Per Dienstreise nach Disneyland: Der Landtag Sachsen-Anhalt prüft möglichen Reisekostenbetrug von AfD-Politikern. Parteifreund Jan Wenzel Schmidt erhebt diese Vorwürfe und soll selbst in dubiose Geschäfte verwickelt sein. Der AfD-Politiker Jan Wenzel Schmidt wirft seinen eigenen Parteifreunden Abrechnungsbetrug und Vetternwirtschaft vor. Über Jahre sollen die Abgeordneten private Vergnügungsreisen mit Steuergeldern finanziert haben. Nun geht Sachsen-Anhalts Landtagsverwaltung unter Gunnar Schellenberger (CDU) den Vorwürfen nach. Zuerst hatte die »Mitteldeutsche Zeitung « berichtet. Schmidt hatte in einer Mail von Trips nach New York, Griechenland und nach Disneyland geschrieben – und von »Dienstreisen nach Berlin, deren Ziel die dortige Spielbank war« (mehr dazu lesen Sie hier). Wie die »Mitteldeutsche Zeitung« schreibt, habe sich die Landtagsverwaltung »unverzüglich« schriftlich an Schmidt gewandt, um eine Prüfung zu ermöglichen. Schmidt sei demnach zur »Konkretisierung der von ihm erhobenen Vorwürfe« aufgefordert worden. »Eine Reaktion hierauf steht aus«, sagte die Parlamentssprecherin der Zeitung. Wenige Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt tobt innerhalb der AfD eine Schlammschlacht: Neben Schmidt überziehen sich auch andere Abgeordnete mit Vorwürfen. So soll der Landtagsabgeordnete Matthias Lieschke ein Kreisspitzentreffen heimlich aufgenommen und die Audiodatei an Schmidt weitergeleitet haben. Deshalb will die AfD über Parteiordnungsmaßnahmen beraten. Bei einer Sitzung am Montag will der Landesvorstand zudem über Parteiordnungsmaßnahmen gegen Diana Lorenz entscheiden. Lorenz sitzt im Landesvorstand, ihr wird vorgeworfen, Finanzunterlagen nicht herausgegeben zu haben.
via spiegel: Vorgang in Sachsen-Anhalt Landtag überprüft Dienstreisen von AfD-Politikern