Kurz vor 90. Geburtstag Sohn Johannes kritisiert Dieter Hallervorden für Sketch

Mit einem Sketch über Menschen mit dunkler Hautfarbe sowie Sinti und Roma sorgte Dieter Hallervorden im Frühjahr für Schlagzeilen. Nun gibt es daran erneut Kritik – aus der eigenen Familie. (…) Zu Wort kommt unter anderem auch Hallervordens Sohn Johannes, 26, und der findet klare Worte. »Für mich ist dieser Auftritt absolut unnötig gewesen«, sagt er über einen Sketch, mit dem Hallervorden senior erst im Frühjahr für Aufsehen sorgte. (…)Die ARD verteidigte den Sketch wortreich als bewusste Provokation im »satirischen Kontext«, der 89-jährige Hallervorden erklärte sich ebenfalls, sah die Verantwortung aber beim Zeitgeist und den sozialen Netzwerken: »Woke Menschen von heute versuchen ängstlich, nicht aus der Reihe zu tanzen.« Wie man jetzt erfährt, irritierte die Selbstinszenierung als vermeintlich Verfolgter auf großer Bühne jedoch auch in der eigenen Familie. »Man darf einfach nur nicht mehr sagen, was andere Menschen verletzt oder diskriminiert – und das ist auch richtig so«, erklärt Hallervordens Sohn jetzt in der ARD-Dokumentation fast schon pädagogisch.

via spiegel: Kurz vor 90. Geburtstag Sohn Johannes kritisiert Dieter Hallervorden für Sketch

siehe auch: ARD-Eklat: Dieter Hallervordens Sohn Johannes distanziert sich mit scharfer Kritik – „Ist richtig so“. Es sollte eine Hommage an 75 Jahre ARD werden, doch der Auftritt von Didi Hallervorden (89) sorgte für einen handfesten Skandal. In der Jubiläumsshow im April 2025 verwendete der Komiker in seinem berühmten „Palim Palim“-Sketch das N-Wort und das Z-Wort – Begriffe, die heute als diskriminierend und rassistisch gelten. Was folgte, war ein Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien und eine breite gesellschaftliche Debatte über die Grenzen der Satire. Doch die schärfste Kritik kam ausgerechnet aus den eigenen Reihen: von seinem jüngsten Sohn Johannes Hallervorden (26). Johannes Hallervorden machte in der neuen ARD-Dokumentation „Hallervorden – Didi gegen den Rest der Welt“ deutlich, was er von dem umstrittenen Auftritt seines Vaters hält. „Für mich ist dieser Auftritt, um es deutlich zu sagen, absolut unnötig gewesen, weil es wieder suggeriert, man dürfe ja nicht mehr sagen, was man denkt“, erklärte Johannes Hallervorden in der Doku. „Dabei darf man einfach nur nicht mehr sagen, was andere Menschen verletzt, was andere Menschen kränkt und was diskriminierend ist. Und das ist auch richtig so.“

siehe dazu auch: DIE SACHE MIT DER DISKUSSION DARÜBER, WAS „MAN HEUTE ÜBERHAUPT NOCH SAGEN DARF“ (2018). ES GIBT KEINE „POLITISCHE KORREKTHEIT“, DIE DIE MEINUNGSFREIHEIT EINSCHRÄNKT. ES GIBT LEDIGLICH MENSCHEN, DIE SICH ALS OPFER EINER HART UMKÄMPFTEN SITTE SEHEN, AUFEINANDER RÜCKSICHT ZU NEHMEN. „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“ ist ein inzwischen hinlänglich bekannter Satz, der implizieren soll, dass der Sprechende gegen ein bestehendes Unrecht, das seine Meinungsfreiheit einschränkt, protestiert, indem er diese vermeintliche Meinungsfreiheit ausübt. Der Sprechende soll hier das Opfer sein. Paradoxerweise hat er aber IMMER das gesagt, was er vermeintlich nicht sagen darf. Und worum es sich dabei eigentlich immer handelt: Diskriminierende Sprache. Mit dem Kampfbegriff „politische Korrektheit“ wird eine Narrative aufgebaut, in welcher elitäre Gruppen die öffentliche Rede zensieren und Meinungsfreiheit einschränken. Doch diese Behauptung ist ein reiner Mythos, denn es stellt die Machthierarchien auf den Kopf: Der Schulhofschläger ist nicht das Opfer einer repressiven Schulpolitik, wenn ihm verboten wird, anderen Kindern das Pausenbrot zu klauen. Und dieser Vergleich hinkt auch noch, da die Verwendung vermeintlich untersagter Begriffe gar nicht verboten ist. Es gibt kein Menschenrecht darauf, diskriminierende Sprache verwenden zu dürfen – und nein, nur weil du es nicht für diskriminierend empfindest oder jemanden kennst, der damit kein Problem hat, so bezeichnet zu werden, hast du keinen Freifahrtschein auf die Benutzung dieses Wortes. Kein Wort hat in jedem Kontext zu jedem Zeitpunkt die gleiche Bedeutung für jeden. Sprache und Bedeutung wandeln sich und sind kontextabhängig. Eine frühere Bedeutung eines Wortes ist nicht legitimer als eine neuere – Im Gegenteil. Ein und das gleiche Wort können für zwei verschiedene Menschen etwas anderes bedeuten – Denn neben dem ebenfalls flüchtigen Denotat (der Hauptbedeutung), gibt es auch individuelle Konnotate (Nebenbedeutungen) von Begriffen.

