Wenn sogar die “Parodie” ein Fake ist – X muss Böh­m­er­mann-“Parodie”-Account löschen

X hat den Account trotz mehrfacher Meldung durch Jan Böhmermann nicht gelöscht. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt Nur weil “Parody” im Namen eines X-Accounts steht, ist es nicht auch eine. Nach einem Beschluss des LG Köln muss X einen Account löschen, der den Eindruck erweckte, von Jan Böhmermann betrieben zu werden. Jan Böhmermanns Job ist Parodie. Umso verwirrender wird es, wenn man auf eine Parodie seiner Person stößt, die den Eindruck erweckt, es sei Böhmermann selbst, der dort schreibe. Klar ist jedenfalls: Ein Fake-Account auf dem Netzwerk X, der Jan Böhmermann parodieren soll, muss gesperrt werden. Das hat das Landgericht (LG) Köln entschieden und eine einstweilige Verfügung erlassen, sie liegt LTO vor (Beschl. v. 28.01.2025, Az. 28 O 30/26).  Konkret geht es um einen Account namens “Jan Boehmermann (Parody) ZDF Neo Royale”, der zum Profil von @JanBoehm1981 gehört. Der echte Jan Böhmermann hat ein Profil unter dem Namen “@JanBoehm” auf X, nutzt es aber seit der Übernahme von X durch Elon Musk bewusst nicht mehr wie zuvor. Sein Profil dort hat er mit entsprechenden Hinweisen versehen.  Der in Frage stehende Account des “falschen” Böhmermann wurde von X durch einen “blauen Haken” verifiziert und zählte laut Verfügungsantrag Ende Januar ungefähr 6.000 Follower und mehr als 29.000 Posts – also sehr viele. (…) Das Wort “Parody” im Account sei eine bloße Schutzbehauptung. Es gehe darum “unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit (…) auf meine Kosten und unter Missachtung meiner Persönlichkeitsrechte Wut und Hass auf mich und meine unterstellten politischen Ansichten auszulösen.”, so Böhmermann weiter. Die Masche des Fake-Accounts: Vermeintliche Kritik an rechten Inhalten äußern, diese dabei aber zu reposten und dadurch tatsächlich mehr Reichweite zu verschaffen. Den Lesern wird damit zugleich fälschlich suggeriert, dass Böhmermann rechtsgerichtete Portale wie etwa Nius überhaupt lesen würde. (…) Mehrfach meldete Böhmermann den Fake-Account über verschiedene auf X vorgesehene Meldewege, doch der Account blieb. Entsprechend stellte Böhmermann, vertreten vom auf Hatespeech- und Social-Media-Fragen spezialisierten Rechtsanwalt Chan-jo Jun von JUN Legal, einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen X.  Der begründete sein Vorgehen mit verschiedenen Argumenten. Der Account sei nicht als Parodie-Account erkennbar, auch fehle es an der notwendigen künstlerischen Auseinandersetzung mit Böhmermanns Wirken und damit auch an überwiegenden Veröffentlichungsinteressen.  Das LG Köln gab dem Unterlassungsantrag statt. Es sieht in dem Fake-Profil eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz (GG)) und des Namensrechts von Jan Böhmermann (§ 12 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)). Es untersagte X, den Account zu veröffentlichen, zu verbreiten oder sonst öffentlich zugänglich zu machen.  In der Beschlussbegründung musste sich das LG Köln damit auseinandersetzen, wann und wie auf Social Media Parodie-/Satire-Accounts betrieben werden dürfen und wie damit umzugehen ist, wenn ein Account vorgibt, eine Parodie zu sein. Eine erste Hürde, die für die Zulässigkeit zu überspringen ist, ist die Erkennbarkeit der Parodie. Nur wenn klar ist, dass nicht wirklich die prominente Person hinter dem Account steht, stellt sich die Folgefrage, ob nicht gleichwohl eine Persönlichkeitsrechtsverletzung und Namensrechtsverletzung vorliegt oder umgekehrt die Meinungs- und Kunstfreiheit für die Zulässigkeit spricht. X-Vorgaben zu Parodien gebrochen Im konkreten Fall stellten die Richter fest, dass der Account sogar gegen die Vorgaben für Parodie-Accounts verstoße, die X selbst in seinen Richtlinien festlegt. Denn ja: Es gibt Vorgaben, bei deren Einhaltung man durchaus Parodie-Accounts aufziehen und betreiben kann. Maßgeblich dabei ist die Erkennbarkeit für die Nutzer, denn ein sogenannter “Identitätsdiebstahl” ist gerade nicht erlaubt. Man darf sich nicht als andere Person ausgeben, um andere zu täuschen. Ein sogenannter “Parodie-, Kommentar- und Fan-Account (PCF)” ist nur zulässig, wenn er der Diskussion, Satire oder dem Informationsaustausch dient, so regeln es die Nutzungsbedingungen. Als formale Anforderungen müssen derartige Accounts mehrere Voraussetzungen kumulativ erfüllen, so muss etwa der Begriff der Parodie am Anfang des Account-Namens geführt werden, beim Account in diesem Fall stand der Begriff “Parody” aber erst am Ende und dann in der Mitte, jedoch nie am Anfang.   “Parody” im Namen besonders verwirrend Da noch nicht einmal die Voraussetzungen von X zur Kennzeichnung von Parodie-Accounts erfüllt wurden, besteht für die Nutzer laut LG auch keine Veranlassung anzunehmen, dass es sich bei dem Profil um eine Parodie handelt. Schon daher wurde die Erkennbarkeit verneint.

