AfD-Funktionäre aus Bundestag und Landtag treffen radikale Neonazi-Gruppen in der Schweiz – Scheinkandidatur enthüllt – #BH #28

Zu einem Neonazi-Treffen in der Schweiz sind die AfD-Abgeordneten Roger Beckamp und Lena Kotré angereist. Bei der Veranstaltung sind auch Vertreter der in Deutschland verbotenen Bewegung „Blood & Honour“. Nach dem Treffen gibt es eine Enthüllung zu Roger Beckamps Bundestagskandidatur. Der Bundestagsabgeordnete Roger Beckamp (AfD) und die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré (AfD) haben sich Mitte Dezember mit Mitgliedern rechtsextremer Gruppen in der Schweiz getroffen, darunter Vertreter der in Deutschland verbotenen Bewegung „Blood & Honour“ sowie der rechtsextremen Schweizer Gruppierung „Junge Tat“. Auch die baden-württembergischen Junge Alternative sowie die Lörracher AfD waren beteiligt. In einem Gespräch nach dem Treffen verriet Beckamp, dass seine aktuelle Kandidatur für die Landesliste nur „zum Schein“ sei, angeblich um andere Kandidaten zu unterstützen. Ein Reporter von Correctiv war undercover bei dem Treffen dabei. (…) Einige Teilnehmer wurden von einem geheimen Treffpunkt zum Veranstaltungsort gebracht. Dort wurden sie verdeckt von den Journalisten des Medienkollektivs „Recherche Nord“ fotografiert, wodurch auch „Blood & Honour“-Mitglieder identifiziert werden konnten (…) Die Veranstaltung wurde von Manuel Corchia organisiert, einem Führungsmitglied der „Jungen Tat“, bei dem bei einer Hausdurchsuchung zuvor ein Waffenarsenal gefunden wurde. Die Teilnahme der beiden AfD-Politiker an dem Treffen reiht sich in die aktuelle Debatte um die Radikalisierung der AfD ein.

via correctiv: AfD-Funktionäre aus Bundestag und Landtag treffen radikale Neonazi-Gruppen in der Schweiz – Scheinkandidatur enthüllt

siehe auch: Kein Geheimtreffen gegen Deutschland – wir waren trotzdem dabei Mitte Dezember trafen sich AfD-Funktionäre mit Neonazis in der Schweiz, darunter Mitglieder von „Blood & Honour“. Das Treffen wurde beworben, aber zugleich von der Öffentlichkeit abgeschirmt. (…) Kurze Anmoderation des Beisitzers der Jungen Alternative Baden-Württemberg, dann tritt der Hauptredner des Abends  nach vorne: Roger Beckamp, Abgeordneter für die AfD im Deutschen Bundestag. Die zweite Rednerin wird erst später eintreffen: Lena Kotré, frisch wiedergewählte AfD-Landtagsabgeordnete in Brandenburg. Ihr Flieger habe Schwierigkeiten gehabt, erklärt der Moderator. Beckamp und Kotré reden an dem Abend viel über „Remigration“. Der Begriff ist ein Klassiker unter den völkisch-rassistischen Tarnbegriffen (…) Am Ende des Abends wird sich Kotré bei ihren „Schweizer Freunden“ bedanken, Roger Beckamp wird anschließend auf Social Media von einer „sehr netten Runde lauter (…) Schwiegersöhne” schwärmen, es seien „sehr angenehme, anständige, differenzierte, junge Leute“ da gewesen. Vor Ort wirbt er damit, Abgeordnete könnten Geld und Jobs verteilen, an Leute, die „in ihrer Freizeit andere Dinge“ täten, die dem politischen Vorfeld „nützen“. Im Publikum sitzen Mitglieder rechtsextremistischer Gruppen, wie der in Deutschland verbotenen „Blood-and-Honour“-Bewegung und der Schweizer Gruppierung „Junge Tat“. Die „Schwiegersöhne“ sind gewaltbereite, radikale Neonazis. Bundestagsmitglied trifft Rechtsextreme, angekündigt und angepriesen in Sozialen Medien, es soll alles offen wirken. (…) Tatsächlich wird die „Junge Tat“ von der Schweizer Bundespolizei Fedpol beobachtet, sechs Mitglieder wurden unter anderem wegen Rassendiskriminierung verurteilt, da sie laut Staatsanwaltschaft „die Ideologie des Nationalsozialismus verbreiteten und die Menschenwürde von Juden und dunkelhäutigen Menschen krass herabsetzten“. Bei Hausdurchsuchungen fand die Polizei beim Führungsmitglied Manuel Corchia und einem weiteren Mitglied Waffenarsenale, darunter Kalaschnikows, Pistolen, Schrotgewehre und Munition. Bei Onlinevorlesungen loggte er sich zum Geburtstag von Adolf Hitler als „Alles Gute A.H. 88“ ein, „Heil Hitler“ Rufe waren zu hören. Konkret störten sie eine queere Vorlesestunde für Kinder mit Rauchbomben, ein Mitglied schlug bei einer Corona-Demo einen am Boden liegenden Gegendemonstranten und sie inszenierten Provokationen wie das Hissen rechtsextremer Banner am Basler Bahnhof. Auf Fragen von CORRECTIV, unter anderem, was sich die Gruppe davon versprach, Kotré und Beckamp einzuladen, antwortete die „Junge Tat“ nicht.

