklich

Elon Musk’s Anti-Woke Wikipedia Is Calling Hitler “The Führer”

The anti-woke Wikipedia alternative aims to create a parallel version of the truth for the right wing. IN LATE OCTOBER, Elon Musk released a Wikipedia alternative, with pages written by his AI chatbot Grok. Unlike its nearly quarter-century-old namesake, Musk said Grokipedia would strip out the “woke” from Wikipedia, which he previously described as an “extension of legacy media propaganda.” But while Musk’s Grokipedia, in his eyes, is propaganda-free, it seems to have a proclivity toward right-wing hagiography. Take Grokipedia’s entry on Adolf Hitler. Until earlier this month, the entry read, “Adolf Hitler was the Austrian-born Führer of Germany from 1933 to 1945.” That phrase has been edited to “Adolf Hitler was an Austrian-born German politician and dictator,” but Grok still refers to Hitler by his honorific one clause later, writing that Hitler served as “Führer und Reichskanzler from August 1934 until his suicide in 1945.” NBC News also pointed out that the page on Hitler goes on for some 13,000 words before the first mention of the Holocaust. This isn’t the first time Grok has praised Hitler. Earlier this year, X users posted screenshots of the AI chatbot saying the Nazi leader could help combat “anti-white hate,” echoing his maker’s statements about debunked claims of a “white genocide” in South Africa. (When confronted about his chatbot’s “MechaHitler” turn earlier this year, he said users “manipulated” it into praising the Nazi leader). Grokipedia isn’t exactly Stormfront, the neo-Nazi site known for spewing outright bigotry or Holocaust denial, but it does cite the white supremacist blog at least 42 times, according to recently published data by researcher Hal Triedman. Instead, the AI-generated Wikipedia alternative subtly advances far-right narratives by mimicking the authority of Wikipedia while reframing extremist positions, casting suspicion on democratic institutions, and elevating fringe or conspiratorial sources. LK Seiling, an AI researcher at the Weizenbaum Institute, describes Grokipedia as “cloaking misinformation.”

via the intercept: Elon Musk’s Anti-Woke Wikipedia Is Calling Hitler “The Führer”

Deepfake image creation tools found across search engines and social media

A recent study by ISD, covered by 404 Media, found that searches on Google, Yahoo and Bing for terms like “deepnude,” “nudify,” and “undress app” led users straight to tools for creating non-consensual sexually explicit images (SIIA) within the first 20 results. The research examined 31 websites offering these tools, which together drew over 21 million monthly visits. Social media platforms—including X, Reddit, Bluesky, YouTube, Tumblr, Instagram and Facebook—were found to host 410,592 mentions of these tools and websites, with X accounting for more than 70% of the activity, over a five-year period. Much of the activity was from bots. “A large volume of traffic appeared to be inorganic, based on the repetitive style of the usernames, the uniformity of posts, and the uniformity of profile pictures,” co-author Anne Craanen told 404 Media. “Nevertheless, this activity remains concerning, as its volume is likely to attract new users to these tools, which can be employed for activities that are illegal in several contexts.”

via isd: Deepfake image creation tools found across search engines and social media

siehe auch: The ecosystem of nonconsensual intimate deepfake tools online. This Dispatch explores an ecosystem of users on adult discussion forums, search engines, 4chan and X (formerly Twitter) which promotes and sells access to tools for creating “deepfakes”—sexualised or explicit images overwhelmingly of women and, increasingly, minors. Synthetic intimate image abuse (SIIA) has received years of media attention and public outcry, but sites promoting these tools continue to receive millions of monthly visits.   Tackling this issue on a larger scale than individual posts, tools and users is necessary for an ecosystem which maintains massive and enduring reach despite moderation efforts. Rather, this Dispatch envisions an approach that considers the life cycle of SIIA media, aiming to mitigate harm not after it is distributed, but at the point when tools to create it are first sought. Understanding the accessibility of SIIA-creation tools is key to effectively limiting widespread and high-impact harms.   As of May, our analysis found 31 active SIIA tools easily discoverable on X, 4chan and common search engines. These tools can create realistic, explicit deepfakes from a single photo with the potential for social exclusion, job discrimination, and debilitating emotional stress for victims–especially those in public positions—and in some cases has led to death by suicide. Even when tools are removed, new versions are quickly uploaded (often trading off the notoriety of now defunct products).   This Dispatch concludes with an analysis of proposed European and North American policies to combat SIIA tools. It recommends greater content-removal efforts on large platforms such as X and 4chan, and the removal of websites which host SIIA tools from search results. It also considers the banning of nudification apps in the first place.