Wahrenholz zeigt Flagge gegen Diebstahl von Regenbogenflaggen

In Wahrenholz formiert sich Widerstand gegen den offenbar politisch motivierten Diebstahl von Regenbogenflaggen. Initiativen rufen die Bewohner auf, überall im Ort die bunten Fahnen anzubringen. “Jetzt reicht es uns”, gibt sich Helmut Evers kämpferisch. Der Milchbauer aus Wahrenholz (Landkreis Gifhorn) sagt, es herrsche sehr viel Unmut im 3.800-Einwohner-Ort. Denn bereits zum vierten Mal seit Anfang 2024 hätten Unbekannte jüngst eine Regenbogenflagge vom Fahnenmast einer alteingesessenen Familie im Ort gewaltsam abgerissen. Diese habe die Fahne aus Solidarität und Überzeugung am Haus aufgehängt, erklärt Evers. Doch immer wieder verschwand die bunte Flagge. Sie ist Symbol der queeren Community und steht für Toleranz und Weltoffenheit. Ein Zeichen gegen Intoleranz Der Landwirt hat die Aktion “Wahrenholz zeigt Flagge” ins Leben gerufen. Zusammen mit der Initiative “Bauern gegen Braun” im Landkreis Gifhorn ruft er die Bewohner des Dorfes auf, an diesem Wochenende auf ihren Grundstücken Regenbogenflaggen anzubringen. “Jeder Zweite hier im Dorf hat einen Mast”, sagt Evers. “Normalerweise hängen dort andere Fahnen. Zum Beispiel wenn Schützenfest im Dorf ist.” Alle seien jetzt aufgerufen, dort jetzt als symbolischen Akt Regenbogenflaggen anzubringen, erklärt Evers. Wer keine eigene hat oder selbst keine im Internet bestellen will, der kann sich eine in Wahrenholz besorgen. Ein Schreibwaren- und Geschenkeladen im Dorf hatte sich mit 50 Flaggen bevorratet und die Flaggen zum Kauf angeboten – bis Freitag waren sie verkauft.

via ndr: Wahrenholz zeigt Flagge gegen Diebstahl von Regenbogenflaggen

Grüne-Jugend-Chefin Jette Nietzard bezeichnet Markus Söder als „Hundesohn“

Markus Söder lebe „das gute Leben“, wolle das aber nicht für andere, behauptet Jette Nietzard online. Ein kurzes Video schließt sie damit ab, den CSU-Chef als Hundesohn zu bezeichnen. Die Vorsitzende der Grünen Jugend, Jette Nietzard, hat auf ihrem TikTok-Account gegen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geschossen. In einem Video bezeichnete Nietzard Söder als „Hundesohn“. Darin wirft sie Söder vor, dass er „das gute Leben“ nur für sich selbst wolle und nicht für andere.  Söder reise und esse den ganzen Tag, aber müsse nicht arbeiten, behauptet Nietzard. „Er war selten bei Bundesratssitzungen, er ist selten im Parlament, eigentlich isst er die ganze Zeit und macht TikTok“, sagt sie. Und: „Würd ich auch gerne haben so ein Leben.“ Nietzard beklagt dann, Söder wolle das aber nicht für alle. „Seine Politik sagt halt: ‚Ich will reich sein, ich will geiles Essen, ich fliege um die Welt, aber ihr dürft das nicht haben‘“, so Nietzard. Es wäre ihrer Ansicht nach fair, wenn dieses Leben allen zustünde. „Aber dieser Hundesohn will einfach nur das gute Leben für sich und nicht das gute Leben für alle, das ist doch irgendwie Assi“, schließt sie das Video ab.

