Spotify takes down Andrew Tate ‘pimping’ podcast after complaints

Misogynist influencer’s content reportedly sparked objections from staff as well as a petition signed by 92,000. Spotify has removed an Andrew Tate podcast after complaints from users including an online petition signed by more than 92,000 people. The “degree course” by the misogynist influencer titled “pimping hoes” was deemed to be in breach of the company’s rules and removed. Several podcasts have been removed from the service this week, including the “pimping hoes” course. The takedowns were first reported by the tech news site 404 Media, which alleged that some Spotify employees had complained about Tate content being available. “Pretty vile that we’re hosting Andrew Tate’s content,” wrote one employee on an internal messaging platform, according to 404 Media. A Spotify spokesperson said: “The content in question was removed because it violated our policies, not because of employee discussion.” One Spotify user, commenting on the podcast before it was taken down, wrote: “These courses actively teach men how to manipulate, control and profit from the exploitation of women.” The user added that the course breached Spotify’s own terms of use.

via guardian: Spotify takes down Andrew Tate ‘pimping’ podcast after complaints

siehe auch: ‘Pretty Vile:’ Spotify Removes Andrew Tate ‘Pimping Hoes’ Class After Employees Complain Internal Spotify communications viewed by 404 Media show Spotify’s own employees complaining about Andrew Tate’s course being available on the platform. Some Spotify employees are not happy that the audio streaming giant was, until this week, hosting and profiting from a course about “pimping hoes” by Andrew Tate, according to internal Spotify communications viewed by 404 Media.  “Pretty vile that we’re hosting Andrew Tate’s content,” one Spotify employee said in a company Slack channel called #ethics-club, and linked to a Linkedin post that criticized Spotify for hosting the course.  “Happy Women’s History Month, everybody!” another employee said, adding a sweating smiling emoji.  Tate is an infamous manosphere influencer known for promoting misogyny and anti-semitic conspiracy theories and who was previously charged for human trafficking and rape. Since those Slack messages were posted, Spotify appears to have removed the “pimping hoes” class from its platform. Another course titled “How to get girls FAST AND EASY by Andrew Tate (PHD Course),” is still hosted on Spotify, and has over 70 comments from users calling for its removal.  Before it was removed, the “pimping hoes” course had 276 comments on Spotify that unanimously called on the company to remove it.

AfD-Abgeordneter bei Mercedes: Mitarbeiter beschweren sich

Der AfD-Landtagsabgeordnete Miguel Klauß erlangte mit einem „Abschiebekalender“ zweifelhafte Bekanntheit. Innerhalb seiner Partei gilt er als Hardliner. Neben seinem Mandat ist er bei Mercedes in Sindelfingen als Einkäufer beschäftigt. Unter den Mitarbeitern regt sich Widerstand: Sein Verhalten passe nicht zu den Leitlinien des Unternehmens. Der schwäbische Autohersteller Mercedes positioniert sich seit Jahren als besonders umweltbewusstes Unternehmen: „Nachhaltigkeit und Klimaschutz bilden einen wesentlichen Eckpfeiler unserer Unternehmensstrategie“, schreibt der Konzern auf seiner Webseite. Die gesamte Fahrzeugflotte soll bis 2039 CO2-neutral werden. Diese Leitlinie wird aber offensichtlich nicht von allen Mitarbeitenden mitgetragen. Einer von ihnen ist Miguel Klauß aus dem baden-württembergischen Nagold. Klauß ist bei Mercedes im Aluminiumeinkauf tätig, in Teilzeit. Neben seiner Tätigkeit beim Autobauer bekleidet er ein politisches Mandat, er ist Landtagsabgeordneter und Teil der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg. Klauß macht kein Geheimnis aus seiner Haltung. So sagt er öffentlich: „Manager, die linker grüner Politik hinterherlaufen und überrascht sind von den Konsequenzen, sind Totalversager.“ Umweltfreundliche Baumaßnahmen, etwa Fassadendämmung oder Solaranlagen, nennt er „Klimawahn“. (…) Im Oktober vergangenen Jahres traf sich Klauß mit Vertretern des Vereins „Zentrum – Die alternative Gewerkschaft e.V.“ im Landtag. Die angebliche Gewerkschaft, bei der Klauß nach eigenen Angaben Mitglied sei, stand bis 2022 noch auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. In einem Post auf der Plattform Instagram schreibt er zum Besuch, der Verein stelle sich gegen das Verbrenner-Aus. In Gesprächen am Arbeitsplatz habe sich Klauß laut des Mitarbeitenden teils klimawandelleugnerisch geäußert oder gegen Elektrofahrzeuge gewettert. Aufgefallen sei er zudem mit entsprechenden Kommentaren im internen Kommunikationstool. Unter einem Eintrag im Intranet schießt Klauß etwa gegen die E-Auto-Pläne bei Mercedes: Die Strategie hätte keinen Mehrwert, „außer dass mir manche Spinner einreden mit einem E-Auto würde ich es verhindern, dass es in Zukunft Hochwasser in Bangladesch gibt“. Weiterhin schreibt er „CO2-Steuer ist schon Abzocke genug (…) CORRECTIV liegt eine formelle Beschwerde gegen Klauß aus dem internen Whistleblowing-Tool von Mercedes vor. Ein Mitarbeitender schreibt darin, Klauß äußere sich in der Öffentlichkeit und in sozialen Medien regelmäßig diskriminierend gegen Minderheiten.