via lto: Wenn sogar die “Parodie” ein Fake ist X muss Böh­m­er­mann-“Parodie”-Account löschen

FBI-Informant als Holocaust-Leugner enttarnt

Charles Johnson hatte 2020 behauptet, Epstein sei ein Mossad-Agent gewesen. Die letzte Tranche von Dokumenten des US-Ministeriums zu Jeffrey Epstein enthält explosive Behauptungen einer anonymen Quelle FBI aus dem Jahr 2020. Demnach sei der 2019 verstorbene Sexualverbrecher ein Mossad-Agent gewesen. Recherchen der Medien-Plattform «Semafor» ergeben nun, dass es sich bei dem FBI-Informanten um Charles Johnson handelt. Dieser ist auf Social Media als ultrarechter Provokateur und Holocaustleugner aktiv. Johnson wurde zudem als Betrüger verurteilt.  Aber war auch vor 2010 als Assistent von Alan Dershowitz tätig, der seinerzeit Anwalt Epsteins war und für diesen ein nach allgemeinem Dafürhalten sehr günstiges Schuldabkommen von 18 Monaten Haft in den ersten Missbrauchsklagen in Florida ausgehandelt hat. Dershowitz hat nun erklärt, bei dem FBI-Informanten handele es sich um Johnson. 2020 hatte Johnson dem FBI erklärt, die Informationen basierten auf seiner Beschäftigung bei Dershowitz und er sei Zeuge von Kommunikationen des damaligen Harvard-Professors und Staranwalts mit dem israelischen Geheimdienst gewesen. Dies habe ihn davon überzeugt, dass Epstein ein Mossad-Agent war. Epstein sei zudem unter Leitung des ehemaligen Premierminister und IDF-Generalstabschefs Ehud Barak zum Spion ausgebildet worden. Daneben erklärte Johnson damals, die Chabad-Bewegung tue «alles, um die Präsidentschaft Trumps zu vereinnahmen». Trump sei von Israel kompromittiert, Dershowitz sei selbst ein Mossad-Agent und zudem seien im Zusammenhang mit Dershowitz und Epstein Ermittlungen gegen die Familie von Jared Kushner geboten.

via tachles: FBI-Informant als Holocaust-Leugner enttarnt

Er verkauft Hitler-Figuren – Deutscher Neonazi lebte im Aargau – Freiämter Wermuth schlägt Alarm

