Hass im Netz: Wenn Worte zu Waffen werden und die Demokratie gefährden

Hass im Netz nimmt zu. Beleidigungen und Drohungen im Internet haben gravierende Folgen. Betroffene ziehen sich zurück. Wie gefährlich ist diese Entwicklung für unsere Demokratie? Beleidigungen, Drohungen, sexualisierte Gewalt: Was früher auf der Straße passierte, findet heute immer häufiger im Internet statt – mit teilweise erheblichen Folgen im realen Leben. Für dieses Phänomen hat sich der Begriff der digitalen Gewalt etabliert. Der Begriff digitale Gewalt steht dabei für verschiedene Formen von Angriffen auf Personen im digitalen Raum. Eine einheitliche gesetzliche Definition des Begriffs liegt bislang nicht vor. Laut der Studie “Lauter Hass, leiser Rückzug – Wie Hass im Netz den demokratischen Diskurs bedroht – Ergebnisse einer repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2024” haben 49 Prozent der Befragten schon Beleidigungen im Netz erlebt. Ein Viertel wurde mit körperlicher Gewalt und dreizehn Prozent mit sexualisierter Gewalt konfrontiert. Wer ist besonders betroffen? Besonders häufig betroffen sind nach eigenen Angaben Personen mit sichtbarem Migrationshintergrund mit einem Anteil von 30 Prozent, junge Frauen zu ebenfalls 30 Prozent und Menschen mit homosexueller (28 Prozent) oder bisexueller (36 Prozent) Orientierung. Dies kann bei den Betroffenen zu psychischen (35 Prozent) sowie körperlichen (18 Prozent) Beschwerden führen. Zudem ziehen sie sich viele deswegen aus dem Diskurs zurück (41 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten bekennt sich aus Angst im Netz seltener zur eigenen politischen Meinung (57 Prozent), beteiligt sich seltener an Diskussionen (55 Prozent) und formuliert Beiträge bewusst vorsichtiger (53 Prozent). 89 Prozent stimmen der Ansicht zu, dass Hass im Netz in den vergangenen Jahren zugenommen hat und 76 Prozent sind besorgt, dass durch Hass im Netz auch die Gewalt im Alltag zunimmt. In der ″Studie Angegriffen & alleingelassen: Wie sich digitale Gewalt auf politisches Engagement auswirkt. Ein Lagebild″ untersuchten Janina Steinert, Angelina Voggenreiter und Luise Koch von der Hochschule für Politik an der TUM, in welchem Umfang und in welcher Form politisch engagierte Menschen in Deutschland digitale Gewalt erleben und welche Auswirkungen diese auf das Verhalten und die Bereitschaft der Befragten hat, politische Verantwortung zu übernehmen. Für die Studie wurden über 1.000 politisch engagierte Personen aus verschiedenen Ebenen des politischen Systems befragt. Darunter waren hauptsächlich Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien, die auf allen Ebenen – von der Kommune bis zur Bundesebene – tätig waren. Weitere Studienteilnehmer waren Aktivisten, Wissenschaftler, Journalisten, Publizisten und Parteimitglieder ohne politisches Mandat. (…) Die Studienergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der politisch Engagierten bereits Opfer digitaler Gewalt wurde, wobei Frauen besonders häufig betroffen waren. 68 Prozent der betroffenen Frauen berichteten von geschlechtsspezifischer Gewalt wie Sexismus oder Frauenhass, und fast ein Viertel von ihnen erhielt Androhungen physischer sexueller Gewalt wie Vergewaltigungsdrohungen. Männliche Betroffene wurden hingegen häufiger mit anderen Formen körperlicher Gewalt bedroht, wie Schlägen oder Mord (51 Prozent). Personen, die digitale Gewalt erlebten, berichteten auch häufiger von Erfahrungen mit analoger Gewalt. Die Folgen digitaler Gewalt sind gravierend: Betroffene Frauen verändern oft ihre öffentliche Kommunikation oder erwägen, sich aus der Politik zurückzuziehen, obwohl sie in Parteien und Parlamenten ohnehin unterrepräsentiert sind. Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass digitale Gewalt das politische Engagement in Deutschland gefährdet und damit eine tragende Säule der parlamentarischen Demokratie bedroht.

