Neuer Rechtsrock-Hotspot in Rheinland-Pfalz

Am Samstag, 26. Februar 2022, verhinderte die Kriminaldirektion Koblenz nach Eigenangaben mit 130 Einsatzkräften „unmittelbar vor Beginn“ ein Konzert mit der thüringischen RechtsRock-Band Unbeliebte Jungs, das in „einer alten Mühle“ hätte stattfinden sollen und zu dem sich dreißig Besucher*innen eingefunden hatten (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117715/5157310 [letzter Zugriff: 2. März 2022]). Inwiefern die Unbeliebten Jungs in voller Bandbesetzung hätten spielen sollen, ist zwar unklar, angesichts der eher beengten räumlichen Gegebenheiten der in einem Waldstück nördlich von Vallendar und östlich von Weitersburg gelegenen „Schnatzenmühle“ ist aber davon auszugehen, dass die Unbeliebten Jungs, wie bereits häufiger in letzter Zeit, als ‚unplugged‘-Duo aus Sonneberg in Thüringen an den Rhein gereist waren. (…) Mit insgesamt (mindestens) neun Konzerten fanden trotz der coronapandemiebedingten Einschränkungen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2021 mehr extrem rechte Musikveranstaltungen als in den Vorjahren statt, in denen es pro Jahr im Schnitt [+/- 1] ‘nur’ sechs RechtsRock-Konzerte gab; Rheinland-Pfalz ist unserem Überblick demnach das einzige Bundesland, in dem 2021 überhaupt ein solcher Anstieg zu verzeichnen ist. Von diesen (mindestens) neun Veranstaltungen wiederum gingen allein im zweiten Halbjahr 2021 mindestens drei in der „Schnatzenmühle“ über die Bühne:

via demos ww: Neuer Rechtsrock-Hotspot in Rheinland-Pfalz

Russian #PussyRiot Member Gets Another 15 Days In Jail After Finishing Sentence

A founding member of the Pussy Riot protest group in Moscow, Maria Alyokhina, has been handed another 15 days in jail right after she served a similar jail term. Alyokhina was expected to be released on March 14, but instead of letting her go home, a Moscow court sent her back to jail for another 15 days for “refusal to follow orders to move from one cell to another while in jail.” She was detained on February 28 and sentenced to 15 days in jail on a charge of disobeying police, which Alyokhina denied. On February 8, Alyokhina was sentenced to 15 days in jail over an Instagram post in 2015, which a Moscow court found as “inciting hatred.”

via rferl: Russian Pussy Riot Member Gets Another 15 Days In Jail After Finishing Sentence

Großeinsatz des Polizeipräsidium Koblenz bei Musikveranstaltung – Kreis Mayen-Koblenz: Razzia beendet Konzert der rechtsextremen Szene

Unter Leitung der Kriminaldirektion Koblenz wurden am Samstagabend mit Unterstützung zahlreicher anderer Dienststellen umfangreiche polizeiliche Maßnahmen im Landkreis Mayen-Koblenz durchgeführt. Dabei erfolgten bei einer Musikveranstaltung der rechtsextremistischen Szene Durchsuchungen und Identitätsfeststellungen aller Besucher und Besucherinnen. Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich in einer privaten Räumlichkeit einer alten Mühle getroffen. Unmittelbar vor Beginn des Konzertes einer rechtsextremistischen Band aus Thüringen wurde der Veranstaltungsraum von den Polizeikräften umstellt.

via blick aktuell: Großeinsatz des Polizeipräsidium Koblenz bei Musikveranstaltung – Kreis Mayen-Koblenz: Razzia beendet Konzert der rechtsextremen Szene

Schlag gegen Rechtsextremismus: #Polizei findet in #Bakum 2600 verbotene #Tonträger