Ein deutscher Neonazi lebte im Bezirk Muri AG und betrieb einen Onlineshop mit Hitler-Artikeln. Nun wurde er verhaftet. Den Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth überrascht der Vorfall nicht. Deutscher Neonazi lebte in Muri AG, betrieb Nazi-Shop in Deutschland Elf Objekte in Deutschland und Schweiz am 8. Februar durchsucht 43-jähriger Verdächtiger muss sich täglich bei deutscher Polizei melden Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler. Mehr erfahren Feedback senden Mehr anzeigen Raphael Rauch Bundeshausredaktor Im beschaulichen Bezirk Muri AG soll ein deutscher Neonazi ungestört gelebt haben – während er in Deutschland einen mutmasslich lukrativen Nazi-Shop betrieb. Nun ist der Mann ins Visier deutscher Ermittler geraten – und in der Schweiz wächst die Empörung. Die Ermittler in Deutschland und der Schweiz schlugen gleichzeitig zu. In fünf Bundesländern und in der Schweiz wurden insgesamt elf Objekte durchsucht, darunter auch eine Wohnung im Bezirk Muri AG. Im Visier der Fahnder: ein 43-jähriger Deutscher, der laut den deutschen Behörden einen Onlineshop mit Hitler-Figuren, Hakenkreuz-Merchandise und weiterer Nazi-Propaganda betrieben haben soll. Die Spur führt in den Bezirk Muri Der Mann war offiziell in der Schweiz gemeldet, hatte seinen Wohnsitz im Bezirk Muri AG. Am Donnerstag vor einer Woche wurde der 43-Jährige in Deutschland festgenommen – der Haftbefehl wurde jedoch gegen Auflagen ausser Vollzug gesetzt. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuss, muss sich aber täglich bei der deutschen Polizei melden. Die Staatsanwaltschaft Aargau bestätigt gegenüber Blick, dass Kantonspolizisten im Auftrag der deutschen Staatsanwaltschaft die Wohnung des Deutschen durchsucht haben.

via blick: Er verkauft Hitler-Figuren Deutscher Neonazi lebte im Aargau – Freiämter Wermuth schlägt Alarm

„Wie sollen wir jetzt gewinnen?“: Aufschrei im russischen Militär wegen Telegram-Zensur des Kremls

Russland erschwert die Nutzung einer weitverbreiteten Messenger-App. Das wird offenbar auch zum Problem an der Front. So legen es wütende Berichte nahe. Verbindungsausfälle und Probleme beim Laden von Fotos und Videos: Berichten zufolge hat die russische Medienaufsicht am Dienstag unter anderem den Zugang zum beliebten Messenger Telegram erschwert. Der Schritt wird als Versuch gewertet, Nutzer in die staatlich kontrollierte App Max zu drängen. Das dürfte für viele russische Bürger ein Problem sein. Sie konsumieren via Telegram unzensierte Informationen abseits der Staatsmedien. Auch die russischen Soldaten in der überfallenen Ukraine haben jetzt offenbar Probleme. (…) Die Drosselung behindere nämlich die Kommunikation unter den russischen Soldaten – weil Telegram, ganz im Gegensatz zur Aussage von Peskow, offenbar für wichtige Absprachen im Krieg verwendet wird. (…) Dem „The Telegraph“-Bericht nach wird die in Russland entwickelte App von der Armee unter anderem zur Weitergabe von Zieldaten genutzt. Die Militärgeheimdienste geben die Informationen an die Artillerie und die Luftwaffe weiter und umgehen damit die offiziellen Befehlsketten. Auf einem laut Selbstbeschreibung „persönlichen Kanal eines russischen Soldaten“ wird die Abhängigkeit von Telegram mit einem Praxisbeispiel beschrieben: Im Beispiel entdeckt eine russische Einheit zur Luftaufklärung ein ukrainisches Ziel in einem Versteck. Bereits fünf Minuten später werden die Zielkoordinaten und ein Video in einem geheimen Telegram-Chat geladen. In der Chat-Gruppe sind Drohnenpiloten, Aufklärer und Artilleristen. 20 Minuten nach Sichtung führt eine russische Drohne den ersten Angriff auf das Ziel aus. 40 Minuten nach Sichtung „fängt es Feuer“. Wie bereits 2024 deutlich wurde, war die russische Armee auch von einem anderen externen Kommunikationsanbieter abhängig: Discord, ein ursprünglich für Videospieler entwickelter Dienst für Audio- und Videokonferenzen. Wegen einer angekündigten Sperre gab es auch hier Unmut.

