#Corona – Sächsisches #Innenministerium verschwieg Übermittlung von Infizierten-#Listen an Polizei

Im März behauptete das sächsische Innenministerium noch, die Polizei habe keine Corona-Listen mit Daten zu Infizierten erhalten. Heute beteuert es, nicht gewusst zu haben, dass seine Polizei in großem Umfang Listen erhielt. Das sächsische Innenministerium hat die Übermittlung von Corona-Listen an die Polizei verschwiegen. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren im März und Anfang April Daten von Infizierten sowie von Menschen in häuslicher Quarantäne weitergegeben worden. Von den Maßnahmen waren womöglich mehr als Tausend Personen betroffen – wie viele es wirklich sind, ist unbekannt, da sich die Datensätze überschneiden. Bekannt wurde all dies durch die Antworten von Innenminister Roland Wöller (CDU) auf zwei Kleine Anfragen von Kerstin Köditz, innenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Landtag (7/2257, 7/2839). (…) Die Übermittlung der Corona-Listen in Sachsen begann der Behörde zufolge am 5. März. Das Ministerium gibt an, die Polizeidirektion Dresden habe die Gesundheitsdaten beim Landratsamt in Pirna erbeten. Dieses ist für den Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig, wo damals gerade der erste Corona-Fall Sachsens festgestellt worden war. In den Datensätzen, die per E-Mail an die Polizei gingen, waren Namen und Adressen von Betroffenen enthalten. Die Übermittlung an die Polizeidirektion erfolgte über einen Zeitraum von elf Tagen. Anders als vom Innenministerium zunächst behauptet, wurde sie damit nicht „unverzüglich“ eingestellt. Am 17. März löschte die Polizei angeblich alle Daten. 114 Menschen waren nach Angaben des Ministeriums von dieser Weitergabe betroffen – eine Zahl, die wohl nur deshalb relativ niedrig ausfiel, weil die Verbreitung des Virus in Sachsen noch am Anfang stand. Am 23. März vereinbarte der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge abermals eine Weitergabe von Corona-Listen, diesmal an die Polizeireviere Sebnitz, Freital-Dippoldiswalde und Pirna. Gestoppt wurde sie erst am 5. April — zwei Tage nachdem das Innenministerium die pauschale Übermittlung von Infizierten-Daten per Erlass verboten hatte. Wie aus Wöllers Antworten hervorgeht, kamen bei den Polizeirevieren insgesamt Tausende, seither angeblich gelöschte Datensätze zusammen.

via netzpolitik: Corona – Sächsisches Innenministerium verschwieg Übermittlung von Infizierten-Listen an Polizei

https://twitter.com/DanielLaufer/status/1292893902647828480

Lagebild Antisemitismus: Verfassungsschutz sieht Antisemitismus in Teilen der neuen Rechten

In seinem Lagebild schreibt der Inlandsgeheimdienst von starker Verbreitung antisemitischer Ansichten. Bei der Neuen Rechten sieht er aber auch eine gegenläufige Tendenz. Der Verfassungsschutz erkennt bei einigen Vertretern der sogenannten Neuen Rechten und des Rechtsaußen-Flügels der AfD antisemitische Ansichten und Denkmuster. Das informelle Netzwerk der rechtsextremistischen bis rechtskonservativen Kräfte verhält sich da demnach nicht einseitig. Das eine Lager verteidige das Existenzrecht Israels, die israelische Außen- und Sicherheitspolitik, heißt es in einem Lagebericht des Inlandsgeheimdienstes. Dieses Lager sieht sich in einer christlich-jüdischen Tradition stehend, die es gegen den von ihr so bezeichneten (politischen) Islam verteidigt. Das andere Lager innerhalb der Neuen Rechten sei dagegen “anti-imperialistisch” und israelkritisch. Diese Menschen und Gruppen sähen den ideologischen Hauptfeind stärker im Liberalismus als im Islamismus. Zur Neuen Rechten zählt der Inlandsgeheimdienst beispielsweise das Compact-Magazin und das Institut des Verlegers Götz Kubitschek, das Verbindungen zum rechtsnationalen AfD-Flügel pflegt. Beide Institutionen werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Nach Einschätzung der Behörde äußern sich auch Vertreter des inzwischen offiziell aufgelösten Flügels der AfD unter Verwendung “antisemitischer Versatzstücke”, insbesondere der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke (…) Maßgeblich radikalisiert werden Täter demnach auf Online-Kanälen: “Insbesondere das Internet ist ein wesentlicher Dynamisierungsfaktor für die Verbreitung antisemitischer Hetze”, stellt der Verfassungsschutz fest. Das hat auch Folgen außerhalb der virtuellen Welt: Eine “enorme Internetradikalisierung” konstatiert die Behörde beispielsweise bei dem Attentäter von Halle.

