Der AfD-Wahlsieg sorgt bei Migrantenorganisationen für wachsende Verunsicherung. Das Landesnetzwerk fordert Bund und Länder auf, Vorsorge zu treffen und konkrete Schutzmöglichkeiten für gefährdete Menschen zu schaffen. Auch die AWO und die Gewerkschaft ver.di sorgen sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Zahl der rassistischen Übergriffe sei in Sachsen-Anhalt explodiert. So heißt es vom Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen (Lamsa). Für Migrantinnen und Migranten werden deshalb nun Schutzmaßnahmen gefordert. Sie sollen über die Grenzen der Bundesländer hinweg gelten. Ausländische Fachkräfte könnten nun mehr und mehr Sachsen-Anhalt verlassen. Immer mehr Angestellte würden sich nun Arbeitszeugnisse ausstellen lassen. Das gab die Diakonie Mitteldeutschland am Dienstag bekannt. (…) Lamsa hat deshalb die Staatskanzleien der übrigen 15 Bundesländer angeschrieben. Der Verband will wissen, welche Schutzmöglichkeiten es im Ernstfall gibt und ob gefährdete Menschen vorübergehend in anderen Bundesländern unterkommen könnten. Bislang hat nur Niedersachsen reagiert, jedoch ohne klare Zusage für Schutzmaßnahmen. Auch der Bund sei gefordert, so Dreßler. Lamsa nutzt dabei den Begriff der “Königsteiner Fälle”. Der Begriff ist angelehnt auf die Verteilung von Schutzsuchenden auf die 16 Bundesländer nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Übertragen auf die aktuelle Situation könnte das bedeuten, dass andere Bundesländer Menschen aufnehmen, die Sachsen-Anhalt vorübergehend verlassen müssen.

via mdr: NACH AFD-WAHLSIEG Lamsa fordert Notfallplan zum Schutz bedrohter Migranten


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