Ein 41-jähriger Busfahrer aus Ostholstein hat zwei Grundschüler aus Scharbeutz mehrfach rassistisch beleidigt. Vor dem Amtsgericht Eutin zeigte sich der Angeklagte einsichtig und reumütig. Warum er mit einem finanziellen Denkzettel davonkam. (…) Die Anklage stützt sich daher vor allem auf die Aussage eines 18-jährigen Scharbeutzers. Der Jugendliche hatte noch sehr genaue Erinnerungen. Als er Ende November 2024 in den Bus eingestiegen sei, hätten ihn die beiden Kinder „in einer Mischung aus genervt und verängstigt angeschaut“. Etwas später stand der Junge an der hinteren Tür. Der Bus hielt an. „Der Busfahrer sagte im strengen Ton, der Junge solle aussteigen“, sagte der Zeuge. Das verunsicherte Kind verließ den Bus. Der Fahrer öffnete die Vordertür und rief den Jungen wieder rein. Dann habe er das Kind belehrt, dass er sich beim Stehen den Kopf stoßen könne und daher hinsetzen solle. (…) Als der Junge kurz danach wieder aufgestanden sei, habe der Fahrer den Bus so stark abgebremst, dass „der Junge hingeflogen“ sei und „das Mädchen in den Sitz gedrückt“ wurde. Während der Junge sich wieder aufgerappelt habe, habe der Fahrer gerufen. „Verstehst Du mich nicht, Bimbo.“ Aus Sicht des Zeugen gab es keinen Grund für das Bremsmanöver. „Die Straße war frei. Da war nichts“, sagte der Jugendliche. Drei Monate später sei er wieder in den Bus eingestiegen und dort erneut auf die beiden Kinder und den Busfahrer gestoßen. Die Fahrt schien einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Als der Junge aufstand, um die Sitzreihe zu wechseln, habe er sein Mobiltelefon genommen. „Ich hab‘ gedacht, ich nehm’ das jetzt auf“, erklärt er. Der Busfahrer habe angehalten und die Kinder, die wieder saßen, nach vorne gerufen und gesagt: ‚Wenn Ihr laufen wollt, dann könnt Ihr jetzt aussteigen und laufen.‘ „Die Kinder hatten Angst und sind ausgestiegen“, sagte der Zeuge. „Die Tür ging zu, dann der Ruf: Affen!“. Das rund einminütige Video, das diese Szene zeigt und auf Facebook veröffentlicht wurde, wurde nicht als Beweismittel in die Verhandlung eingeführt. (…) Die Richterin hob hervor, dass der Angeklagte am öffentlichen Pranger und kurz vor der Kündigung stand. Vor allem aber hätten die Kinder von rassistischen Beleidigungen nichts mitbekommen. Aus diesen Gründen stellte das Gericht das Verfahren gegen eine Zahlung von 1200 Euro zugunsten des Kinderschutzbunds ein.

via ln online: Rassismus im Linienbus in Scharbeutz: Fahrer beschimpft Kinder

siehe dazu auch: Rassismus in Scharbeutz: Busfahrer bezeichnet Kinder als „Affen“. Aufnahmen aus einem Fahrzeug der Autokraft sorgen für Empörung. Ein Video zeigt, wie Schwarze Schüler beleidigt werden. Die Polizei ermittelt – auch wegen eines zweiten Vorfalls. Sebastian Rosenkötter 31.01.2025, 13:42 Uhr   Pönitz. 53 Sekunden – so lang ist das Video, welches im Internet derzeit für viel Aufregung sorgt. Zu sehen sind Aufnahmen aus einem Bus. Zunächst ist eine Lautsprecherdurchsage zu hören. Sie kündigt die nächste Haltestelle an. Kurz darauf stoppt das Fahrzeug, und es beginnt das, was für zahlreiche wütende und entsetzte Kommentare unter dem bei Facebook geteilten Video sorgt. Der Fahrer des Busses fordert ein Kleinkind mit schwarzer Hautfarbe auf, den Bus zu verlassen. Es ist das Wort „Negro“ zu hören. Dann ruft er: „Du willst laufen. Dann darfst du jetzt laufen. Komm, raus mit dir.“ Dann schreit er: „Komm mal nach vorne. Aber ganz schnell.“ Daraufhin steigen zwei Kinder aus. Als Nächstes ist das Wort „Affen“ zu hören. Der Bus gehört zur Autokraft GmbH, einer Tochtergesellschaft der DB Regio. Er ist unter anderem in der Gemeinde Scharbeutz unterwegs