Kattowitz – Morddrohung gegen schwulen Bürgermeister: Polnisches Gericht verurteilt Homo-Hasser

Vor anderthalb Jahre wurde der Kölner Bürgermeister Andreas Wolter per E-Mail bedroht, weil er am CSD in der polnischen Partnerstadt Kattowitz teilnehmen wollte. Der Täter muss nun eine Geldstrafe zahlen. Das Amtsgericht der polnischen Stadt Kattowitz hat am Freitag einen Angeklagten für seine homophoben und herabwürdigen Äußerungen und eine Morddrohung gegen den offen schwulen Kölner Bürgermeister Andreas Wolter (Grüne) zu einer Geldstrafe verurteilt. Laut “Bild” muss der Verurteilte umgerechnet 2.000 Euro Strafe, 300 Euro Schadensersatz und 1.500 Euro Prozesskosten bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Hintergrund: Wolter hatte im September 2019 beim CSD in der schlesischen Großstadt – der polnischen Partnerstadt von Köln – teilgenommen. Die Morddrohung hatte er auf sozialen Netzwerken öffentlich gemacht (queer.de berichtete). Demnach habe ihm ein Homo-Hasser per E-Mail geschrieben, dass er für seine Teilnahme “mit deinem Leben bezahlen” werde. Die ermittelte Person soll in Deutschland leben und polnische Wurzeln haben.

via queer: Kattowitz – Morddrohung gegen schwulen Bürgermeister: Polnisches Gericht verurteilt Homo-Hasser

The #FBI has arrested a white supremacist in Fort #Lauderdale. Here’s the charge – #PaulNicholasMiller

The arrest of Paul Nicholas Miller by FBI agents at his Fort Lauderdale home Tuesday morning on a pedestrian charge of possession of a firearm by a convicted felon seems a minor thing for the feds to make a point of announcing. Until, that is, it’s noted that the FBI’s Joint Terrorism Task Force was part of the arresting team, along with FBI agents and Fort Lauderdale police officers. Also, the Anti-Defamation League considers Paul Miller “a volatile white supremacist-accelerationist.” The 32-year-old Miller, convicted on drug manufacturing/distribution charges in 2007 and 2009 according to New Jersey records, is looking at a maximum of 10 years on the new charge. The indictment says the gun possession happened in 2018. Miller had been living in the 1300 block of Southwest Sixth Street. At his first appearance Wednesday, Miller told Magistrate Judge Lurana Snow he had enough money to hire his own attorney. Snow set the bond hearing for Friday morning to allow that attorney to represent Miller. (…) On Twitter, the Anti-Defamation League said, “Several months ago, ADL’s Center on Extremism identified Paul Miller as a volatile white supremacist-accelerationist. COE tracked him to Fort Lauderdale and shared significant intelligence with federal law enforcement” before the arrest.Miller is on Telegram as GypsyCrusader, a self-described “investigative journalist” with “News for Patriots Christians and God loving Americans.” His 42,300 followers get videos of Miller dressed as one of the Mario Bros. of video game fame, the comic book villain The Joker, various posts with swastikas and racial slurs against Black men and women and Jewish men and women.

via miamiherald: The FBI has arrested a white supremacist in Fort Lauderdale. Here’s the charge

siehe auch: Who is Paul N Miller aka ‘Gypsy Crusader’? White supremacist livestreamer with Proud Boys ties held in FBI raid
The 32-year-old livestreamer, whose videos showed him using racial slurs and sometimes with a gun, was charged with illegal possession of a firearm
. The FBI arrested a Fort Lauderdale man on Tuesday, March 2, and took him into custody without incident. The 32-year-old man, identified as Paul N Miller aka ‘The Gypsy Crusader’, was charged with illegal possession of a firearm. That he was known for his possible ties with the Proud Boys was an eyebrow-raiser when the Feds locked him up. The Daily Dot labeled Miller as a “notorious white supremacist livestreamer”; FBI Seizes White Supremacist Who Trolled Jews and Blacks Online Dressed as Batman Villain. White supremacist Paul Miller trolled social media channels dressed as Batman villains. Photo: courtesy of ADL. FBI agents have arrested a Florida-based white supremacist who openly boasted of his desire to “gas” Jews and promoted ugly stereotypes of Black people on social media. Federal agents swooped on a residence in Fort Lauderdale on Tuesday where they took 32-year-old Paul Miller — a New Jersey native described by the Anti-Defamation League (ADL) as a “volatile white supremacist-accelerationist” — into custody. According to the ADL, Miller told several users: “Riddle me this before you go. I’m loud and obnoxious. I like music that rhythms. I’m a fraction of the population but commit half the crimes. What am I? I’m a [racial slur].” In another video, Miller claimed to be amassing an “army” and threatened to “gas Jews.”