Die Beamten hatten die Wohnung eines 37-Jährigen durchsucht. Er verkauft die CDs und Schallplatten mit verbotenem Liedgut. Die Polizei hat in Bakum 2600 Tonträger mit rechtsextremistischer Musik beschlagnahmen können. Gefunden wurden Schallplatten und CDs in der Wohnung eines 37-Jährigen. Er soll Mitglied einer rechtsextremistischen Organisation sein und von Bakum aus das Nazi-Liedgut verkauft haben.

via om online: Schlag gegen Rechtsextremismus: Polizei findet in Bakum 2600 verbotene Tonträger

#querdenkerklatschen – #allehassennazis #kafvka #singmeinensong

(ich will ich will ich will)
querdenker klatschen
querdenker klatschen
ich bin pazifist doch ich will querdenker klatschen
immer noch besser als sie marschieren zu lassen
und mit naziparolen ein auf spaziergang zu machen
querdenker klatschen
querdenker klatschen
ich bin gegen gewalt doch ich will querdenker klatschen
immer noch besser als sie glauben zu lassen
sie seien das sogenannte volk

?neue single out now & streambar überall ihr wisst #querdenkerklatschen #allehassennazis #kafvka
Querdenker klatschen – KAFVKA

Neonazi-Rapper in Haft – Das Netzwerk des “Mr.Bond”

In Wien sitzt ein Neonazi-Rapper in Untersuchungshaft, der mit seiner Hetze seinen Lebensunterhalt finanziert haben soll. Finanzermittlungen könnten wichtige Hinweise auf ein Netzwerk liefern, finden aber nicht statt. “Adolf war zu human, das war sein Kapitalfehler” – so lautet eine der mehr als 70 Textzeilen, mit der die Staatsanwaltschaft Wien Philip H. “nationalsozialistische Wiederbetätigung” nachweisen will; ein schwerwiegender Straftatbestand in Österreich, der mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden kann. Schwierig dürfte das nicht sein, denn die Lyrics des österreichischen Rappers “Mr.Bond” sind eindeutig. Sie strotzen vor NS-Verherrlichung und Gewaltphantasien gegen Schwarze, Homosexuelle und Juden.Jahrelang hatte mutmaßlich Philip H. den Hass online gesät. Indem er bekannte Hits zu Faschisten-Hymnen umdichtete, erlangte der 37-Jährige in der extrem rechten Online-Community Bekannt- und Beliebtheit. So textete er Gucci Manes Lied “Supa Cocky” um zu “Supanazi”. Im Lied imaginiert sich H. als Nazi-Superheld, spinnt Mordphantasien gegen jüdische Kinder.Attentäter und Shoah gefeiertLaut Anklage der Wiener Staatsanwaltschaft, die report München vorliegt, soll er Bilder verbrannter jüdischer Babys online getauscht haben. Aus dem Lied “I Wanna Love You” von Akon & Snoop Dogg wurde bei “Mr.Bond” “I wanna gas you”. (…) Am 9. Oktober 2019, an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versuchte der online radikalisierte Stephan B. in Halle an der Saale in eine Synagoge einzudringen. Für seinen Live-Stream vom Attentat spielte er ein Lied von “Mr. Bond.” Spätestens damit wurden die Behörden auf den österreichischen Neonazi-Rapper aufmerksam. (…) Am 9. Oktober 2019, an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versuchte der online radikalisierte Stephan B. in Halle an der Saale in eine Synagoge einzudringen. Für seinen Live-Stream vom Attentat spielte er ein Lied von “Mr. Bond.” Spätestens damit wurden die Behörden auf den österreichischen Neonazi-Rapper aufmerksam. (…) Indes formieren sich auf Telegram Neonazis, die den Inhaftierten unterstützen wollen. Unter ihnen sind Neonazis aus ganz Europa, darunter auch User aus Österreich und Deutschland sowie zwei Aktivisten aus den USA, selbst fanatische Judenhasser: “Ich bin Nationalsozialistin im Sinne Adolf Hitlers”, schreibt Lindsey K.R. aus Massachusetts. Im vergangenen Jahr trat Lindsey K.R. beim neonazistischen “Miss Hitler”-Schönheits-Wettbewerb an, präsentierte sich online mit Hakenkreuz und Wehmachtsmütze; ein Vehikel, um Öffentlichkeit für den Inhaftierten Rapper zu schaffen, Spenden zu akquirieren. Dafür korrespondierte sie offenkundig auch mit der deutsch-kanadischen Holocaust-Leugnerin Monika Schaefer, wie es Screenshots aus einer Telegram-Gruppe belegen. Schaefer finde es “schön, dass junge Menschen”, wie Philip H. “auch den Kampf aufnehmen”.

