Die AfD wollte im Burghof in Oberwitelsbach ihren Wahlkampauf starten. Nun kam eine kurzfristige Absage des Wirts dazwischen und der Kreisverband sagte die Veranstaltung ab. Der AfD-Kreisverband hat seine für Freitagabend anberaumte Wahlkampfveranstaltung im Burghof in Oberwittelsbach, einem Stadtteil von Aichach, kurzfristig abgesagt. Das gab Kreisvorsitzender Paul Traxl in einer Pressemitteilung bekannt. Als Grund gibt die Partei Drohungen von „Gutmenschen aus dem linksextremen Milieu“ gegen den Wirt an. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte der Manager des Burghofs, der namentlich nicht genannt werden möchte: „Wir haben viele Nachrichten, E-Mails und Telefonanrufe bekommen, die angekündigt haben, uns nicht mehr zu besuchen.“ Das Team sei schockiert gewesen, mit der Situation überfordert und stelle klar, unparteiisch zu sein. Man könne und wolle es sich nicht erlauben, Kunden zu verlieren. „Wir leben von solchen Veranstaltungen und vermieten auch an andere Parteien“, sagte der Manager. Im September wurde der neue Wirt Ahwad Shukri, der auch den Peterhof in Kühbach betreibt, für den Burghof vorgestellt. Shukri bezieht schriftlich Stellung zu der Absage der AfD-Veranstaltung: „Der Burghof versteht sich als gastronomischer Betrieb und nicht als politischer Akteur. Die Vermietung unserer Räumlichkeiten erfolgt grundsätzlich aus geschäftlichen Gründen und stellt keine politische oder inhaltliche Unterstützung dar.“ Im Zusammenhang mit der geplanten Veranstaltung der AfD sei es zu einer Vielzahl von Rückmeldungen aus der Bevölkerung gekommen, verbunden mit erheblichem öffentlichen Druck. „In dieser Form und Intensität war dies für uns im Vorfeld nicht absehbar“, heißt es weiter. „Nach sorgfältiger Abwägung und im Sinne eines verantwortungsvollen und friedlichen Miteinanders“ habe man sich entschieden, die Veranstaltung abzusagen. Der Burghof stehe für Gastfreundschaft, Respekt und Offenheit gegenüber allen Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion oder politischer Überzeugung.

via donaukurier: Oberwittelsbacher Wirt sagt der AfD ab: Partei nennt „Drohungen von Gutmenschen“ als Grund