Foto übernommen von recherche nord: https://www.recherche-nord.com/gallery/2024.12.14.Schweiz.JT.html

Ein Treffen in der Schweiz, organisiert von Neonazis – mit AfD-Politikern als Rednern. Die Themen: Abschiebung, „Remigration” & rechte Netzwerke. Unser Reporter war undercover dabei.

CORRECTIV (@correctiv.org) 2024-12-27T10:46:23.765Z

Spezialeinsatzkommando nimmt 20-Jährigen in Hagen fest

Im nordrhein-westfälischen Hagen ist ein Mann wegen einer möglichen Gefährdungslage festgenommen worden. Er hatte sich zuvor verdächtig im Internet geäußert. Wegen einer möglichen Gefährdungslage hat ein Spezialeinsatzkommando in Hagen einen 20-Jährigen in seiner Wohnung festgenommen. Der Mann soll in einem Messengerdienst mit Anschlagsdrohungen geprahlt haben. Wie die Hagener Polizei mitteilte, fand der Zugriff nach verdächtigen Äußerungen in einem sozialen Netzwerk statt, über welche die Polizei kurz zuvor unterrichtet worden war. »Aufgrund einer vermuteten Bewaffnung des 20-Jährigen erfolgte die vorläufige Festnahme in der elterlichen Wohnung durch Spezialkräfte der Polizei«, hieß es in einer Mitteilung. Bei der anschließenden Durchsuchung im Hagener Stadtteil Haspe seien jedoch keine Waffen gefunden worden.