Bundeszentrale für politische Bildung – Unabhängigkeit bedroht

Auf Bitten des Bundesinnenministeriums änderte die bpb einen Teaser im Linksextremismus-Dossier. Der taz liegt nun der Wortlaut dieser „Bitte“ vor. Bis vor Kurzem definierte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Linksextremismus unter anderem mit diesem Satz: „Im Unterschied zum Rechtsextremismus teilen sozialistische und kommunistische Bewegungen die liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – interpretieren sie aber auf ihre Weise um.“ Der Satz, Teil eines Teasers für ein Onlinedossier über Linksextremismus, stand schon über zehn Jahre auf der Website der bpb. Er stammt vom Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke, emeritierter Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Mitte Januar hat die bpb den Teaser durch eine Definition der „Sicherheitsbehörden“ ersetzt. Die bpb mit Hauptsitz in Bonn wurde 1952 gegründet, um das politische Wissen und Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger zu stärken und demokratisches Bewusstsein zu festigen. Thomas Krüger, SPD-Politiker und ehemaliger Bürgerrechtler der DDR, leitet die Behörde. Das Bundesinnenministerium (BMI) führt die Fachaufsicht über die bpb aus, das heißt, diese ist dem BMI unterstellt. Die bpb beansprucht, überparteilich und wissenschaftlich ausgewogen zu sein, sie beruft sich auf den 1976 formulierten Beutelsbacher Konsens: Niemand soll indoktriniert werden, Kontroversen in Politik und Wissenschaft sollen als solche behandelt werden, Adressaten der politischen Bildung sollen sich selbst eine Meinung bilden. Nun wirft die Änderung des genannten Teasers die Frage auf, ob die Bildungsinstitution diesen Grundsätzen gerecht wird – und wie unabhängig sie überhaupt arbeitet. (…) Januar, 15.42 Uhr: Das zuständige „Referat G II 4 Politische Bildung und politische Stiftungen“ kontaktiert die Bundeszentrale für politische Bildung erstmals in der Sache, zitiert den oben genannten Satz aus dem Teaser und schreibt: „Auch wenn diese Formulierung Bewertungen aus der Extremismusforschung wiedergibt, hat sie doch in der Öffentlichkeit zu zahlreichen Fehlinterpretationen und Missverständnissen geführt.“ Das BMI-Referat bittet, die Einleitung zum Dossier Linksextremismus „in der jetzigen Form schnellstmöglich aus dem Netz zu nehmen und einen mit der Fachaufsicht bis 15.01.2021 abzustimmenden neuen Einleitungstext vorzusehen.“ (…) Januar, 16.33 Uhr: Das BMI gibt sich damit nicht zufrieden, weil die neue Einleitung „weiterhin den streitgegenständlichen Satz, wenn auch in abgeänderter Form“ enthalte. Es bleibe „bei der Vermischung von kommunistischen Bewegungen mit liberalen Ideen, die als Relativierung und Verharmlosung von Kommunismus verstanden werden kann.“ Januar, 8.34 Uhr: In einem weiteren Vorschlag hat die bpb den „streitgegenständlichen Satz“ gelöscht, der Teaser besteht nun fast ausschließlich aus einem Zitat von Pfahl-Traughber, wonach Linksextremismus eine „Sammelbezeichnung für alle politischen Auffassungen und Bestrebungen“ sei, die im Namen einer von sozialer Gleichheit geprägten Gesellschaftsordnung, „die Normen und Regeln eines modernen demokratischen Verfassungsstaates grundsätzlich ablehnen und für nicht reformierbar halten“. Januar, 17.08 Uhr: Das BMI „bittet“ nun einen mit der „Abteilung ÖS“ abgestimmten, ganz anderen Text als Einleitung auf die Homepage zu stellen. Es ist jener, der heute als Teaser über dem Dossier steht. „ÖS“ steht für „Öffentliche Sicherheit“, ist also jene Abteilung des BMI, die für das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz zuständig ist. Daraus erklärt sich die rhetorische und inhaltliche Ähnlichkeit zwischen dem neuen Teaser und der Linksextremismus-Definiton des Verfassungsschutzes. Januar, 10.46 Uhr: Das BMI-Referat schreibt eine weitere Mail an die bpb und setzt eine Frist: Sie solle bis 13 Uhr den neuen Teaser online stellen oder sich positionieren. Januar, 13.00 Uhr: Pünktlich zum Fristende erklärt sich die bpb mit der Version des BMI einverstanden, schlägt vor, den Urheber des neuen Teasers, die „Sicherheitsbehörden“, zu nennen.