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Symbolbild; KI-generiert

Bayerischer Landtag – Stadler steht vor Aufhebung seiner Abgeordneten-Immunität – #LockHimUp

Die Generalstaatsanwaltschaft München will gegen den AfD-Politiker ermitteln. Über die Aufhebung der Immunität entscheidet der Landtag. Der AfD-Parlamentarier Ralf Stadler steht erneut vor der Aufhebung seiner Immunität als Abgeordneter des bayerischen Landtags. Die Generalstaatsanwaltschaft München hatte die Aufhebung beantragt, wie der Landtag bestätigte. Üblicherweise wird ein solcher Antrag gestellt, um ein Ermittlungsverfahren einleiten zu können. (…) Stadler selbst sagte, es gehe um einige seiner Aktivitäten auf Social Media. Er habe etwa einen Social Media Post weitergeleitet, in dem eine Bürgergeld-Empfängerin aus der Ukraine Auskunft über ihre Bezüge gibt. Er sehe darin keinen Rechtsverstoß, weil die Frau die Angaben selbst öffentlich gemacht hatte. Stadler, seit 2018 im bayerischen Landtag, war bereits mehrmals durch Äußerungen aufgefallen, die von Politikern anderer Parteien in die Nähe des Rassismus gerückt worden waren. Wegen des Fälschens eines Fotos mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) war bereits zuvor seine Immunität aufgehoben worden. Er hatte in der Folge einen Strafbefehl über 60 Tagessätze akzeptiert. Unter anderem wurde ihm auch die Waffenbesitzkarte entzogen, wogegen er ohne Erfolg geklagt hatte. Stadler ist vom Landtagspräsidium mehrmals für Zwischenrufe gerügt worden.

via sz: Bayerischer Landtag Stadler steht vor Aufhebung seiner Abgeordneten-Immunität

Matthias Helferich – E-Mails über Rassenlehre und Gewaltfantasien belasten AfD-Abgeordneten schwer