via spiegel: Spezialeinsatzkommando nimmt 20-Jährigen in Hagen fest

Vernichtungsantisemitismus, Nazi-Tattoos und immer wieder WhatsApp

In einer gro­ßen Anzahl an Pro­zes­sen, über die wir berich­ten, spie­len straf­ba­re Whats­App-Nach­rich­ten eine Rol­le. Der Mes­sen­ger hat damit Face­book-Grup­pen, in denen frü­her reich­lich Brau­nes aus­ge­tauscht wur­de, abge­löst – quer durch alle Alters­grup­pen. Heu­te: ein 59-Jäh­ri­ger, der sich in den „sozia­len Medi­en” aus­ge­tobt hat und ein ca. 80-Jäh­ri­ger auf der Anklagebank. Ein etwa 80-jäh­ri­ger Ange­klag­ter, der nicht weiß, dass der pri­mi­ti­ve Ver­nich­tungs­an­ti­se­mi­tis­mus, der ihm so gefal­len hat, straf­bar ist? Der dümm­li­che Hit­ler-Bild­chen, oft Memes, ver­schickt und den Geschwo­re­nen ver­kli­ckern will, dass das ja nichts ande­res sei als Aus­stel­lun­gen zum Natio­nal­so­zia­lis­mus in Museen? Peter V., der sich am 9.12. wegen § 3g Ver­bots­ge­setz und eigent­lich auch wegen § 50 Waf­fen­ge­setz am Lan­des­ge­richt Wien als Ange­klag­ter ein­fin­den muss­te, hat es mit die­ser Argu­men­ta­ti­on versucht. (…) Von Schuld­ein­sicht ist bei V., der auch als „Don Pedro“ unter­wegs ist, nichts zu bemer­ken. Nur die Flos­kel, dass es ihm leid­tue, kommt ihm über die Lip­pen. Natür­lich mit dem Zusatz, er habe ja nicht gewusst, sich damit straf­bar zu machen. Einem Geschwo­re­nen ist die­ses Gesül­ze zu viel, und er fragt den Ange­klag­ten, ob er denn sein gan­zes Leben zuhau­se ein­ge­sperrt ver­bracht habe – ohne Kon­takt nach außen? Der erklärt, dass ihm sei­ne Freun­de „irgend­wann“ gesagt hät­ten, das sei ver­bo­ten, und dar­auf­hin habe er das eh nicht mehr gemacht. „Irgend­wann“ muss nach dem Dezem­ber 2023 gewe­sen sein, denn zwi­schen August 2019 und Dezem­ber 2023 lie­gen die Vor­fäl­le, die ihm die Staats­an­walt­schaft in der Ankla­ge zur Last leg­te. Dass der Tipp zur Zurück­hal­tung aus sei­nem tief­blau­en Freun­des­kreis gekom­men sein soll, ist über­ra­schend – aber wir glau­ben ja an das Gute in den Menschen. Die Geschwo­re­nen glaub­ten den Mär­chen von Don Pedro nicht und spra­chen ihn schul­dig. Die 18 Mona­te Stra­fe, bedingt auf drei Jah­re, hat der Ange­klag­te akzep­tiert, aber die Staats­an­walt­schaft gab zum Ende der Ver­hand­lung noch kei­ne Erklä­rung ab.

via stoppt die rechten: Vernichtungsantisemitismus, Nazi-Tattoos und immer wieder WhatsApp

„Gewachsene #Radikalisierung“: Kramer ordnet Anschlag in #Magdeburg dem rechtsextremen Spektrum zu – #terror

Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident ist sich sicher: Die Todesfahrt war nicht islamistisch motiviert. Bei Taleb Al Abdulmohsen sieht er eine Radikalisierung in eine andere Richtung. Der Todesfahrer von Magdeburg ist nach Einschätzung des Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten Stephan Kramer in den vergangenen Jahren zunehmend ins rechtsextreme Spektrum abgedriftet. „Selbst wenn sich eine psychische Störung herausstellen sollte, lässt sich an den Beiträgen des mutmaßlichen Täters im Internet eine gewachsene Radikalisierung mit Extremismusbezügen nach rechts in den letzten Jahren feststellen“, sagte Kramer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Insofern sei es zwar widerwärtig, aber nicht überraschend, dass sich während der Trauerfeier im Magdeburger Dom Hunderte von Rechtsextremisten in der Stadt versammelt und Hass und Hetze verbreitet hätten. „Denn sie sind wohl mitverantwortlich, wenn man sich die Radikalisierung auch des Täters anschaut“, so Kramer.

via tagesspiegel: „Gewachsene Radikalisierung“: Kramer ordnet Anschlag in Magdeburg dem rechtsextremen Spektrum zu

Mediziner, #Islamkritiker, AfD-Befürworter – Das ist der mutmaßliche #Attentäter des Weihnachtsmarkts in #Magdeburg Taleb A. – #terror