via zeit: Lagebild Antisemitismus: Verfassungsschutz sieht Antisemitismus in Teilen der neuen Rechten

Rassismus in der DDR – Das verdrängte Pogrom in Erfurt 1975

Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992 gelten als erstes Pogrom gegen Ausländer in Deutschland nach 1945. Doch vor genau 45 Jahren war in Erfurt bereits Vergleichbares geschehen. Die DDR-Medien durften jedoch nicht darüber berichten. Vor dem Weltjugendlied gab es kein Entrinnen in der DDR. „Jugend aller Nationen“, „die Welt“ und „international“ waren wichtige Schlagworte: Internationale Anerkennung. Internationale Solidarität. Und die DDR als ihr eigenes Weltwunder: Alles ist gut. „30 Jahre marxistisch-leninistische Agrarpolitik. 30 Jahre Bündnis der Arbeiterklasse mit den Bauern.“ So wirbt das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ am 9. August 1975 für einen Beitrag auf Seite 3. Eine ganze Seite voller Phrasen eines Politbüro-Mitgliedes. (…) Am Wochenende ist Volksfest auf dem Erfurter Domplatz. Jugendliche geraten aneinander. Doch es ist keine kleine Volksfest-Prügelei, die sich schnell beruhigen lässt. Das Ministerium für Staatssicherheit notiert: „10. 08.: Tätlichkeiten zwischen algerischen, ungarischen (sic!) und Jugendlichen aus Erfurt auf dem Volksfest. In der Folge werden 25 algerische Bürger, die solidarisch (sic!) ihren verletzten Kollegen (2) folgen und sich selbst gegen tätliche Angriffe schützen wollen, von bis zu 300 aufgebrachten jungen Erfurter Bürgern bis in den Bereich des Hauptbahnhofs verfolgt und teilweise zu tätlichen Auseinandersetzungen provoziert.“ Bis zu 300 Jugendliche aus der DDR jagen Algerier und Ungarn durch die Straßen Erfurts. Und das ist erst der Anfang. Am nächsten Abend geht es weiter. Die Stasi hält fest: „11.08. In den Abendstunden werden Gruppen algerischer Bürger im Stadtzentrum, die korrekt auftraten, von negativen Erfurter Bürgern provoziert, ohne dass es zu Tätlichkeiten größeren Ausmaßes kommt. Gegen 23.15 Uhr stellte eine Gruppe von Erfurter Bürgern, vorwiegend Jugendliche, zwölf auf dem Weg ins Wohnheim befindliche Algerier vor der Hauptpost. Sicherheitsorgane geleiten die algerischen Bürger ins Hauptpostamt und veranlassen ihren gedeckten Abtransport (Hinterausgang) in Richtung Wohnheim. Inzwischen ist die Gruppe auf 150 Personen angewachsen; es wird provokatorisch Herausgabe der Algerier verlangt, die man laut Zwischenrufen und Sprechchören ´totschlagen bzw. hängenwill. Ihre Zielsetzung kommt auch darin zum Ausdruck, dass solche Rufe erfolgten wie ´Schlagt die Bullen tot.

Es gibt keine Bilder und keine Tonaufnahmen. Das hilft, alles zu vertuschen. Der Historiker Harry Waibel benennt das, was an diesem und den folgenden Tagen passiert: „Diese Pogrome, die in diesen Tagen im August 1975 stattgefunden haben, waren auch dadurch gekennzeichnet, dass zum ersten Mal in der DDR ein Wohnheim ausländischer Arbeiter gewalttätig angegriffen wurde. Diesen ersten Angriff folgten weitere 39 bis zum Ende der DDR.“ Das erste Nachkriegspogrom in Deutschland – ausgerechnet in der sozialistischen und antifaschistischen DDR.

via deutschlandfunkkultur: Rassismus in der DDRDas verdrängte Pogrom in Erfurt 1975