via correctiv: AfD-Abgeordneter bei Mercedes: Mitarbeiter beschweren sich

Der AfD-Landtagsabgeordnete Miguel Klauß erlangte mit dem „Abschiebekalender” zweifelhafte Bekanntheit. Der Politiker stellte darin u.a. „die 12 schönsten Abschiebeflieger” vor. Neben seinem Mandat ist Klauß bei Mercedes in Sindelfingen beschäftigt. Unter den Mitarbeitern regt sich Widerstand.

— CORRECTIV (@correctiv.org) 2025-03-14T10:34:15.456Z

Nach Übernahme durch Trump J.D. Vance bei Besuch von Konzert im Kennedy Center ausgebuht

US-Präsident Trump brachte vor Kurzem auch das Kennedy Center unter seine Kontrolle. Nun wollte sein Stellvertreter dort ein Konzert besuchen – und wurde von Teilen des Publikums wenig freundlich empfangen. Protest gegen die Politik der US-Regierung? J.D. Vance und seine Frau Usha sind beim Besuch eines Konzerts im Kennedy Center in Washington ausgebuht worden. Das zeigt ein Video, das der »Guardian«-Korrespondent Andrew Roth auf der Plattform X teilte. Hintergrund ist möglicherweise, dass US-Präsident Donald Trump vor Kurzem die größte Kultureinrichtung Washingtons übernommen hatte. Das Ehepaar Vance ist Medienberichten zufolge gerade dabei, für ein Konzert des griechischen Geigers Leonidas Kavakos und des National Symphony Orchestra Platz zu nehmen, als zunächst eine, dann mehrere Personen Buh rufen. Laut der »New York Times«  dauerten die Buhrufe Besuchern zufolge etwa 30 Sekunden an (…) Die politische Übernahme des Zentrums durch die neue Regierung ist Teil einer breiten Kampagne gegen eine vermeintlich »woke« Kultur. Auf die Übernahme reagierten mehrere Künstlerinnen und Künstler, darunter die Sängerin und Musikerin Rhiannon Giddens, mit Protest und einer Absage von Auftritten.

via spiegel: Nach Übernahme durch Trump J.D. Vance bei Besuch von Konzert im Kennedy Center ausgebuht

siehe auch: Vice President Vance gets booed at the Kennedy Center. Music director Gianandrea Noseda conducts the National Symphony Orchestra at the Kennedy Center on March 13. Julian Thomas/National Symphony Orchestra Symphony orchestra audiences aren’t known for their rowdiness but Thursday night’s concert at the Kennedy Center by the National Symphony Orchestra was a brief exception. As Vice President Vance and second lady Usha Vance entered the Kennedy Center Concert Hall, audience members booed loudly. Videos of the episode have gone viral on social media. Usha Vance was recently appointed by President Trump to the Kennedy Center’s Board of Trustees. Describing the scene in the Washington Classical Review, Charles T. Downey writes the Vances were “greeted less than cordially with a sustained chorus of loud booing.”

