In der Reservistenkameradschaft im oberbayerischen Eichstätt mischten offenbar jahrelang Ex-Soldaten mit, die tief in der rechtsextremen Szene verwurzelt sind. Der Bundesverband der Reservisten hat nun reagiert und mehrere Personen ausgeschlossen. Jeder ehemalige Soldat der Bundeswehr ist automatisch Reservist – bis zu seinem 65. Lebensjahr. Aber nicht jeder wird anschließend Mitglied im Reservistenverband. Aktuell sind in dem Verein bundesweit mehr als 110.000 ehemalige Bundeswehrsoldaten organisiert. Seine Aufgabe ist es unter anderem, Ex-Soldaten fit zu halten für einen möglichen Einsatz im Ernstfall. Dafür veranstaltet er militärische Schulungen, sowie Übungen wie Märsche oder Schießtrainings, teils finden diese auch auf Bundeswehrgelände statt. Umso problematischer, dass in der Reservistenkameradschaft Eichstätt offenbar jahrelang Rechtsextremisten organisiert waren, die wahrscheinlich auch an militärischen Trainings teilnahmen. Dem BR liegen zahlreiche Belege dafür vor, dass mindestens sechs langjährige Mitglieder der Eichstätter Kameradschaft einschlägig aufgefallen sind, einzelne waren schon vor Jahrzehnten in der militanten Neonazi-Szene aktiv, einer wurde 2016 wegen Volksverhetzung verurteilt. Bundesverband: Ausschluss mehrerer Reservisten Der Bundesverband der Reservisten hat nun fünf Personen aus der Eichstätter Kameradschaft ausgeschlossen, wie er dem BR mitteilte. Zu Details will er sich nicht äußern. Eine Fortsetzung der Mitgliedschaft sei für den Verband aber unzumutbar gewesen. Den Anstoß für den Rauswurf gab eine Veranstaltung des Kurt-Eisner-Vereins im Sommer 2025 in Eichstätt und ein anschließender Social-Media-Post der Bundestagsabgeordneten Sarah Vollath (Die Linke). Darin wurden Verbindungen einzelner Reservisten in rechte Netzwerke erstmals öffentlich gemacht (…) Nach BR-Erkenntnissen bewegten sich Einzelne der Reservisten schon seit den 1990er Jahren in der Neonaziszene, teils im Umfeld der im Jahr 2000 verbotenen Organisation “Blood & Honour”. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk, aus dem heraus rechter Terror organisiert und finanziert wurde, auch das Kerntrio der Terrorgruppe NSU gehörte zu diesem Umfeld. Einer der sechs Eichstätter Reservisten posierte noch vor zwei Jahren in einem T-Shirt der “Hammerskins” – ein Neonazi-Netzwerk, das ganz ähnlich agiert wie “Blood & Honour”. Dazu liegen dem BR zahlreiche Internet-Posts vor, in denen einzelne Reservisten unter anderem gegen demokratische Politiker hetzen, ihre Sympathie sowohl für rechtsextreme AfD-Politiker als auch für die Neonazi-Partei NPD/Die Heimat zum Ausdruck bringen. Einer von ihnen präsentierte bei einer Demo zudem ein Transparent mit der Aufschrift: “Wir lieben dieses Land, aber verachten diesen Staat.” Eine Aussage, die insbesondere für einen Reservisten höchstproblematisch ist, denn jeder Soldat hat einen Eid abzuleisten, in dem er gelobt, “der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen”.

via br: Rechtsextreme Umtriebe bei Eichstätter Reservisten


0 Comments

Leave a Reply

Avatar placeholder

Your email address will not be published. Required fields are marked *