Ende Juni sollte der Verleger Holger Friedrich beim „Demokratiekongress“ der AfD im Bundestag sprechen. Kurzfristig sagte er ab. Nun veröffentlichte er nachträglich sein Redemanuskript. Der Verleger Holger Friedrich sieht die sich abzeichnende Machtübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt mit Spannung entgegen, vermutlich sogar wohlwollend. Das geht aus dem Manuskript einer Rede hervor, die Friedrich eigentlich Ende Juni bei einem sogenannten „Demokratiekongress“ der AfD im Bundestag in Berlin halten wollte. In seiner ungehaltenen Rede prognostizierte Friedrich, dass die AfD „wahrscheinlich das erste Mal in ihrer Parteigeschichte Regierungsverantwortung übernehmen“ werde, direkt oder indirekt. „Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute. Es ist eine Chance für Sie. Und vielleicht bietet es auch Deutschland die Chance, einen Weg aus der politischen Agonie zu finden.“ Friedrich hat das Redemanuskript nun nachträglich selbst veröffentlicht auf der Internetseite des „Projekts Halle“, auf der die Ostdeutsche Medienholding die Entwicklung der zu Jahresbeginn gestarteten „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) dokumentiert. Teilnahme an einem rechtsradikalen Kongress als „Pflicht“? Die von Friedrich angekündigte Teilnahme am Kongress hatte zu einigen Diskussionen geführt. Friedrich selbst hatte in der OAZ und in der „Berliner Zeitung“ seine Teilnahme an dem Kongress als „Pflicht“ bezeichnet. Es brauche Brücken, keine Brandmauern. Kritik äußerte damals Mandy Tröger im „Freitag“. Sie schrieb, die AfD brauche Akteure wie Friedrich „nicht als Parteigänger, sondern als glaubwürdige Stimmen von außen, die eine zentrale Erzählung bestätigen: dass die eigentliche Bedrohung für Freiheit und Demokratie nicht von rechts außen ausgehe, sondern von einem autoritären Establishment aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft.“ Friedrich liefere dieser Erzählung „publizistische Glaubwürdigkeit“. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk sagte: „Holger Friedrich ist dort, wo er hingehört. Unter Demokratiefeinden, bei jenen, die die Grundwerte unserer Demokratie schleifen wollen, die Universalität von Menschenrechten leugnen.“ Das „nd“ berichtete über den geplanten „Demokratiekongress“ unter der Überschrift „Freiheit der Hassrede“. Friedrich wolle sich gegen eine Ächtung der AfD aussprechen – und zugleich betonen, dass er nicht mit allen Positionen der rechten Partei einverstanden ist.
via volksverpetzer: Verleger Holger Friedrich wünscht AfD „alles Gute“ für die Machtübernahme
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