https://twitter.com/Andrew__Roth/status/1900328526630576466

“Germanische Neue Medizin” – Gefährlicher Medizin-Mythos breitet sich aus

Eine pseudomedizinische Bewegung findet immer mehr Anhänger in sozialen Medien und Chatgruppen: die “Germanische Neue Medizin”. Die Anhänger lehnen Wissenschaft und Schulmedizin ab. Das kann auch tödliche Folgen haben. Wenn Caro* als Kind Zahnschmerzen hatte, dann gingen ihre Mutter und ihr Stiefvater nicht mit ihr zum Arzt. Sie legten stattdessen eine CD ein. Darauf war nur ein Lied. Ein Mann sang es, mit monotoner Stimme. Dieses Lied, “Das Studentenmädchen”, sollte gegen die Zahnschmerzen helfen. Der Sänger hieß Ryke Geerd Hamer. Ein ehemaliger Arzt und Begründer einer Bewegung, die sich Germanische Neue Medizin nennt. Caro wuchs in dieser Bewegung auf, ihre Familienmitglieder sind glühende Anhänger von Hamer, der im Jahr 2017 verstarb. Seine Idee aber lebt weiter. Anhänger verbreiten seine Ideologie über zahlreiche Telegram-Kanäle. Zwei dieser Kanäle haben jeweils um die 50.000 Mitglieder. Die “Germanische Neue Medizin” wird vor allem im deutschsprachigen Raum praktiziert, aber auch in den USA und in Indien. Laut Ryke Geerd Hamer sollte die “Germanische Neue Medizin” nicht weniger als die Revolution der Medizin sein. Eine komplett neue Art, Krankheiten zu verstehen. Jede Krankheit soll durch einen seelischen Konflikt entstehen. Um wieder gesund zu werden, muss man laut Hamer nichts tun, außer diesen Konflikt zu lösen. Ärzte sind nicht mehr nötig, auch keine Schmerzmittel oder Chemotherapien. Ryke Geerd Hamer begründete die Germanische Neue Medizin Anfang der 1980er-Jahre. Er war ein Arzt, seine Approbation wurde ihm inzwischen entzogen. Hamer nannte seine Methode “die größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte”. Monatelange Recherchen eines Teams des Bayerischen Rundfunks zeigen ein anderes Bild. Die Germanische Neue Medizin ist eine gefährliche Pseudomedizin. Viele Menschen, die daran glaubten, sind gestorben. Mehrere Betroffene erzählen, dass Verwandten, wegen des Glaubens an Hamers Ideologie ihre Krebserkrankungen nicht behandeln ließen. Expertinnen und Experten warnen vor der “Germanischen Neuen Medizin” als alternative Behandlungsmethode. Die Deutsche Krebsgesellschaft veröffentlichte 2024 ein Statement, in dem es heißt: “Bei der sog. ‘Germanischen Neuen Medizin’ von Herrn Hamer handelt es sich um eine in der Biographie und Träumen von Herrn Hamer begründete Theorie ohne wissenschaftliche oder empirische Begründung”. Die deutsche Onkologin Jutta Hübner warnt ebenfalls vor der Bewegung. “Meine ärztlichen Kollegen und ich sind immer wieder entsetzt, dass so mit dem Leben und dem Vertrauen unserer Patienten umgegangen wird”, sagt sie. Antisemitische VerschwörungserzählungenAber an Hamers Ideologie ist nicht nur die Ablehnung der Wissenschaft problematisch. Sie basiert auf einem antisemitischen Weltbild. Das spürt auch Caro in ihrer Kindheit. Ihre Schulklasse plante eine Exkursion in eine KZ-Gedenkstätte. Caro wollte nicht mit. “Damals dachte ich, warum soll ich da hinfahren? Ist doch eh alles nur Kulisse”, sagt Caro heute. Ihre Familie leugnete den Holocaust.Diese Haltung kommt von Ryke Geerd Hamer selbst. Der Gründer der “Germanischen Neuen Medizin” war überzeugter Antisemit.

via tagesschau: “Germanische Neue Medizin” Gefährlicher Medizin-Mythos breitet sich aus

