Die AfD machte gleich mehrfach mit angeblichen „Angriffen“ auf sie Schlagzeilen, für die sie Linke oder “die Antifa” beschuldigte – beide Male wurde sie der Lüge überführt. Ein Mitglied zündete sogar sein eigenes Auto an, um Linke zu beschuldigen, wofür er jetzt aus der Partei ausgeschlossen werden soll. Doch das sind keine Einzelfälle. Die Falschbehauptungen der Rechtsextremen haben System. Wir haben 15 Fälle gesammelt, in denen ein Angriff vorgespielt wurde, die AfD selbst der Aggressor war oder “Linke” zu Unrecht beschuldigt wurden. (…) Denn ganz ohne pauschale Übertragungen ist es sehr auffällig, wie regelmäßig sich die AfD reichweitenstark über Angriffe „von links“ beklagt, die sich später als Fakes herausstellen. Denn das vom Eigentümer selbst angezündete Auto ist eben kein Einzelfall (…) Egal, was dabei herauskommt: Ihre Opfergeschichte konnte die AfD bereits in die Welt setzen. Wie wir bereits berichteten, übernahmen viele Medien vorschnell die Darstellung von Polizei und AfD und titelten: “AfD-Kandidat wird an Wahlkampfstand in Rosenheim angegriffen“. In den sozialen Netzwerken nutzen AfD und Umfeld das für Stimmungsmache: Bilder des gestürzten Kandidaten mit der Überschrift „Wo bleibt der Aufschrei?” sowie Vorwürfe, Medien würden den Vorfall verheimlichen. Auch wenn all das eindeutig widerlegt werden kann, prägt das Framing der AfD die öffentliche Wahrnehmung. Bei politischer Propaganda geht es nicht um die Wahrheit. Es geht nur darum, als erste:r ein Narrativ, eine Geschichte anzubieten, die möglichst gut verfängt. Alle späteren Richtigstellungen erreichen viel weniger Menschen, auch, weil sie oft nicht so eine gute, emotionale Geschichte erzählen. Auch andere Rechtsextreme und Russland nutzen False-Flag-Aktionen Die False-Flag-Strategie, also Angriffe zu inszenieren oder umzudeuten, um sie den politischen Gegner:innen in die Schuhe zu schieben, ist keine Erfindung der AfD: So gab es beispielsweise nach dem Anschlag eines Pegida-Redners 2016 auf die Dresdner Fatih-Moschee ein gefälschtes Bekennerschreiben einer angeblichen Antifa-Gruppe. 2023 behauptete ein Rechtsextremist gar, Linksextreme hätten ihm drei Finger abgehackt; wie sich herausstellte, hatte er sich freiwillig verstümmeln lassen. Auch die Autokraten-Freunde der AfD, der russische Auslandsgeheimdienst SWR, wissen um die Macht solcher False-Flag-Aktionen. Dem macht die nachlassende Unterstützung für Viktor Orbán anscheinend solche Sorgen, dass er ein offenbar inszeniertes Attentat auf den ungarischen Präsidenten und Putin-Freund geplant hatte. Es hat also System, wenn Rechtsextremist:innen, Autokraten und Diktatoren Anschläge inszenieren oder bei allem, was passiert, sofort „Linksextremisten“ schreien. Irgendetwas von den ständigen Anschuldigungen wird schon hängen bleiben, und wenn es nur ein diffuses Gefühl ist, dass die AfD ja so oft von „Linken“ angegriffen wird.

via volksverpetzer: False Flag: 15 Fälle von „linken Angriffen auf die AfD“, die keine waren!