Religionsgemeinschaft zerbricht wegen AfD-Mitglied

Die Stiftskirche ist das spirituelle Herz des Evangelischen Stifts Marienfließ. (Foto: kna-Bild/Oliver Gierens) Vor fünf Jahren entstand im Stift Marienfließ bei Meyenburg eine neue geistliche Gemeinschaft. Vor kurzem ist sie zerbrochen – weil eines der Mitglieder der AfD angehört. Es sollte ein geistlicher Aufbruch in altehrwürdigen Klostermauern werden: Pfarrer Helmut Kautz und seine Frau Almut gründeten im Jahr 2020 eine geistliche Gemeinschaft. Unter dem Namen „Quellort Marienfließ“ sollte sie Alleinstehende, Familien und Senioren vereinen, die gemeinsam auf dem Gelände leben. Nun hat sich die Gemeinschaft aufgelöst. Der Grund: Ein Mann, der mit seiner Familie im Frühjahr dieses Jahres eingezogen war, ist aktives AfD-Mitglied. Wie Pfarrer Kautz dem Nordkurier bestätigte, ist der Mann Fraktionsvorsitzender der AfD in einem Kreistag in Niedersachsen. Doch Kautz ließ als Prior (Vorsteher) der Gemeinschaft die anderen Mitglieder darüber im Unklaren. Die Angelegenheit kam schließlich ans Licht und sorgte offenbar für so heftigen Streit in der Gemeinschaft, dass sie sich auflöste.

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NGOs diffamiert und verdrängt: Neue Studie prangert AfD und Teile der Union an

Zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland geraten zunehmend unter Druck. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie des Vereins LobbyControl, die am Mittwoch (2. Oktober) veröffentlicht wurde. Die 25-seitige Untersuchung dokumentiert systematische Angriffe auf Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und zivilgesellschaftliche Vereine durch eine Allianz aus autoritären politischen Kräften und finanzstarken Konzernlobbyisten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Unter den 100 größten Lobbyakteuren in Deutschland sind demnach 81 Akteure mit wirtschaftlichen Interessen vertreten – aber nur sieben zivilgesellschaftliche Organisationen. „NGOs und andere zivilgesellschaftliche Organisationen werden von Lobbyakteuren als übermächtig dargestellt, um sie gezielt zu schwächen. Dabei zeigen diese Zahlen das Gegenteil“, erklärt Christina Deckwirth, Autorin der Studie und Expertin für Lobbyismus in Deutschland. NGOs mit angeblichen Skandalen diffamiert: Strategien aus den „Playbooks autoritärer Machthaber“ Die Angriffe erfolgen demnach einem bewährten Muster: Desinformation, Diffamierung und „Defunding“ – der Entzug finanzieller Mittel. Diese Strategien stammen direkt aus den „Playbooks autoritärer Machthaber“, wie die Studie feststellt. Während in Brüssel ein vermeintlicher „NGO-Skandal“ konstruiert wird, versuchen AfD- und Unionspolitiker NGOs durch kleine Anfragen einzuschüchtern. Gleichzeitig überziehen Konzerne zivilgesellschaftliche Organisationen mit Klagen. Besonders besorgniserregend ist laut der Studie die Beteiligung von Teilen der CDU an diesen „antidemokratischen Diffamierungskampagnen“. Nina Katzemich, Co-Autorin und EU-Lobbyismus-Expertin, warnt: „Hinter den Angriffen auf zivilgesellschaftliche Organisationen stehen autoritäre Kräfte, die ihre Macht zulasten unserer freiheitlichen Demokratie ausbauen wollen.“ Die Strategien kopieren bewusst Methoden von Viktor Orbán, Wladimir Putin oder Trumps MAGA-Bewegung. (…) Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Viele zivilgesellschaftliche Vereine sind als politische Akteure verstummt, Gelder und Stellen werden gestrichen, demokratische Handlungsräume schrumpfen. LobbyControl fordert daher die Bundesregierung auf, zivilgesellschaftliche Organisationen als notwendiges Gegengewicht zur Übermacht finanzstarker Lobbyinteressen zu schützen und zu stärken.