Debatte um Anonymität im Netz – Justizministerin Hubig lehnt Klarnamenpflicht im Internet ab

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) sieht keine Notwendigkeit für eine Klarnamenpflicht im Internet. Anonymität müsse möglich sein, gleichzeitig müssten aber Straftaten auch online konsequent verfolgt werden. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich gegen eine Klarnamenpflicht im Internet ausgesprochen. „Eine staatlich verordnete Klarnamenpflicht im Internet lehne ich ab. Wer eigene Meinungen oder Erfahrungen anonym oder unter Pseudonym äußern möchte, ist dafür keine Rechenschaft schuldig“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Zuvor hatten sich unter anderem Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, in der Zeitung für eine solche Pflicht ausgesprochen. Dafür wären Änderungen auf Bundesebene nötig. Bei Straftaten sieht die Ministerin Grenzen Hubig ergänzte, das „berechtigte Interesse an dauerhafter Anonymität“ ende jedoch dort, „wo Straftaten begangen werden“. „Auch im digitalen Raum hat die Meinungsfreiheit Grenzen“, sagte Hubig. Es sei deshalb wichtig, „dass kriminelle Äußerungen im Internet verfolgt werden und Täter zur Rechenschaft gezogen werden können.“ Dafür brauche es aber keine Klarnamenpflicht. Wenn die Identität von Straftätern im Nachhinein ermittelt werden könne, sei das ausreichend.

via rnd: Debatte um Anonymität im Netz Justizministerin Hubig lehnt Klarnamenpflicht im Internet ab

siehe auch: Klarnamenpflicht:  Wir alle brauchen anonyme Orte im Netz Die Forderung nach einer Klarnamenpflicht im Netz hat wieder Konjunktur. Dabei ist sie brandgefährlich für gleich mehrere Grundrechte. In einer Demokratie brauchen wir Orte, an denen wir wirklich frei kommunizieren können. Ein Kommentar. Nach dem Amoklauf von Graz wird in Österreich über eine Ausweispflicht im Netz diskutiert und die CDU in Schleswig-Holstein hat gerade gegen Hass und Hetze eine Klarnamenpflicht in sozialen Medien gefordert. Die Idee hinter der Forderung ist die Annahme, dass Menschen „mit offenem Visier“ weniger gewaltsam kommunizieren würden. Dafür gibt es jedoch wenig Belege, im Gegenteil hetzen Rassisten ganz offen. Eine Klarnamenpflicht im Internet oder in sozialen Medien ist keine gute Idee. Nicht nur das: Sie gefährdet die Pressefreiheit, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Kunst, die informationelle Selbstbestimmung und die Religionsfreiheit. Und sie gefährdet insbesondere Minderheiten und verletzliche Gruppen. Anonymität und Pseudonymität sind notwendig für freie, demokratische Diskurse. Die Anonymität im Netz ist durch Ausweispflicht bei SIM-Karten oder durch IP-Speicherung schon heute stark eingeschränkt. Wer Anonymität und Pseudonymität im Netz weiter angreift, sägt an einem Grundpfeiler der Demokratie. (…) Eine Klarnamenpflicht ist schon in der Demokratie brandgefährlich, in den Händen von Autoritären ist sie ein mächtiges Instrument der Unterdrückung. Nicht umsonst gibt es solche Pflichten in China und Russland. Klarnamenpflicht ist eines der mächtigsten Werkzeuge, um Meinungsfreiheit zu bekämpfen, Menschen einzuschüchtern und Informationen zu kontrollieren. Selbst wenn eine Demokratie gerade nicht bedroht ist, sollte sie ein solches Werkzeug nicht einführen. Und gerade wenn eine Demokratie – wie unsere – ernsthaft bedroht ist, dann sollte sie alles daran setzen, dieses Werkzeug nicht auch noch freiwillig jenen zu überlassen, die gerade die Macht an sich reißen wollen.

Rassismus im Netz: Ausländischer Auszubildender sucht Gastfamilie in Falkensee und erfährt Hass

Adem Ammar aus Tunesien möchte eine Pflegeausbildung in Falkensee beginnen und sucht dafür auf Facebook nach einer Gastfamilie. Neben vielen positiven Kommentaren sieht sich der 22-Jährige auch mit Rassismus konfrontiert. (…) dem Ammar hat viele Zukunftsträume; einer davon führt ihn nach Deutschland. Nachdem der 22-jährige Tunesier einen Deutsch-Intensiv-Kurs absolviert, sein Abitur in den Fachbereichen Wirtschaft und Management gemacht und zwei Jahre studiert hat, möchte er im Frühjahr 2026 nach Falkensee kommen. Dort hat er einen Ausbildungsplatz im Pflegewohnstift sicher. (…) Kurzerhand startete der junge Mann aus der Kleinstadt Zaghouan einen Suchaufruf in verschiedenen Facebook-Gruppen für Falkensee. Knapp zwei Wochen hätte es gedauert, dann war seine Suche nach einer Gastfamilie erfolgreich. Doch zuvor musste sich der 22-Jährige mit zahlreichen Hasskommentaren im Internet herumschlagen. Denn nicht nur Glücks- und Erfolgswünsche erreichten den Tunesier, darunter Sätze wie „Toll, dass Sie hier eine Ausbildung starten möchten. Wir brauchen ganz dringend gute Pflegekräfte.“ Dazu reihten sich unter seinem Facebook-Post zahlreiche rassistische Äußerungen, unverblümt, mit Klarnamen und Foto der Personen: „Nein danke, wir brauchen dich nicht hier, bleib in deinem Land und unterstütze dein Volk“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Andere unterstellen Adem Ammar, dass es ihm lediglich um ein Visum ginge. Dabei sucht der 22-Jährige bevorzugt nach einer Gastfamilie, um die Sprache und Kultur besser kennenlernen zu können, wie er sagt. Außerdem sei es schwierig, von Tunesien aus eine eigene Wohnung zu finden.

via maz online: Rassismus im Netz: Ausländischer Auszubildender sucht Gastfamilie in Falkensee und erfährt Hass