Umgang mit Mitarbeitern – IG Metall wirft Tesla Einschüchterung vor

Die IG Metall macht der Geschäftsführung des Tesla-Werks in Brandenburg schwere Vorwürfe: Von krankgeschriebenen Mitarbeitern sei Lohn einbehalten worden. Tesla spricht von “populistischen Skandalisierungen”.Die Gewerkschaft IG Metall wirft der Geschäftsführung des Tesla-Werks in Grünheide vor, die Belegschaft einzuschüchtern. Konkret gehe es um die Anerkennung von Krankschreibungen, erklärte ein Sprecher der IG Metall.”Oft zweifelt Tesla in einem ersten Schritt rückwirkend Krankschreibungen von Beschäftigten an und fordert dazu auf, Diagnosen offenzulegen und die Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden.” Zuvor hatte das Handelsblatt berichtet. In mehreren Fällen soll laut Gewerkschaft daraufhin der Lohn des Krankgemeldeten von Tesla einbehalten worden sein. “Nicht selten wird kein einziger Euro überwiesen”, führte der IG Metall-Sprecher aus.Häufig sei der Autobauer auf die Beschäftigten zugegangen – mit der Aussage, eine “Überbezahlung” festgestellt zu haben, da der Beschäftigte irrtümlich während der Fehlzeiten bezahlt worden sei. Diese “Schulden” würden die Betroffenen dadurch los, dass sie einen Aufhebungsvertrag unterzeichneten. (…) Die IG Metall sieht jedenfalls “unzulässige Einschüchterungen”. “Die vermeintlichen Überbezahlungen sind in fast allen Fällen nichts als haltlose Behauptungen”, sagte Dirk Schulze, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Die Fälle hätten zu einer Flut an Rechtsstreitigkeiten geführt. “Bei Tesla in Grünheide benötigen Mitglieder rund 21-mal so häufig den Rechtsschutz der Gewerkschaft wie im Durchschnitt der IG Metall”, so der Gewerkschaftssprecher.

via tagesschau: Umgang mit Mitarbeitern IG Metall wirft Tesla Einschüchterung vor

Tesla Elektroauto vor dem Rathaus in Dresden.jpg
By Lupus in Saxonia – Own work, CC BY-SA 4.0, Link

NUR HALB SO VIELE ARTIKEL ZU MANNHEIM WIE ZU MAGDEBURG & MÜNCHEN – #strukturellerRassismus

Analysen von Volksverpetzer und von Buzzfeed Deutschland zeigen: Der Anschlag von Mannheim mutmaßlich durch den Tatverdächtigen Alexander S. hat weitaus weniger Medienaufmerksamkeit bekommen als die ähnlichen Taten in Magdeburg oder München, als die Tatverdächtigen Nicht-Deutsche waren. MANNHEIM ERHIELT VIEL WENIGER AUFMERKSAMKEIT In Mannheim raste am 3. März 2025 ein 40-jähriger Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge. Zwei Menschen wurden getötet, elf weitere verletzt. Schon kurz nach der Tat liefen in sozialen Medien und rechtsextremen Kreisen die Empörungsmaschinerien heiß – allerdings nur so lange, bis klar war, wer der Tatverdächtige ist. Als bekannt wurde, dass der Festgenommene Alexander S. Deutscher ist, verstummten viele der zuvor lautesten Stimmen schlagartig​. Die Live-Ticker wurden eingestellt, die Gruppen und Kommentarspalten wurden ruhig. Auch Recherchen, die eine Neonazi-Vergangenheit des Tatverdächtigen enthüllten, sorgen nicht für breite Debatten. Diesen Eindruck kommentierte Volksverpetzer direkt am nächsten Tag. Jetzt gibt es mehrere Analysen, die diesen subjektiven Eindruck mit Zahlen untermauern. Volksverpetzer hat mit der Medienanalyse-Website „Mediacloud“ analysiert, wie viele Artikel zu den Schlagworten der Anschläge in Mannheim, München und Magdeburg respektive in Kombination mit dem Wort „Auto“ im zeitlichen Zusammenhang mit den Taten erschienen. Auch wenn definitiv falsch positive Beiträge in diese Analyse mit einfließen, so ist die Diskrepanz der Anzahl sehr deutlich und dürfte einen echten Trend abbilden. So haben die Vorfälle in München doppelt und Magdeburg sogar dreifach so viele Artikel hervorgerufen. In beiden Fällen waren die Tatverdächtigen im Gegensatz zum Tatverdächtigen in Mannheim Nicht-Deutsche. (…) „Die Stille nach dem Anschlag von Mannheim ist ganz typisch“, weiß der Journalismusprofessor Thomas Hestermann, der ZEIT ein Interview gab. Er erforscht, wie Medien über Gewalt berichten: „besonders häufig wird dann berichtet, wenn der Tatverdächtige keinen deutschen Pass hat“. Seine Studien zeigen, dass die deutschen Medien längst auf AfD-Linie berichten: Man berichtet weit überproportional nur über Taten von Nicht-Deutschen und nennt dann auch die Nationalitäten. Und diese Verzerrung bestätigt dann einen Mythos, der wissenschaftlich widerlegt ist: Eine brandaktuelle Studie des ifo-Instituts hat die Kriminalität nach Landkreisen zwischen 2018 und 2023 untersucht und belegt, dass mehr Ausländer die Kriminalitätsrate NICHT erhöhen. Das gilt speziell für Schutzsuchende.