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siehe dazu: Neue Studie: Wer steckt hinter den Kampagnen gegen die Zivilgesellschaft? Eine Koalition aus Politikerinnen, Medien und Konzernlobbyisten setzt die Zivilgesellschaft unter Druck. Unsere neue Studie zeigt, wer dahinter steckt. Viele politische Initiativen und Verbände kennen das bereits: Sind sie erfolgreich mit ihren Anliegen, ist das manchen Mächtigen ein Dorn im Auge. So war das beispielsweise beim geplanten EU-US-Handelsabkommen TTIP. Den Organisationen der Zivilgesellschaft, die dagegen mobilisiert hatten, wollten damals CDU-Politikerinnen die EU-Fördergelder streichen. Damals ist dieses Vorhaben gescheitert – auch das Handelsabkommen kam nicht zustande. Doch was derzeit passiert, hat eine neue und bedrohliche Qualität: In Brüssel greifen Politikerinnen von CDU/CSU die Finanzierung von Umweltverbänden massiv an und verbreiten Lügen über angebliche Auftragslobbyarbeit für die EU-Kommission. Und in Berlin drohen Unionspolitikerinnen Organisationen, die gegen den Bruch der Brandmauer durch den Bundeskanzler mobilisieren, ganz unverhohlen mit Folgen für ihre staatlichen Zuschüsse. Die nötige Stimmungsmache dazu kommt von Medien wie der Welt und ultrarechten Formaten wie NIUS. Diese diskreditieren zivilgesellschaftliche Organisationen als Teil eines vermeintlichen „Schattenstaats“, der angeblich gegen die Interessen der Allgemeinheit arbeitet. Unsere neue Studie zeigt nun: Neben autoritären Kräften stehen auch Geschäftsinteressen hinter den Kampagnen, die Folgen für demokratische Prozesse sind schon jetzt spürbar.

Goldstücke-Festival Lichtkünstlerin Kujević spricht von Zensur – Projekt „Hallender Hass“ mit AfD-Zitaten darf nicht in Gelsenkirchen gezeigt werden

Die Künstlerin beklagte unter anderem im Deutschlandfunk Kultur einen Verstoß gegen die Kunstfreiheit. Kritische Kunst müsse auch politische Debatten berühren können. Kujevićs Licht- und Ton-Installation heißt „Hallender Hass“ und befasst sich mit der Normalisierung rechter Rhetorik. In einer Halle wollte sie Zitate von AfD-Politikern an Wände projizieren, weitere sollten über Lautsprecher zu hören sein. Zudem zeigt ein Fernseher Bilder rechtsextremer Gewalt. Kujević, die an der „Hochschule der Bildenden Künste Saar“ studiert, vermutet politische Einflussnahme auf die Kuratoren des Festivals. Sie spricht von einem „gefährlichen Präzedenzfall“. Die Stadt Gelsenkirchen hält das Werk für nicht mit dem Neutralitätsgebot vereinbar. In Gelsenkirchen ist die AfD nach der jüngsten Kommunalwahl zweitstärkste politische Kraft. Zuvor hatten bereits zwei AfD-Mitglieder den Vorsitz im Kulturausschuss inne.

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Cybertruck zu gefährlich für deutsche Straßen: Verkehrsministerium lässt US-Armee abblitzen

Teslas Cybertruck ist in Deutschland nicht zugelassen Die US-Armee versuchte es mit einer Sondergenehmigung – und erhielt als Antwort deutliche Worte. Washington/Frankfurt – Der futuristische Tesla-Cybertruck ist wegen mangelnder EU-Sicherheitsstandards nicht in Deutschland zugelassen. Die US-Armee hat nun beim Bundesverkehrsministerium (BMVI) angefragt, ob die Regierung eine Sondergenehmigung für Mitglieder der US-Streitkräfte ausstellt. Das Ministerium hat mit einer deutlichen Absage reagiert: Man habe nicht nur mangelnde Sicherheitsstandards, sondern „eindeutige Verletzungen“ dagegen festgestellt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. In einer offiziellen Antwort des BMVI, die auf X veröffentlicht wurde, heißt es: „Teslas Cybertrucks dürfen derzeit weder nach Deutschland (noch in die EU) importiert oder dort zugelassen werden. Der Cybertruck hat keine Typgenehmigung von der Europäischen Union (EU) aufgrund erheblicher Bedenken hinsichtlich der passiven Sicherheit.“ Das Fahrzeug weise gleich mehrere Probleme auf, darunter „die scharfkantige, steife Edelstahlkarosserie“. Diese würden eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen.