Der Verdächtiger des Attentats auf den Magdeburger Weihnachtsmarkts fällt im Netz mit seinen abstrusen Aussagen auf. Er bezeichnet sich selbst als Ex-Muslim. Magdeburg – Der Schock sitzt bei vielen Menschen immer noch tief. Am Freitagabend (20. Dezember) rast der 50-jährige mutmaßliche Täter Taleb A. in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Dabei kamen mehrere Menschen, darunter ein Kleinkind, ums Leben. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg verletzt. Der Verdächtige soll den Behörden zuvor nicht als Extremist aufgefallen sein. Im Gegenteil, noch im Jahr 2019 zeigte sich Taleb A. in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau als Aktivist, der anderen Menschen helfen wolle. Das ganze FR-Interview mit Taleb A. können Sie hier im Wortlaut nachlesen. Doch im Netz gibt es zahlreiche Indizien, die seine Radikalisierung nachweisen. (…) Im Juli 2016 soll er als Flüchtling anerkannt worden sein und eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Der Grund dafür war seine Abkehr vom Islam und Todesdrohungen, denen er danach ausgesetzt gewesen sei. (…) Der mutmaßliche Täter, der sich selbst als Ex-Muslim bezeichnet, scheint sich im Laufe der Jahre radikalisiert zu haben. Er verbreitete die Behauptung, dass Deutschland Europa „islamisieren“ wolle, was auf der Beschreibung seines X-Accounts, der mittlerweile gesperrt wurde, zu lesen war. Außerdem schrieb er dort: „Deutschland jagt saudische Asylbewerberinnen innerhalb und außerhalb Deutschlands, um ihr Leben zu zerstören“. Zu dieser Behauptung verfasste er im Dezember 2023 einen Post, der danach gelöscht wurde, der Welt allerdings vorliegt: „Ich versichere euch, dass zu 100 Prozent bald die Rache kommt. Auch wenn es mich mein Leben kostet.“ Weiter hieß es: „Deutschland wird den Preis zahlen müssen. Einen riesigen Preis.“ (…) Außerdem scheint der Verdächtige Sympathien für die AfD zu haben, wie der Spiegel berichtet. In weiteren Beiträgen auf X soll Taleb A. über gemeinsame Projekte mit der AfD fantasiert haben. Demnach solle er sich eine Akademie für Ex-Muslime vorgestellt haben. Dazu schrieb er: „Wer sonst bekämpft den Islam in Deutschland?“ Laut einem Bericht der AFP soll er die Linken als „verrückt“ bezeichnet haben und über die AfD folgendes geschrieben haben: „Wir brauchen AfD um die Polizei vor sich zu schützen.“

via fr: Mediziner, Islamkritiker, AfD-Befürworter – Das ist der mutmaßliche Attentäter des Weihnachtsmarkts in Magdeburg Taleb A.

#Anschlag auf #Weihnachtsmarkt in #Magdeburg: Auf X – Mutmaßlicher Attentäter drohte Faeser persönlich – #terror

Wie nun bekannt wurde, soll Taleb A. bereits im Mai direkte Drohungen unter einem X-Beitrag von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ausgesprochen haben. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich dieses Jahr sterben werde, um Gerechtigkeit zu schaffen“, schrieb er unter anderem. Das berichtete die Bild. In den vergangenen Jahren war er immer wieder durch radikale und verwirrte Äußerungen aufgefallen. Bisher konnten Experten sein Weltbild keiner eindeutigen Ideologie zuordnen. So zeigte A. Sympathien für die AfD und Elon Musk, sieht sich aber politischer eher links. (…) Bundesinnenministerin Faeser hat die AfD vor einer Instrumentalisierung des Attentats von Magdeburg gewarnt. Über die Partei sagte die SPD-Politikerin gegenüber Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Jeder Versuch, eine solch furchtbare Tat zu instrumentalisieren und das Leid der Opfer zu missbrauchen, ist widerwärtig.“ (…) Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident stuft den Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg als rechtsextremistische Gewalttat ein. Das lege die Radikalisierung des Tatverdächtigen Taleb A. nahe, so Stephan Kramer gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Selbst wenn sich eine psychische Störung herausstellen sollte, lässt sich an den Beiträgen des mutmaßlichen Täters im Internet eine gewachsene Radikalisierung mit Extremismusbezügen nach rechts in den letzten Jahren feststellen“, sagte Kramer. Dass sich Rechtsextremisten während der Trauerfeier in Magdeburg versammelt hatten, um Hass und Hetze zu verbreiten, sei widerwärtig, aber nicht überraschend. „Denn sie sind wohl mitverantwortlich, wenn man sich die Radikalisierung auch des Täters anschaut“, sagte der Thüringer Verfassungsschutzchef dem RND weiter

via fr: Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Auf X – Mutmaßlicher Attentäter drohte Faeser persönlich