via tagesschau: Neonazi-Rapper in Haft – Das Netzwerk des “Mr.Bond”

Rechte Musik auf Streaming-Plattformen – Nazi-Song ist Antifa-Experiment

Die Band „Hetzjaeger“ bedient, was die Rechtsrockszene begehrt – aber sie ist ein Fake. Als Experiment zeigt sie, wie sich rechte Musik verbreitet. Streaming-Plattformen wie Spotify, Soundcloud, Youtube oder Deezer empfehlen ihren Hö­re­r*in­nen neue Bands und Lieder – auch wenn diese aus der rechten Szene kommen. So verbreiten die Plattformen automatisch rechte Musik. Wie gut funktioniert das? Um das herauszufinden, hat der Verein Laut gegen Nazis eine scheinbar rechte Band gegründet: „Hetzjaeger“. Das Logo zeigt ein rotes HJ-Symbol, der einzige Song der Band heißt „Kameraden“. Dessen erste Strophe klingt eindeutig nach Rechtsrock: „Wenn du begreifst, dass Stück für Stück dein Land sich und dich vor dem Feind ergibt“, lautet eine Zeile, untermalt von Schlagzeug und E-Gitarre. Als Hörprobe lief die Strophe mehr als einen Monat auf verschiedenen Plattformen. Ein 30-Sekunden-Video bei Youtube zeigte dazu einen nächtlichen Wald im Nebel, den dunkle Gestalten mit Fackeln und Hundemasken durchstreifen. Teile der rechten Szene fielen auf diesen Fake herein und freuten sich schon auf mehr. Tatsächliche rechte Bands wie FLAK und der Versand Nordic Pride boten bereits Kooperationen an. Die Streaming-Plattformen selbst hingegen reagierten kaum und verbreiteten die Hörprobe. Trotz der Kürze des Songs kamen die „Hetzjaeger“ in einem Monat so auf mehr als 100.000 Views und Streams. (…) Bei Spotify beispielsweise habe der Algorithmus die Hörprobe bereits nach wenigen Tagen „in den Mix der Woche und Playlists von Testaccounts gespült“. In der zweiten Woche schaltete die Initiative aktiv Werbung. Die fiel auch Linken auf. Das Internetportal Belltower News berichtete: „Jetzt können Rechtsrock-Bands offenbar sogar Werbung buchen.“ Erst danach blockierte Spotify den Song. Auch Soundcloud entfernte die Hörprobe. Dennoch konnten die „Hetzjaeger“ ihn sofort wieder hochladen. Sechsmal ging das so. Sound­cloud gibt gegenüber der taz an, nicht alle Inhalte beim Hochladen zu prüfen. Die Musikplattform habe externe Anbieter engagiert, die im Einklang mit dem Urheberrecht problematische Inhalte erkennen. Zudem prüfe ein Team gemeldete Inhalte. Spotify reagierte auf eine taz-Anfrage nicht. Jörn Menge von Laut gegen Nazis kritisiert, dass die Streamingdienste willkürlich statt systematisch löschen. Während Spotify den Song „Kameraden“ gesperrt habe, seien andere rechte Inhalte weiterhin verfügbar. Seit Jahren gilt Musik als ein wichtiges finanzielles Standbein der Naziszene.

via taz: Rechte Musik auf Streaming-Plattformen – Nazi-Song ist Antifa-Experiment