via tagesspiegel: „Wie sollen wir jetzt gewinnen?“: Aufschrei im russischen Militär wegen Telegram-Zensur des Kremls

Elon Musk posted about race almost every day in January

Many social media posts by Tesla CEO on his platform are indiscernible from those of white supremacists, say experts. Elon Musk’s longtime fixation on a white racial majority is intensifying. The richest man in the world posted about how the white race was under threat, made allusions to race science or promoted anti-immigrant conspiracy content on 26 out of 31 days in January, according to the Guardian’s analysis of his social media output. The posts, made on his platform X, reflect a renewed embrace of what extremism experts describe as white supremacist material. “Whites are a rapidly dying minority,” Musk said on 22 January, a short time before taking the stage at the World Economic Forum in Davos, while reposting an Irish anti-immigrant influencer’s video about demographic change. Musk’s posts included him repeatedly claiming white people face systemic discrimination, endorsing the conspiracy that there is an ongoing genocide against white people in countries around the world and promoting a claim that white people would be “slaughtered” by non-whites if they become a demographic minority. “If you stripped Elon Musk’s name off of these things and showed them to me, I would think that this was a white supremacist,” said Heidi Beirich, co-founder of the Global Project Against Extremism, who reviewed a selection of the posts.

via guardian: Elon Musk posted about race almost every day in January

Rechtsextremismus: Neue Verdachtsfälle bei der Polizei – #polizeiproblem

Regelmäßig meldet das sächsische Innenministerium Rechtsextremismus-Verdachtsfälle bei der Polizei. Jetzt kommen weitere hinzu. In der sächsischen Polizei haben sich im vergangenen Jahr 15 neue Verdachtsfälle von Rechtsextremismus angesammelt. Über neun dieser Fälle hatte das Innenministerium bereits im Sommer 2025 berichtet. Sechs weitere kamen laut einer Übersicht des Ministeriums im zweiten Halbjahr hinzu. Unter den neuen Vorkommnissen seien mehrere abwertende, womöglich rassistische Äußerungen gegenüber Bürgerinnen und Bürgern. Auch eine als ausländerfeindlich bewertete Äußerung im Rahmen eines Polizeieinsatzes sei dokumentiert. In zwei Fällen gehe es um die Nutzung einer strafbaren Parole sowie das Veröffentlichen rassistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen. (…) Seit 2020 summiert sich die Zahl bekanntgewordener Verdachtsfälle auf 128. Die Polizei richtete eine “Koordinierungsstelle Extremismusprävention und Demokratiearbeit” ein, um solche Fälle systematisch zu erfassen.

via t-online: Rechtsextremismus: Neue Verdachtsfälle bei der Polizei

Maryland Man Arrested for Abuse of Idaho Minor Connected to Violent Extremist #764 #Sextortion Network – #terror

A Maryland man allegedly affiliated with an infamous online sextortion network has been arrested for crimes committed against a minor in Idaho. Jacob William St. Peter, 19, was arrested on a nationwide warrant on Tuesday, February 3, by the St. Mary’s County Sheriff’s Office in Maryland, with the assistance of the Department of War and the Naval Criminal Investigative Services. The arrest stems from his alleged contact with a minor in Nampa. St. Peter is formally charged with sexual abuse of a child under 16 years, which is a felony. The investigation began in December 2025 when a Nampa resident reported to police their child had received unsolicited explicit images from an unknown adult male through a number of online platforms. Authorities were able to link St. Peter to the images through a digital forensic examination of the victim’s devices. A statement from investigators contends St. Peter used the online handle “randysaystrade” and that he referenced “764” in his communications with the victim. (…) The ‘764’ network exemplifies these dangers. It systematically targets vulnerable youth, beginning with seemingly harmless interactions, before escalating to coercion, blackmail, and demands for explicit or self-harm content. Parents and guardians must remain proactive in supervising online activity and educating children about these threats.”

via usmagazine: Maryland Man Arrested for Abuse of Idaho Minor Connected to Violent Extremist 764 Sextortion Network