via volksverpetzer: NUR HALB SO VIELE ARTIKEL ZU MANNHEIM WIE ZU MAGDEBURG & MÜNCHEN

Antwort auf 551 Fragen zu NGOs – Nimm das, Union

Mit 551 Fragen nahm die Union die linke Zivilgesellschaft ins Visier. Die taz hat die Antwort der Bundesregierung vorliegen. Selten sorgte eine Anfrage im Bundestag für so viel Aufruhr. Einen Tag vor der Bundestagswahl hatte die Union dort ihren Fragenkatalog zur „Politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ eingereicht, 551 Fragen lang, unterzeichnet von Friedrich Merz. Im Visier: 17 zivilgesellschaftliche Gruppen oder Medien, die der Union offenbar unbequem sind – die Omas gegen Rechts, Campact oder Correctiv. Nun schickte die Bundesregierung ihre Antwort an die Union – und bügelte die Fragen weitgehend ab. Der demokratische Verfassungsstaat „lebt von zivilgesellschaftlichem Engagement für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben und den Einsatz gegen menschen- und demokratiefeindliche Phänomene“, betont das Bundesfinanzministerium von Jörg Kukies (SPD), das die Antwort formulierte, gleich in einer Vorbemerkung. Eine Aufgabe des Staates sei es, dieses Engagement zu fördern, auch durch Gelder oder Steuerbegünstigungen. Dies geschehe seit Jahrzehnten „in einem parteiübergreifenden Konsens“. Die Union hatte ihre Anfrage mit „Protesten gegen die CDU“ begründet, die angeblich von gemeinnützigen Vereinen mitorganisiert wurden. Das Ministerium verweist dagegen auf das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit, das für eine Demokratie „konstituierend“ sei und auch vor Wahlen „nicht eingeschränkt“ sei. Die Regierung könne hier auch geförderten Gruppen keine Vorgaben für Demonstration machen. Und auch gemeinnützige Gruppen hätten laut eines Erlasses in der Abgabenordnung das Recht, sich politisch außerhalb ihres Satzungszweckes zu äußern, sofern dies „vereinzelt“ geschehe. Heißt: Auch ein Umweltverein darf sich gelegentlich etwa gegen Rassismus positionieren. Den Vorwurf der Union, dass die NGOs eine „Schattenstruktur“ bildeten, weist das Ministerium deutlich zurück: Dafür gebe es „keine Anhaltspunkte“. Auch sei es nicht Aufgabe der Regierung, „allgemeine Informationen über die Aktivitäten und Kontakte von Organisationen zu sammeln, zu überwachen oder zu bewerten“, auch wenn diese gefördert würden. (…) Die Union reagierte auf die Antwort wortkarg. Eine Fraktionssprecherin erklärte lediglich, dass man die Antwort „sorgfältig auswerten“ werde. Fraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) hatte zuvor noch gemeinnützigen Organisationen gedroht, ihnen Staatsgelder zu streichen, sollten sie sich an „parteipolitischen Aktionen“ gegen die Union beteiligen. SPD, Grüne, Linke und die NGOs hatten diese Ansage und die Bundestagsanfrage als Einschüchterungsversuch scharf kritisiert.

via taz: Antwort auf 551 Fragen zu NGOs Nimm das, Union

Antwort der Bundesregierung (PDF)