Matthias Helferich nannte sich einst das »freundliche Gesicht des NS«, heute sitzt er für die AfD im Bundestag. SPIEGEL-Recherchen legen nahe, dass er noch extremer tickt als bislang bekannt. Matthias Helferich hat gute Laune. Der AfD-Politiker steht vor einigen Tagen im Innenhof eines Bundestagsgebäudes und nimmt ein Video für seine Follower auf. Seine Fraktion hat gerade beschlossen, ihn in den Kultur- und Medienausschuss zu entsenden. Genau in den Ausschuss, in den Helferich wollte. Jahrelang, sagt er, habe er sich für »Remigration« eingesetzt – ein rechtsextremer Kampfbegriff  für massenhafte Abschiebungen und das Verdrängen von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland. Aber es brauche mehr, so Helferich. Nämlich »die Stärkung unseres kulturellen, unseres identitären Bewusstseins«. Kultur-, Medien- und Identitätspolitik sei dafür »der richtige Ansatzpunkt«. Ausgerechnet Helferich soll nun also in einem Ausschuss des Bundestages kontrollieren, welche kulturellen Projekte und Institutionen die Bundesregierung fördert. Er soll sich für Presse- und Kunstfreiheit einsetzen. Mitreden dürfen bei Fragen rund um »geschichtliche Lernorte von nationaler Bedeutung«, wie es der Bundestag beschreibt. Und sich um die Aufarbeitung von NS-Verbrechen kümmern. Dabei ist der 36-Jährige einer der umstrittensten Abgeordneten der AfD. Bekannt wurde Helferich, weil er sich einst in einem Chat »das freundliche Gesicht des NS« nannte. Er sagt, das sei ironisch gemeint gewesen. In der vergangenen Legislaturperiode wollte selbst die AfD-Fraktion ihn deswegen nicht in ihren Reihen haben. Doch inzwischen sind den meisten Funktionären auch solche Grenzüberschreitungen offenkundig egal. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, nennt die NS-Chatäußerung einen »alten Hut«. Vor ein paar Wochen wurde Helferich ohne Diskussion in die Fraktion aufgenommen (…) Helferich sagte in einem Video, es handele sich beim Verfassungsschutz um eine »Willkürbehörde«, die Beobachtung sei nur »ein Werkzeug«. Die AfD müsse die Behörde »gemeinsam angreifen« und sich nicht als extremistisch einordnen lassen. Doch nun ist es Helferich selbst, der seiner Partei wieder Probleme bereiten dürfte. SPIEGEL-Recherchen legen nahe, dass »das freundliche Gesicht des NS« kein Ausrutscher war, sondern dass er Vertrauten gegenüber immer wieder sein rechtsextremes Weltbild propagierte. Der SPIEGEL hat E-Mails, Fotos und Dokumente von 2014 bis 2016 aus Helferichs Zeit bei der Bonner Burschenschaft Frankonia auswerten können. Außerdem liegen Tausende Nachrichten ab August 2024 aus einer Chatgruppe vor. Darin ist ein AfD-Mitglied namens Robert H. aktiv, der Helferich dort als seinen »Arbeitgeber« bezeichnet. Zahlreiche der Nachrichten sind rassistisch und menschenverachtend. Immer wieder geht es um den Nationalsozialismus. Die Nachrichten bieten einen ungefilterten Einblick in die Art, wie in rechtsextremen Kreisen und der AfD zum Teil gedacht und gesprochen wird. (…) Im Mai 2015 etwa schreibt Helferich augenscheinlich in einer Mail an einen Verbindungsbruder über seine Bewunderung für Wolfgang Willrich. Der Maler und Publizist spielte eine zentrale Rolle bei der visuellen Propaganda der Nazis. Als überzeugter Anhänger der Diktatur schrieb er »eine kunstpolitische Kampfschrift zur Gesundung deutscher Kunst im Geiste nordischer Art«. Er war maßgeblich daran beteiligt, Künstler und deren Werke als »entartet« zu brandmarken. Willrichs Bilder gefielen ihm »sehr«, heißt es in der fraglichen Mail, sie würden »eine erlebte Realität und eine hoffnungsvolle Zukunft des nationalsozialistischen Deutschlands« widerspiegeln. Allerdings sei dies keine »ernst zu nehmende Idealvorstellung für ein zukünftiges politisches Deutschland«. Helferich war damals noch in der CDU, bevor er ein paar Monate später in die AfD wechselte. »Das Ziel ist das selbe« Den Mails zufolge stellt sich Helferich 2015 nicht direkt eine Wiederkehr des Nationalsozialismus vor. Vom »Blutkult«, wie er es nennt, hält er wenig, allerdings aus strategischen Gründen. Die extreme Rechte in Österreich, England, Frankreich oder auch Pegida in Deutschland seien nicht deshalb erfolgreich, »weil sie biologisch-wissenschaftliche Beweise ins Feld führen, sondern weil sie an die Ängste, Gefühle, das Erlebte der Wähler appellieren und diese Gefühle zu politisieren wissen«. Er bittet die anderen Burschen, die zum Teil radikaler schreiben, ihm diese Sicht auf die Dinge nicht übelzunehmen. Sie seien als »realpolitischer Weckruf« gemeint, heißt es in der Mail weiter. »Das Ziel – das Überleben unserer Kultur- und Volksgemeinschaft – ist das selbe«. An anderen Stellen zeigt Helferich augenscheinlich noch weniger Distanz zum Nationalsozialismus. In einer Mail empfiehlt er einem »Bundesbruder« etwa ein Buch zur Psychologie der Massen, »welches schon Goebbels anleitete«. Und er fragt in die Runde, wem er ein anderes seiner Bücher geliehen habe. In einer Mail, die mit »Heilchen« beginnt und mit »Matthias« unterzeichnet ist, heißt es an ein Verbindungsmitglied gerichtet: »Du hast noch meine gesamte Rassenkunde-Literatur, du jüdischer Langfinger.« In einer anderen Mail, die mit »dein Helferich« unterzeichnet ist, steht das N-Wort und dass diese Menschengruppe eine »genetische Disposition zur kriminellen Lebensweise« habe. Eine weitere Mail endet mit einem PS: Er bevorzuge die Anrede »Holocaustleugner_In«.

via spiegel: Matthias Helferich E-Mails über Rassenlehre und Gewaltfantasien belasten AfD-Abgeordneten schwer