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Nulltoleranz für Diskriminierung – Berner Club Stellwerk sagt Technoparty wegen rassistischer Whatsapp-Nachricht ab

Der von der Stadt Bern geförderte Kulturbetrieb streicht den «Techno Thursday» aus dem Programm – wegen einer umstrittenen Einladung aus dem Umfeld der Veranstalter. Am 30. Oktober hätte im Berner Club Stellwerk, der sich in Bahnhofsnähe auf der Grossen Schanze befindet, der «Techno Thursday» stattfinden sollen, eine Technoparty, an der im Verlauf der Nacht verschiedene DJs aufgelegt hätten. Am Mittwoch wurde die Veranstaltung jedoch von den Stellwerk-Betreibern abgesagt und vom Monatsprogramm gestrichen. Ihnen sei gemeldet worden, dass «eine Whatsapp-Nachricht mit rassistischen Inhalten» im Umlauf sei, schreiben sie in einer Stellungnahme auf Instagram. Deshalb habe man die Zusammenarbeit mit den Veranstaltenden «mit sofortiger Wirkung» beendet. Auf Nachfrage konkretisiert Philippe Eggenschwiler, Co-Geschäftsführer des Stellwerks: «Jemand aus dem Umfeld jenes Labels, das den ‹Techno Thursday› organisiert, hat auf Whatsapp eine Einladung zum Event verfasst und verbreitet, die rassistische Formulierungen enthalten hat.»

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Prozess vor dem Landgericht AfD-Plakataufsteller in Nortrup beschädigt: Osnabrücker wird freigesprochen

Mit dem Fuß habe er den AfD-Plakataufsteller erwischt – unabsichtlich, wie ein 36-jähriger Mann betonte. Das bestätigte jetzt das Landgericht Osnabrück. Und auch eine üble Beleidigung konnte dem Osnabrücker nicht nachgewiesen werden. Vor dem Landgericht Osnabrück wurde der Freispruch für einen 36-jährigen Mann vom Vorwurf der Sachbeschädigung und Beleidigung bestätigt. Am Ende glaubte nicht einmal mehr die Anklagebehörde, dass die Tatvorwürfe belegt werden könnten. Plakat mit der Aufschrift: „AfD – Jetzt Mitglied werden“ Die vermeintliche Tat soll sich am 6. September in Nortrup ereignet haben. Der 36-jährige Mann war mit dem Rad in der Gemeinde unterwegs und registrierte nach eigener Aussage plötzlich einen Stand, der dort normalerweise nicht sei. Bei dem unerwarteten Hindernis handelte es sich um einen Informationsstand der AfD. Der 36-Jährige geriet nach eigener Darstellung ins Schlingern und erwischte schließlich mit Fuß oder Pedale einen Plakataufsteller mit der Aufschrift „AfD – Jetzt Mitglied werden.“ Nach dem unabsichtlichen Zusammenstoß hätten Parteimitglieder ihn angebrüllt, der 36-Jährige hatte Angst und fuhr davon. Das wiederum ließen die Politiker nicht mit sich machen. Ein Mitglied der Partei nahm mit seinem Wagen die Verfolgung auf, holte den Fahrradfahrer einige Zeit später ein, bremste ihn nach dessen Darstellung aus und machte ein Foto von dem 36-Jährigen. So gelang es der Partei, den Radfahrer später zu identifizieren und anzuzeigen.

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Blackout in Großstadt Belgorod nach ukrainischem Angriff

Die russische Großstadt Belgorod erlebt nach einem ukrainischen Angriff erstmals seit Kriegsbeginn laut Berichten in sozialen Netzwerken einen massiven Blackout. In Tausenden Häusern gingen am Abend die Lichter aus, Menschen steckten in Fahrstühlen fest oder saßen zuhause im Dunkeln, wie Augenzeugen in örtlichen sozialen Netzwerken berichteten. Demnach soll eine Rakete in einem Heizkraftwerk eingeschlagen sein. Auf einem Video, das in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, waren schwere Explosionen zu sehen und eine Rauchwolke. Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow sprach in einem Video bei Telegram von «bedeutsamen» Stromausfällen in der Stadt. Es gebe weiter Luftalarm, die Menschen sollten sich in Kellern in Sicherheit bringen, sagte er vor einem noch beleuchteten Gebäude. Gladkow sprach auch von zwei Verletzten.

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