Ohne Maske am Bahnhof: Reichsbürger wehrt sich vehement gegen Polizei

Ein Olchinger (55) war am Hauptbahnhof in München ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs. Er verhielt sich so renitent, dass ihn die Polizei mit Gewalt auf die Wache schleppe musste. Die Polizei hat am Hauptbahnhof einen Olchinger ohne Maske geschnappt. Der Mann wehrte sich gegen die Beamten. Jetzt wird gegen ihn ermittelt. Am Sonntagabend hielt eine Streife der Deutsche-Bahn-Sicherheit am Hauptbahnhof München einen 55-Jährigen und eine 52-Jährige (beide deutsch) wegen fehlender Mund-Nasen-Bedeckung an. Nachdem sich das Pärchen nach Ansprache und Belehrung weiterhin weigerte, eine Maske zu tragen, wurde die Bundespolizei hinzugezogen. Die Frau aus dem Landkreis Böblingen (Baden-Württemberg) legte nun ein ärztliches Attest vor, das sie von der Maskenpflicht befreit. Der 55-Jährige Olchinger aber änderte auch gegenüber den Beamten sein Verhalten nicht. Zur Personalienfeststellung sollte er mit auf die Dienststelle am Hauptbahnhof kommen. Als auch das nicht freiwillig erfolgte, wandten die Beamten Zwang in Form von einfacher körperlicher Gewalt an. Der 55-Jährige stemmte sich dabei gegen die Laufrichtung und versteifte sich derart, dass mehrere Polizisten nötig waren, um ihn zur Dienststelle zu bringen. Hierbei gab der Olchinger Aussagen von sich, die auf eine Zugehörigkeit zur Reichsbürgerszene schließen ließen, so die Bundespolizei.

via merkur: Ohne Maske am Bahnhof: Reichsbürger wehrt sich vehement gegen Polizei

Nach Angriffen in #Erfurt – #Verfassungsschutzpräsident Kramer: “#Neonazi-Szene ist enthemmt”

Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer warnt vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft von Neonazis in Städten. Im Interview mit der Zeitung “Welt” sagte Kramer, es wäre ein grober Irrtum zu glauben, dass Neonazis nur in den ländlichen Regionen Thüringens anzutreffen seien. Zwar registrierten seine Behörde dort schon länger, dass Rechtsextremisten sich über Siedlungs- und Wohnprojekte auszubreiten versuchen. Aber auch in einer Erfurter Wohnsiedlung gibt es Kramer zufolge seit Jahren einen Ableger der rechtsextremen Vereinigung “Der dritte Weg”. Dass Rechtsextremisten kürzlich direkt vor der Thüringer Staatskanzlei einen Angriff verübt hätten, sieht Kramer als eine neue Qualität. Das zeige, wie enthemmt in der Szene inzwischen vorgegangen werde. Die Zunahme von Straftaten mit rechtem Hintergrund führt Kramer auf jahrelange Versäumnisse von Politik und Behörden zurück. Auf diese Szene sei so gut wie kein Druck ausgeübt worden

via mdr: Nach Angriffen in Erfurt – Verfassungsschutzpräsident Kramer: “Neonazi-Szene ist enthemmt”

#Volksverhetzung – Dem #Neonazi-Schreihals wird der Prozess gemacht

Wie lange nervt der noch? Am Samstag terrorisierte Neonazi Sven Liebich (48) wieder die Hallenser mit seinen Pöbeleien gegen Staat, Flüchtlinge und Andersdenkende. Am 18. August hat der rechtsradikale Dauer-Demonstrant allerdings einen Auftritt vor dem Amtsgericht. Der Mann, der im aktuellen Verfassungsschutzbericht im Bereich Rechtsextremismus als „einer der führenden sachsen-anhaltischen Protagonisten“ eingestuft wird, sitzt dann wegen Beleidigungen, Verleumdungen und Volksverhetzung auf der Anklagebank. Es geht u.a. um Äußerungen gegen die Grünen-Politikerin Renate Künast und Ex-SPD-Parteichef Martin Schulz, zudem um Beschreibungen politischer Gegner als „Made“, „Laus“ und „Linksmade“. Inhalte diverser Flyer, die Liebich über seine Werbefirma vertreibt, erfüllen laut Anklage zudem den Tatbestand der Volksverhetzung.

via bild: Volksverhetzung Dem Neonazi-Schreihals wird der Prozess gemacht

Sächsische Polizeigewerkschaft schließt #AfD-Abgeordneten #Kuppi aus – #dpolg

Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Sachsen hat den AfD-Landtagsabgeordneten Kuppi ausgeschlossen. Der Politiker und stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands sei seit Ende Juni nicht mehr Mitglied, sagte DPG-Landeschefin Martin dem „Spiegel“. Hintergrund sei ein geplanter Auftritt Kuppis mit dem früheren Brandenburger AfD-Fraktionschef Kalbitz, dessen Mitgliedschaft die Partei jüngst annulliert hatte.

via deutschlandfunk: Sächsische Polizeigewerkschaft schließt AfD-Abgeordneten Kuppi aus