via berliber zeitung: Grüne-Jugend-Chefin Jette Nietzard bezeichnet Markus Söder als „Hundesohn“

Er wandte sich öffentlich gegen Faschismus: Privatwohnung von Berliner Immobilienmakler angegriffen

Erdal Kiyildi hatte sich jüngst öffentlich gegen Rechtsextremismus in Sachsen gerichtet. Nun wurde offenbar seine Privatwohnung in Berlin heimgesucht. Der Staatsschutz ermittelt. Das Zeichen ist krakelig, aber eindeutig: Ein Hakenkreuz prangt an der Wohnungstür von Erdal Kiyildi, Immobilienunternehmer aus Berlin. In der Nacht zu Dienstag sind Unbekannte in das Treppenhaus eingedrungen und hatten das NS-Symbol hinterlassen. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen, wie die Behörde auf Anfrage mitteilt. Der Staatsschutz leitet die Ermittlungen. Kiyildi stand schon zuvor im Fokus von Rechtsaußen: Eines seiner Häuser im sächsischen Sebnitz wurde wiederholt mit rassistischen Parolen beschmiert. In dem Wohnhaus leben ukrainische Geflüchtete. Kiyildi hat die Vorfälle öffentlich gemacht, richtete sich gegen den sich ausbreitenden Faschismus in Sachsen auch im Tagesspiegel. Nun wurde er offenkundig an seiner Privatadresse in Berlin heimgesucht. Gegen 1 Uhr sei er in dieser Nacht nach Hause gekommen, berichtet Kiyildi im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Als er wenig später ins Bad ging, habe er Geräusche an seiner Appartement-Tür wahrgenommen, schaute durch den Spion und sah zwei Taschenlampen im Dunkeln. „Ich hab’ dann laut gegen die Tür geschlagen, Alarm gemacht, dann sind sie weggerannt”, sagt er. Als er die Tür öffnete, sah er das Hakenkreuz, zudem habe sich eine flüssige Substanz an der Tür befunden, die nach Grillanzünder gerochen habe. Kiyildi geht davon aus, dass es sich um Brandbeschleuniger gehandelt habe. Die Polizei konnte am Donnerstag noch keine Angaben zu der Substanz machen. Kiyildi verständigte die Beamten kurz nach der Tat gegen 1.30 Uhr, fast eine Stunde später waren sie vor Ort.

via tagesspiegel: Er wandte sich öffentlich gegen Faschismus: Privatwohnung von Berliner Immobilienmakler angegriffen

„Wieso verbreiten Sie solche Falschinformationen?“: Dunja Hayali gerät bei Bürgergeld mit AfD-Politiker aneinander