via taz: Bundeszentrale für politische Bildung – Unabhängigkeit bedroht

screenshot, archive is gVHpQ

Gift of the Gab? CEO of Alt-right Social Network Publishes Tirade Following Data Breach

Gab has come out swinging in the wake of the data breach, with chief executive Andrew Torba releasing a controversial statement via Twitter. Gab, a social network popular among Trump supporters and the heir apparent to Parler, has suffered a serious data breach. On Sunday 28th February, online activist group Distributed Denial of Secrets, revealed it had obtained Gab data from an anti-Trump hacktivist hoping to out users of the right-wing platform. In total, around 70GB of data was stolen, including up to 40 million public and private posts circulated on the social network. Hashed user passwords and user messages are also believed to be included in the data dump. In a report first published by Wired, a hacktivist named “JaXpArO” claimed to have discovered an SQL injection bug in Gab’s website. In turn, this allowed them to access and siphon off information from Gab databases. According to Wired, the hacked data also includes a chatlogs.txt file showcasing private conversations between site users. A note, believed to be from JaXpArO, features. “FUCK TRUMP. FUCK COLONIZERS & CAPITALISTS. DEATH TO AMERIKKKA,” the note reads. DDoSecrets revealed it will circulate the leaked data. However, this will be redacted and shared only with journalists and researchers. Co-founder Emma Best told Wired the leaked information is a vital resource which could help identify individuals and/or groups involved in the storming of the US Capitol Building on 6th January. “It contains pretty much everything on Gab, including user data and private posts, everything someone needs to run a nearly complete analysis on Gab users and content,” she said. “It’s another gold mine of research for people looking at militias, neo-Nazis, the far-right, QAnon and everything surrounding January 6,” Best added.

via digit.fyi: Gift of the Gab? CEO of Alt-right Social Network Publishes Tirade Following Data Breach