siehe auch: Witze über brennende Heime E-Mails belasten umstrittenen AfD-Politiker Matthias Helferich. Der AfD-Abgeordnete Helferich bezeichnet sich selbst als “freundliches Gesicht des NS”, was seine Haltung schon deutlich zum Ausdruck bringt. E-Mails aus seiner Zeit als Burschenschaftler fördern einem Bericht zufolge weitere Beispiele seines Weltbilds zutage. Er selbst gibt an, sich nicht daran erinnern zu können. Mehrere E-Mails aus seinen Burschenschaftsjahren belasten den umstrittenen AfD-Abgeordneten Matthias Helferich schwer. “Spiegel”-Recherchen legen nahe, dass es kein Ausrutscher war, dass Helferich sich einst in einem Chat als “das freundliche Gesicht des NS” bezeichnete, sondern dass er Vertrauten gegenüber immer wieder sein rechtsextremes Weltbild propagierte. Es geht um E-Mails, Fotos und Dokumente aus den Jahren 2014 bis 2016, als Helferich bei der Bonner Burschenschaft Frankonia war. Der “Spiegel” hat sie ausführlich geprüft. Einigen der E-Mails, die Helferichs tatsächliche Mailadressen aufweisen, hängen Fotos von ihm an, die zum jeweiligen Inhalt der Mail passen. (…) Auch mit Gewaltfantasien hat Helferich damals offenbar kein Problem. Im November 2015 endet eine der Mails mit dem Reim: “Advent, Advent, ein Asylantenheim brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Helferich vor der Reichstagstür. Und wenn das Fünfte brennt, hast du die Revolution verpennt!”

AfD-interne E-Mail rät Mitgliedern: “Unterlassen Sie Polemik”

Nach der Einstufung als “gesichert rechtsextrem” durch den deutschen Verfassungsschutz kalmiert die AfD-Spitze ihre Mitglieder im Staatsdienst und warnt vor “verfassungsfeindlichen Äußerungen”. “Differenzieren Sie in Ihrer Wortwahl, und bleiben Sie mit Ihren Äußerungen im verfassungskonformen Bereich. Distanzieren Sie sich von verfassungsfeindlichen Äußerungen.” Das sind zwei der “Handlungsanweisungen”, die die AfD in einer sogenannten Handreichung dieser Tage per E-Mail an ihre Mitglieder verschickt hat. Das parteiinterne Schreiben mit dem Titel “Handreichung für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst” wurde dem STANDARD und dem ARD-Politikmagazin Report Mainz zugespielt. Zwei weitere Handlungsanweisungen darin lauten: “Wenn Sie ein Vorstandsamt bekleiden, nutzen Sie es dazu, bei Bedarf mäßigend auf andere einzuwirken.” Und: “Halten Sie Ihre politische Einstellung aus Ihrer beruflichen Tätigkeit beim Staat heraus.” “Volksverständnis” Anlass des Schreibens ist die Einstufung der AfD als “gesichert rechtsextrem” durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Das BfV erklärte Anfang Mai unter anderem: “Das in der Partei vorherrschende ethnisch-abstammungsmäßige Volksverständnis ist nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar.”

via standard: AfD-interne E-Mail rät Mitgliedern: “Unterlassen Sie Polemik”

Rechtsextrem? Razzien bei Polizisten – Vorwürfe sehr konkret – #polizeiproblem

Polizisten aus dem Emsland und Hann. Münden sollen den Hitlergruß gezeigt und Aufnahmen von ausländischen Mitbürgern in Zellen verbreitet haben. Bei beiden gab es Razzien. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück sprach gegenüber NDR Niedersachsen von sehr konkreten Vorwürfen, weil sie den Ermittelnden als elektronische Daten vorlägen. Demnach werden ein 27-jähriger Polizist der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und ein 21-jähriger Polizeianwärter aus Hann. Münden (Landkreis Göttingen) unter anderem beschuldigt, rechtsradikales Gedankengut verbreitet zu haben. Am Mittwoch wurden ihre Wohnungen durchsucht. Zudem seien sie im Zuge eines Disziplinarverfahrens vorerst des Dienstes enthoben worden. Beide Männer seien verwandt – konkreter wurden die Behörden bislang nicht. 27-Jähriger soll Aufnahmen von hilflosen Personen geteilt haben Dem 27-Jährigen legen Polizei und Staatsanwaltschaft zur Last, während seines Dienstes Aufnahmen von Menschen in hilfloser Lage gemacht zu haben, vor allem von ausländischen Personen in Zellen. Diese habe er wohl per Messenger verbreitet, sagte Staatsanwalt Alexander Retemeyer. Dies wäre eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten. Polizeianwärter wird Zeigen des Hitlergrußes vorgeworfen Gegen den 21-Jährigen, der bisher an der Polizeiakademie Niedersachsen am Standort Hann. Münden studiert hat, ermitteln die Behörden, weil er den Hitlergruß gezeigt haben soll. Ihm wird deshalb zur Last gelegt, sich wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar gemacht zu haben. (…) In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich Andrea Menke, Polizeivizepräsidentin der Polizeidirektion Osnabrück, und Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, klar gegen rechtsextremes Gedankengut aus. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wolle man unmissverständlich und mit entschlossener Haltung reagieren.