Im ZDF-Morgenmagazin ging es um die angekündigten Sozialreformen der Regierung. Hayali und der AfD-Politiker René Springer waren sich bei den Zahlen allerdings uneinig. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali ist beim „Morgenmagazin“ mit dem AfD-Politiker René Springer aneinandergeraten. Konkret ging es dabei um die geplanten Reformen im deutschen Sozialsystem. Deutschland habe kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem, so der Sprecher für Arbeit uns Soziales der AfD-Bundestagsfraktion, Springer zu Beginn seines Gesprächs mit Hayali. Thema bei der Debatte um die Sozialreformen ist auch das Bürgergeld. Dazu präsentierte das ZDF im Morgenmagazin folgende Zahlen: Derzeit gibt es 5,5 Millionen Bürgergeld-Empfänger – davon sind 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre. 2,2 Millionen Bürgergeld-Empfänger sind in Ausbildung, pflegen Angehörige oder verdienen nicht genug, um davon ohne Aufstockung zu leben. So blieben noch 1,8 Millionen Menschen, die theoretisch arbeitsfähig wären. Von diesen sei jedoch der größte Teil (1,4 Millionen), „schwierig zu vermitteln“, weil sie keine Ausbildung haben, seit Langem arbeitslos, schwerbehindert oder älter als 55 Jahre sind. Angesprochen auf das Phänomen der Langzeitsarbeitslosen und wie die AfD gedenke, dies zu lösen sagte Springer: „Einmal haben wir eine Einwanderung in unsere Sozialsysteme“. Hayali widersprach: „Die sind eher nicht bei den Langzeitarbeitslosen“. Das sah Springer anders: „Ein Drittel der Langzeitarbeitslosen sind Ausländer“. „Ich habe gerade noch einmal nachgefragt weil ich bei Zahlen bei Ihnen immer ein bisschen skeptisch bin“, so Hayali. „Bei Schwarzarbeitenden sage Sie ein Drittel der Bezieher (von Bürgergeld) machen das“. Springer verwies darauhin auf Studien, die dies belegen sollen. Hayali wollte ihn unterbrechen, doch Springer wurde deutlich: „Nehmen Sie nicht die falschen Zahlen der Bundesregierung“ und sprach von 1,2 Millionen Bürgergeld-Empfängern die arbeiten könnten – im Gegensatz zu dem am Anfang des Morgenmagazins genannten Zahlen. Hayali wirft AfD-Politiker Falschinformation vor Hayali kam erneut auf die Schwarzarbeiter zu sprechen: „Ein Drittel sagen Sie, da bleiben Sie dabei?“ Schneider betonte erneut, sich auf Zahlen einer Studie zu beziehen. „Von Professor Schneider, der hat gesagt, das ist eine laufende Studie, der hat seine Zahlen korrigiert und sagt mittlerweile es sind nicht ein Drittel, sondern 10.000“, so Hayali. „Wieso bleiben Sie bei der falschen Zahl?“, fragte Hayali.

via beliner zeitung: „Wieso verbreiten Sie solche Falschinformationen?“: Dunja Hayali gerät bei Bürgergeld mit AfD-Politiker aneinander

Thüringen – Neonazis stören CSD in Suhl

Zum ersten Mal fand am Samstag im südthüringischen Suhl ein Christopher Street Day statt. Nach “provokanten Pöbeleien” von Rechtsextremen musste die Polizei einschreiten. Eine Person zeigte den verbotenen Hitlergruß. Rechtsextreme haben versucht, den ersten Christopher Street Day (CSD) in Suhl zu stören. Einzelne kleinere Gruppierungen hätten den Kontakt zu der Demo mit 350 Menschen am Samstag gesucht und “provokante Pöbeleien” begonnen, teilte die Polizei mit. Das sei unterbunden worden. Eine Person habe den verbotenen Hitlergruß gezeigt. Sie wurde wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angezeigt.

via queer: Thüringen Neonazis stören CSD in Suhl

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„Wir provozieren“: Streit um Marke von Neonazi-Shop erreicht Ministerien

Der Verein „Laut gegen Nazis“ verschenkt die Markenrechte des rechtsextremen Shops „Druck18“ an Thüringens Innenministerium – und sorgt für Reaktionen. Das Ringen um die Markenrechte einer der größten deutschen rechtsextremen Online-Shops namens „Druck18“ geht in die nächste Runde. Erst sicherte sich der Hamburger Verein „Laut gegen Nazis“ den Markennamen der Südthüringer Vertriebsplattform. Nun möchte er ihn zu gleichen Teilen verschenken. Die Adressaten: das Bundesinnenministerium und das Thüringer Innenministerium. Ihnen bleiben nur 24 Stunden, um die Schenkung anzunehmen. Vereinsgründer Jörn Menge sagt, dass hinter der Aktion mehrere Absichten stecken: „Wir provozieren. Und wir bieten dem Staat die Möglichkeit zu handeln. Wir selbst können keine Prognose darüber stellen, ob das erfolgreich sein wird oder nicht. Uns ist vor allem wichtig, dass die Zivilgesellschaft merkt, wie sich diese Szene finanziert. ‚Druck18‘ ist dafür ein Beispiel. Zehntausende Artikel führt die Firma. Es kann ja nicht sein, dass die Behörden das nicht sehen.“ Trotz der gesetzten 24-Stunden-Frist erwartet Menge nicht, dass die Innenminister das Thema sofort in die Hand nehmen. „Das wäre ja naiv.“ Vielmehr gelte es, auf die Versäumnisse in der Politik aufmerksam zu machen, durch die mit T-Shirts und Hoodies Millionen Euro verdient werden, die wiederum die rechtsextreme Szene finanzieren.

via TA: „Wir provozieren“: Streit um Marke von Neonazi-Shop erreicht Ministerien