siehe auch: SQL-INJECTION: Rechtsextremes soziales Netzwerk Gab gehackt. Private Nachrichten und Accountdaten von Nutzern der Plattform Gab sind mit einer SQL-Injection extrahiert worden. Die Gruppe DDoSecrets verbreitet Datenleaks und hat offenbar Zugriff auf einen Datendump von Gab. Mitgliedern der Gruppe DDoSecrets ist es offenbar gelungen, Zugriff auf die Datenbank des sozialen Netzwerks Gab zu erhalten. Gab sieht sich selbst als Plattform für Meinungsfreiheit, es wird vielfach von Rechtsextremen genutzt und gilt als “Twitter für Rassisten”. Das Magazin Wired hatte zuerst über den Leak berichtet. Die verantwortliche Gruppe DDoSecrets hat nach eigenen Angaben eine SQL-Injection-Sicherheitslücke genutzt, um an die Daten zu gelangen. Auch Gab selbst bestätigt in einer Meldung, dass die Seite für eine SQL-Injection verwundbar war. In der Stellungnahme warf Gab dem Magazin Wired vor, direkt mit den Angreifern zusammenzuarbeiten. Das bestreiten wiederum sowohl Wired als auch DDoSecrets. Demnach hatte eine Gruppe, die sich “JaXpArO (they/them) & My Little Anonymous Revival Project” nennt, die Daten DDoSecrets zur Verfügung gestellt. Gruppenpasswörter im Klartext enthalten Die Daten enthalten private Nachrichten, Accountdaten und Passwort-Hashes. Die Passwörter von Gruppen auf Gab wurden offenbar ungehasht gespeichert und sind daher im Klartext enthalten. Öffentlich verfügbar sind die gehackten Daten nicht, sie werden laut DDoSecrets einzelnen Journalisten und Forschern zur Verfügung gestellt; Far-Right Platform Gab Has Been Hacked—Including Private Data. The transparency group DDoSecrets says it will make the 70 GB of passwords, private posts, and more available to researchers, journalists, and social scientists. . The transparency group DDoSecrets says it will make the 70 GB of passwords, private posts, and more available to researchers, journalists, and social scientists; WHEN TWITTER BANNED Donald Trump and a slew of other far-right users in January, many of them became digital refugees, migrating to sites like Parler and Gab to find a home that wouldn’t moderate their hate speech and disinformation. Days later, Parler was hacked, and then it was dropped by Amazon web hosting, knocking the site offline. Now Gab, which inherited some of Parler’s displaced users, has been badly hacked too. An enormous trove of its contents has been stolen—including what appears to be passwords and private communications. On Sunday night the WikiLeaks-style group Distributed Denial of Secrets is revealing what it calls GabLeaks, a collection of more than 70 gigabytes of Gab data representing more than 40 million posts. DDoSecrets says a hacktivist who self-identifies as “JaXpArO and My Little Anonymous Revival Project” siphoned that data out of Gab’s backend databases in an effort to expose the platform’s largely right-wing users. Those Gab patrons, whose numbers have swelled after Parler went offline, include large numbers of Qanon conspiracy theorists, white nationalists, and promoters of former president Donald Trump’s election-stealing conspiracies that resulted in the January 6 riot on Capitol Hill. DDoSecrets cofounder Emma Best says that the hacked data includes not only all of Gab’s public posts and profiles—with the exception of any photos or videos uploaded to the site—but also private group and private individual account posts and messages, as well as user passwords and group passwords. “It contains pretty much everything on Gab, including user data and private posts, everything someone needs to run a nearly complete analysis on Gab users and content,” Best wrote in a text message interview with WIRED. “It’s another gold mine of research for people looking at militias, neo-Nazis, the far right, QAnon, and everything surrounding January 6.”

Gab text logo.svg
By Simple text logo used by Gab Ai Inc. – <a rel=”nofollow” class=”external free” href=”https://gab.ai/”>https://gab.ai/</a>, Public Domain, Link

“#SonnenkriegDivision” – #Australien stuft erstmals rechtsextreme Gruppierung als #Terroristen ein – #SKD

Die in Großbritannien ansässige Neonazi-Gruppe “Sonnenkrieg Division” (SKD) wird als erste rechtsextreme Gruppierung in Australien als Terrororganisation eingestuft. Wie das australische Innenministerium am Dienstag mitteilte, wird die Gruppe auf eine Liste mit 27 verbotenen Organisationen gesetzt, die bisher aber ausschließlich islamistisch oder separatistisch sind und in Verbindung zum arabischen oder asiatischen Raum stehen. Der Schritt führt dazu, dass eine Mitgliedschaft oder finanzielle Unterstützung der “Sonnenkrieg Division” gesetzlich verboten wird. 2019 hatte ein rechtsextremer Australier 51 Menschen in zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch getötet. Der australische Geheimdienst hatte daraufhin die Gefahr durch Rechtsextremismus als “erhöht” und als “dauerhafte Gefahr” eingestuft.

via ntv: “#SonnenkriegDivision” – #Australien stuft erstmals rechtsextreme Gruppierung als #Terroristen ein – #SKD