#Terror in Deutschland : Wie 2016 in #München: Zum #Magdeburger #Anschlag gibt es auffallende Parallelen

Taleb al-A. und der OEZ-Attentäter David S. haben einige Gemeinsamkeiten: Hass auf Muslime, Sympathien für die AfD und womöglich auch psychische Probleme. Die Ersten, die sich nach der Tat zu Wort melden, wollen es immer schon gewusst haben. Weil ihre Ideologie nichts anderes zulässt. Ein Migrant! Islamist! Merkel ist schuld! Dann ist plötzlich alles anders. Weil sich herausstellt, dass der Attentäter selbst muslimische Migranten gehasst hat. Weil er geglaubt hat, dass nur noch die AfD Deutschland vor der befürchteten „Umvolkung“ retten könne. Und weil er gemordet hat, um diese vermeintliche Rettung voranzutreiben. So wollten es seine wirren Gedanken. Von Magdeburg könnte hier die Rede sein. Aber auch von München im Jahr 2016. Damals ermordete an einem Juliabend ein 18-jähriger Deutsch-Iraner neun zumeist junge Menschen am und im Münchner Einkaufszentrum OEZ, ehe er von der Polizei gestellt wurde und sich selbst tötete. Die Parallelen zwischen dem Münchner David S. und dem Bernburger Taleb al-A. sind erschreckend. (…) Der in München geborene David S. hasste Muslime so sehr, dass er kurz vor seiner Tat seinen Geburtsnamen „Ali“ offiziell ablegte. Er war ihm zu „billig“. Die deutsche Politik gehe nicht hart genug gegen radikale Muslime vor Wie der Arzt aus Bernburg hasste der Schüler aus München auch die deutsche Politik und die Gesellschaft, weil sie nicht hart genug gegen radikale Muslime vorgingen. Beide sahen das Heil in der AfD – und in den eigenen Mordplänen. David S. verknüpfte die beiden Ideen immer wieder, etwa wenn er in einem Chat Lkw-Anschläge ankündigte: „Unsere Gegner sind jetzt Salafisten, Wirtschaftsflüchtlinge, Merkel.“ Das erhoffte Ziel: „Die AfD wird durch uns in die Höhe gepusht, die Salafisten werden in die Zielscheibe geraten.“ So wie al-A. seinem Hass auf Muslime auf X offen Ausdruck verlieh, tat S. das in rassistischen, islamfeindlichen Gruppen auf diversen Spiele-Plattformen. Dort vernetzte er sich mit Rechtsextremisten, Amok-Fans und Rassisten. In Gruppen wie dem „Anti-refugee club“ bewunderte man den norwegischen Massenmörder Anders Breivik. Bei geheimen Schießübungen vor dem Anschlag rief S. in einem Keller unter der heimischen Wohnung: „Ihr salafistischen Bastarde. Ihr habt hier in Deutschland nichts zu suchen, die AfD wird euch alle ausschalten.“ „Rechtsextremismus setzt menschenfeindliche Ideologie, aber keine weiße Haut oder deutsche Abstammung voraus“, konstatierte am Samstag der an der Hochschule Magdeburg-Stendal lehrende Extremismusforscher Matthias Quent unter Verweis auf München 2016. Quent verfasste 2017 nach dem OEZ-Anschlag im Auftrag der Stadt ein Gutachten, das dem Münchner Attentäter rassistische Motive nachwies. Bis die Behörden dieser Einschätzung folgten, vergingen weitere zwei Jahre.

via sz: Terror in Deutschland : Wie 2016 in München: Zum Magdeburger Anschlag gibt es auffallende Parallelen