Die AfD erhielt Daten junger Wähler, die sich nach Handelsblatt-Recherchen jetzt ungeschützt im Netz finden. Nun hat sich der Landesdatenschutzbeauftragte eingeschaltet. Der AfD-Politiker Alexander Tschich hat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern versucht, landesweit Namen und Anschriften junger Wahlberechtigter für gezielte Wahlwerbung zu beschaffen. Eine Sammelmail vom 16. Juli ging an nahezu alle Meldebehörden. Mehrere Ämter schickten daraufhin Tausende personenbezogene Datensätze per E-Mail, einige ohne Passwortschutz. Die Informationen finden sich in einem umfangreichen AfD‑Leak, das das Handelsblatt auswertet. Der Landesverband hat den Vorgang bestätigt. Eine Verantwortung für die unzureichend gesicherte Übermittlung weist die Partei zurück. Der Landesdatenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Schmidt, hat mehrere Prüfverfahren eingeleitet. Seine Behörde prüfe seit Mittwoch, „ob Verantwortliche in Mecklenburg-Vorpommern möglicherweise gegen Datenschutzrecht verstoßen haben“, sagte Schmidt dem Handelsblatt. Ein weiteres Verfahren richtet sich ihm zufolge konkret gegen ein Amt, das neben Namen und Anschriften auch vollständige Geburtsdaten an die AfD übermittelt hatte. Der AfD könnten nach Einschätzung des früheren baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten Stefan Brink erhebliche Bußgelder drohen. Der Vorfall erfordere eine unverzügliche Information der Betroffenen, da für diese „ein hohes Risiko anzunehmen“ sei, sagte Brink dem Handelsblatt. „Mit dem Datenleck sind nicht nur persönliche Gefährdungen verbunden, etwa dass unerwünschter Besuch am Wohnort droht, sondern auch naheliegende Betrugs- und Täuschungsrisiken.“

via handelsböatt: Tausende Meldedaten im Leak – AfD drohen Bußgelder


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