Civil rights group condemns ‘sickening’ attack on Channel 9 security guard by neo-Nazi – #terror

Australia’s leading civil rights organisation has lamented the assault of a Channel 9 security guard by a neo-Nazi yesterday.
Thomas Sewell, the leader of the National Socialist Network, racially abused the Melbourne security guard and punched him several times. Sewell then posted video of the appalling attack online. Dvir Abramovich, Chairman of the Anti-Defamation Commission, wished the security guard a “full and speedy recovery”. “We are deeply saddened and horrified by this cowardly and sickening attack and condemn it in strongest possible terms,” Dr Abramovich said. “This assault, which has no place in our society, is another reminder of the racist ideology of the neo-Nazi movement and how quickly its agents of hate are willing to engage in violence.

via 9news: Civil rights group condemns ‘sickening’ attack on Channel 9 security guard by neo-Nazi

siehe auch: White Supremacist Neo-Nazi Assaults Security Guard Outside Channel 9’s Melbourne Studio. A Neo-Nazi has been caught allegedly punching a security guard outside Channel 9’s Melbourne office. Thomas Sewell, who leads the far-right National Socialist Network, stormed into the building yesterday just before A Current Affair was about to air an investigation into the white supremacy group. The National Socialist Network were behind the gathering at the Grampians before Australia Day, which saw around 40 men come together to yell Nazi phrases and burn a cross at night. Sewell was asked to leave the building and an associate of his filmed his protest at the action. “So now security has decided to forcibly remove us and…try and touch our property, he’s coming out again,” Sewell said in footage uploaded to social media. The guard did his best to move the pair outside the building, where they would be free to film whatever they wanted. The unknown man filming the encounter yelled at the guard and used a racial slur. The security guard told him ‘watch yourself. I’m not a dance monkey. Watch yourself’. The footage of the incident became hard to decipher because it was all close quarters, however the next thing that could be seen is the guard and Sewell on the ground, with the latter seen throwing several punches; Neo-Nazi leader bashes a black Channel Nine security guard as his filming mate yells ‘dance, monkey, dance’ after they try to storm the office hours before a report into his extremist group airs. Channel Nine security guard filmed knocked to ground by Neo-Nazi leader. Thomas Sewell and group member filmed arriving at Channel Nine building. Hoping to confront A Current Affair staff before segment aired on Monday night. Request denied as they were ordered to leave by Channel Nine security guard. Heated encounter escalated as security guard was punched by Sewell. A neo-Nazi leader has posted shocking footage of his violent attack on a Channel Nine security guard hours before the network was due to air a report about his extremist far-right group.

NRW-Polizei in der Kritik – Daten zu mehr als 12.000 Rufnummern abgefragt – #DataOverflow