via ndr: Rechtsextrem? Razzien bei Polizisten – Vorwürfe sehr konkret

Identitäre müssen nach Darstellung mit KI rechtsextremen “#Heimatkurier” stilllegen

Eine Politikwissenschafterin hatte geklagt, weil sie als aggressive Linksradikale dargestellt worden war. Das Handelsgericht Wien gab ihr recht, das Urteil ist rechtskräftig. Wer die rechtsextreme Medienwelt Österreichs verfolgt, wird gemerkt haben, dass der Heimatkurier, das Haus-und-Hof-Medium der Identitären, seit über zwei Monaten stillgelegt ist. Wie die Identitären selbst einräumen, liegt das auch an einem Gerichtsurteil, das dem STANDARD vorliegt. Demnach sei ein “langwieriges und kostenintensives zivilgerichtlichen Verfahren gegen eine Politikwissenschaftlerin” ein Mitgrund, wieso die Plattform eine “längere Pause” einlege. Als brutale Linksradikale dargestellt Der Hintergrund: Der Heimatkurier hatte zweimal ein KI-generiertes Bild veröffentlicht, das eine bekannte linke Politikwissenschafterin zeigt. Darin ist ihr Gesicht vermummt, hinter ihr steht eine Gruppe von anscheinend gewaltbereiten Männern, die ebenso vermummt sind und die Faust in den Himmel recken. In dem dazugehörigen Artikel wird sie unter anderem als “Linksradikale mit Antifa-Nähe” bezeichnet. In einem weiteren wird berichtet, dass die “Linksradikale” eine Auszeichnung der SPÖ erhalten hat. Die Politikwissenschafterin, die von der Medienrechtsanwältin Maria Windhager vertreten wird, klagte. Ihr Vorwurf: Sie werde in Text wie Bild als “fachlich unqualifizierte, radikale und gefährliche Person” dargestellt. Sie forderte Unterlassung, Schadenersatz, sowie die Gerichtskosten. Der Heimatkurier argumentierte hingegen, dass die Klägerin aufgrund der Fotomontage, in der ihr Gesicht vermummt zu sehen ist, nicht erkennbar sei. Die Politikwissenschafterin erwirkte zuerst eine einstweilige Verfügung und auch das Handelsgericht Wien gab der Politikwissenschaftlerin nun im Hauptverfahren recht. Das besondere an dem Urteil: Es ist eines der ersten öffentlich bekannten, in denen rechtswidrige Darstellungen thematisiert werden, die mittels KI produziert wurden. Nach der Argumentation des Handelsgerichts sei nicht relevant, dass es sich nicht um eine echte Abbildung handle, sondern eher, wie diese von außen wahrgenommen werde und ob die Person darin erkennbar sei.

via standard: Identitäre müssen nach Darstellung mit KI rechtsextremen “Heimatkurier” stilllegen

Bundesanwaltschaft – Mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle aufgedeckt: mehrere junge Männer festgenommen

Der Generalbundesanwalt geht gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle vor. Wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte, wurden heute früh bei einer Polizei-Aktion in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen fünf Verdächtige festgenommen. Sie stünden im Verdacht, unter anderem Anschläge auf Geflüchtete und politisch Andersdenkende geplant zu haben, hieß es. Die Festgenommenen sind den Angaben zufolge 14 bis 18 Jahre alt. Alle Personen gehörten einer vor gut einem Jahr gegründeten Vereinigung an, die sich selbst „Letzte Verteidigungswelle“ nenne. Ihr erklärtes Ziel sei es, durch Gewalttaten vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen. Ein erster Festgenommener wurde bereits in Untersuchungshaft genommen. Wie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mitteilte, handelt es sich um einen 14-Jährigen. Brandanschlag auf Kulturhaus in Altdöbern Konkret gehe es etwa um den Verdacht der Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung, versuchten Mord, Brandstiftung und die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft legten zwei der Festgenommenen im Oktober 2024 mit Brandbeschleunigern ein Feuer in einem Kulturhaus in Altdöbern in Brandenburg. Nur durch Zufall sei von den Bewohnern niemand verletzt worden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 500.000 Euro. Im Januar 2025 versuchten zwei der Beschuldigten, eine Asylbewerberunterkunft in Schmölln in Thüringen in Brand zu setzen. Zudem besprühten sie das Gebäude mit Hakenkreuzen und Schriftzügen wie „NS-Gebiet“ und „Deutschland den Deutschen“. Für einen weiteren geplanten Brandanschlag in Senftenberg seien Kugelbomben aus der Tschechischen Republik beschafft worden. Zudem sei in einem Video versucht worden, andere Mitglieder der „Letzten Verteidigungswelle“ zu ähnlichen Taten zu ermutigen.