Wegen rechtsextremer Chats ermittelt eine Sonderkommission der NRW-Polizei gegen 24 Kollegen. Dabei ließ sie mehr als 12.000 Rufnummern überprüfen – auch von Unbeteiligten. Experten sprechen von einem Rechtsbruch. Die BAO-Janus (“Besondere Aufbau Organisation Janus”) der nordrhein-westfälischen Polizei gerät wegen einer Massendatenabfrage von mehr als 12.700 Rufnummern in die Kritik. Die 100 Personen starke Sonderkommission hatte NRW-Innenminister Herbert Reul eingesetzt, um die Hintergründe und Täter im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Chats unter Polizeibeamten strafrechtlich aufzuklären. Die “BAO-Janus” mit Dienstsitz im Präsidium Bochum ermittelt deshalb seit Monaten gegen mindestens 24 Polizeibeamte aus Essen und Mülheim an der Ruhr.Wie aus vertraulichen Unterlagen, die dem SWR exklusiv vorliegen, hervorgeht, hat die BAO-Janus für diese Ermittlungen 12.700 Rufnummern, darunter auch etliche von Unverdächtigen und Unbescholtenen, überprüfen lassen. Für den Juristen und Kriminologen Thomas Feltes überschreitet die Anfrage zulässige Grenzen: “Ich habe den Eindruck, dass hier eine Polizeibehörde mit dem Rücken zu Wand steht und einen Rundumschlag macht, um unbedingt irgendwelche Ermittlungsergebnisse zu präsentieren.” Es gebe hier offenbar politischen Druck – “dann werden nicht nur polizeiliche Fehler gemacht, sondern offenbar gefährliche Grenzen überschritten, das ist hier der Fall.” Am 19.02.21 setzte das LKA NRW im Auftrag der Bochumer BAO unter der “Tagebuchnummer 2403/2021” die Massendatenanfrage ab. Die Daten stammen aus den beschlagnahmten Handys der 24 beschuldigten Polizisten. Alle dort gespeicherten Telefonkontakte gingen mit der Bitte um Überprüfung an den Bundesnachrichtendienst, alle Landeskriminalämter, die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für Verfassungsschutz, an das Zollkriminalamt und Polizeidienststellen. Ziel der Anfrage war es, herauszufinden, ob den Dienststellen zu den aufgeführten Rufnummern “weiterführende Erkenntnisse (…) im Zusammenhang mit der politisch motivierten Kriminalität rechts” vorliegen. Bis zum 28.2.2021 sollten die Angeschriebenen antworten. “Unverdächtige werden in die Nähe von Rechten gebracht”Ein Kommissar aus der Abteilung Organisierte Kriminalität in NRW, der mit solchen Vorgängen vertraut ist, kritisiert die Massenabfrage der Kollegen: “Wir haben Regeln, wie wir Rufnummern von Leuten abfragen, die wir festgenommen haben oder die wir beschuldigen.” In der Mitteilung werde angegeben, unter welchem Verdacht ermittelt werde und welche E-Mail und Handynummer der Beschuldigte nutzt. “Wir haben nicht immer alle, sondern nur die Nummer des Beschuldigten und der Betroffenen ermittelt. Zu welchem Zweck soll man also komplette Kontaktlisten mitteilten?“Er kritisiert auch, das unverdächtige Kontakte, wie etwa der Friseur oder die Pizzeria eines Beschuldigten, in den Polizeicomputern landen könnten: “Nun werden Menschen – zumindest gedanklich – in die Nähe von Rechten gebracht, denn solche Abfragen werden dutzendfach gespeichert, mit dem Ergebnis, dass in zwei Jahren keiner mehr den Hintergrund der Anfrage kennt.” Wenn später eine Nummer in einer Anfrage auftauche, komme die Antwort: Zu dieser Rufnummer gab es eine Anfrage im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Polizeikreisen. “Die sind dann automatisch in einer Verdachtslage rechts.” Frage der VerhältnismäßigkeitDas Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Beschluss vom Mai 2020 klar gemacht, dass eine Massendatenabfrage immer “verhältnismäßig” und zielgerichtet sein muss. Bei der Anfrage der BAO-Janus stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Die Sonderkommission räumt in ihrem Schreiben an die Sicherheitsbehörden selbst ein: “Aufgrund der derzeitigen Erkenntnislage lässt sich eine netzwerkähnliche Struktur sowie weitergehende Verbindungen in die rechte/rechtsorientierte Szene zum jetzigen Zeitpunkt weder konkret verifizieren noch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen.”Für den Juristen Feltes ein Rechtsbruch: “Das ist nicht nur handwerklich schlecht, sondern verstößt gegen die Gewaltenteilung. Es geht hier nur darum, Hintergründe von Chatgruppen aufzudecken und aus den Unterlagen geht nicht hervor, dass hier terroristische Angriffe geplant sind.” Feltes sieht keinen Grund für solch eine Massenabfrage.

via tagesschau: NRW-Polizei in der Kritik – Daten zu mehr als 12.000 Rufnummern abgefragt

Smartphone con auricolari.jpg
By <a href=”https://www.wikidata.org/wiki/Q61601315″ class=”extiw” title=”d:Q61601315″><span title=”Italian Wikimedian”>Giacomo Alessandroni</span></a> – <span class=”int-own-work” lang=”en”>Own work</span>, CC BY-SA 4.0, Link – symbolbild