via deutschlandfunk: Bundesanwaltschaft Mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle aufgedeckt: mehrere junge Männer festgenommen

siehe auch: Generalbundesanwalt Razzia gegen mutmaßlich rechtsextreme Terrorzelle – Festnahme in Brandenburg. Großeinsatz der Polizei in mehreren Bundesländern: Eine mutmaßlich rechtsextreme Terrorzelle steht im Visier der Behörden. Auch in Brandenburg gibt es eine Festnahme. Die Verdächtigen sind größtenteils minderjährig. Razzien in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen fünf Festgenommene, davon einer in Oberspreewald-Lausitz Sie sollen Mitglieder bzw. Unterstützer einer rechtsextremistischen terroristischen Vereinigung sein Gruppe soll für Anschlagsplanung und Brandanschlag in Südbrandenburg verantwortlich sein Die Bundesanwaltschaft ist am Mittwoch gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle namens “Letzte Verteidigungswelle” vorgegangen. Insgesamt 13 Objekte wurden durchsucht. Am frühen Morgen sind im Brandenburger Landkreis Oberspreewald-Lausitz sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen fünf Verdächtige festgenommen worden. Sie sollen unter anderem Anschläge auf Geflüchtete und politisch Andersdenkende geplant haben, wie die Behörde mitteilte. Die Verdächtigen sollen 14 bis 18 Jahre alt sein. Vier von ihnen seien mutmaßlich Mitglied der Vereinigung, einer mutmaßlich Unterstützer der Vereinigung, hieß es. “Wir haben gegen diese Personen Haftbefehle erwirkt, weil schwere Straftaten im Raum stehen, etwa der Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung – bei einigen Beschuldigten auch versuchter Mord und Brandstiftung”, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Ines Peterson, der ARD. “Die Beschuldigten werden nun dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt und dieser wird entscheiden, ob die Haftbefehle in Vollzug zu setzen sind.” Bei dem Verdächtigen aus Oberspreewald-Lausitz handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) um einen 15-Jährigen. Nach rbb-Informationen soll er in Altdöbern festgenommen worden sein. Ein weiterer 15-Jähriger aus dem Landkreis sitzt bereits in Untersuchungshaft. Nach DPA-Informationen fanden am Mittwoch Durchsuchungen in Altdöbern und Großräschen statt. Weitere Razzien gab es auch in Sachsen und Thüringen. Diese Maßnahmen richteten sich gegen drei weitere deutsche Staatsangehörige, die bereits in Untersuchungshaft sind; Alle Festgenommenen von rechtsextremer Zelle in Untersuchungshaft Gegen die fünf mutmaßlichen Mitglieder einer gestern zerschlagenen rechtsextremen Terrorzelle wurde Untersuchungshaft verhängt, teilt die Bundeanwaltschaft mit. Insgesamt seien jetzt acht Verdächtige in Haft. Anhören Merken Teilen Drucken Einen Tag nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechtsextremistischen Terrorzelle sitzen alle fünf Festgenommenen in Untersuchungshaft, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag mitteilte. Die 14 bis 18 Jahre alten Verdächtigen sollen sich „Letzte Verteidigungswelle“ genannt und Anschläge auf Geflüchtete und politisch Andersdenkende geplant haben. Sie wurden am Mittwoch bei Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen festgenommen. Vor etwa einem Jahr sollen sie sich zu der Gruppe zusammengetan haben, um Gewalttaten mit potenziell tödlichen Auswirkungen zu verüben. Ihnen werden unter anderem Mitgliedschaft und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung sowie versuchter Mord vorgeworfen. Zu der Vereinigung gehörten der Bundesanwaltschaft zufolge noch weitere drei Verdächtige im Alter von 18 bis 21 Jahren, die sich schon vor der Razzia am Mittwoch in Untersuchungshaft befanden. Einige der insgesamt acht Beschuldigten sollen bereits Brandanschläge verübt haben.

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