“Handschlag vom Kanzler”: Ein AfD-Politiker hat auf Facebook ein Bild verbreitet, das einen Fraktionskollegen bei einem freundlichen Treffen mit Kanzler Merz zeigt. Dafür musste allerdings der ukrainische Präsident Selenskyj weichen – und das Hessenfest nach Kiew umziehen. Es störte den AfD-Landtagsabgeordneten Johannes Marxen herzlich wenig, dass seine Bundesvorsitzende gerade erst öffentlich über Friedrich Merz hergezogen war: “Lügenkanzler” schimpfte Alice Weidel den CDU-Politiker in der Generaldebatte am Dienstag im Bundestag in Berlin. Stolz verbreitete Marxen – nach eigenen Worten Bio-Bauer “mit Leib und Seele” – nur zwei Tage später einen jubelnden Facebook-Bildpost mit dem Geschmähten. “Friedrich Merz begrüßt unseren MdL Schenk beim Hessenfest”, heißt es da. Und in Großbuchstaben klingt historische Bedeutung an: “HANDSCHLAG VOM BUNDESKANZLER”. Nun muss sich das 70 Jahre alte Mitglied des Landtags (MdL) aus Schotten im Vogelsberg fragen lassen, wie genau er es eigentlich mit der Wahrheit nimmt. Denn der nach kritischen hr-Anfragen gelöschte Post schien auch im Bild jenen Handschlag zu zeigen, der gefeiert wird, als wäre es ein Ritterschlag. Aber wäre das Bild echt, hätte das Hessenfest in diesem Jahr im Präsidentenpalast in Kiew stattgefunden. (…) Nein, antwortet AfD-Fraktionschef Lambrou auf die entsprechende Frage: Dem Fraktionsvorstand sei Marxens Post vorher nicht bekannt gewesen. Von Fälschung spricht Lambrou nicht. Sondern von einem “Symbolbild” für den Handschlag, den es ja tatsächlich gegeben habe. Als Montage habe Marxen die Sache “inzwischen” auch kenntlich gemacht. Das Malheur war ja eben: Von dem echten Handschlag gab es kein Foto. Das stattdessen gepostete Werk ist allerdings eines eher von der einfach gestrickten Sorte. “Billigster Fake” – so urteilen auf dem sozialen Netzwerk X die Betreiber eines Accounts, der für ein AfD-Verbot eintritt. Dort wurde auf den inzwischen gelöschten Post des hessischen AfD-Landtagsabgeordneten hingewiesen, auf das authentische Original ebenfalls: Die echte Aufnahme zeigt ohne Zweifel statt AfD-Mann Schenk den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die von vielen Medien visuell verbreitete Begrüßungsszene entstand Ende 2024. Da war der CDU-Bundesvorsitzende Merz noch Kanzlerkandidat und zu Besuch in der ukrainischen Hauptstadt des von Russland mit Krieg überzogenen Landes. Auf einmal gibt Merz das linke Händchen Für Schenk flog in der manipulierten Version der ukrainische Präsident Selenskyj aus dem Bild. Für den Facebook-Post wurde alles auch noch spiegelverkehrt gedreht. Das führte zu dem misslichen Umstand, dass der nun auf der linken Seite erscheinende Merz das vermeintliche Gegenüber merkwürdig ungelenk mit linker Hand begrüßte.
via hessenschau: Manipulierter Facebook-Bildpost Pseudo-Handschlag vom Kanzler: AfD-Politiker löscht Fake-Foto
siehe dazu auch: Rede zu Mannheim – #Weidel schürt mit erfundener Faeser-Erklärung Empörung – #LügenAfD #Fake #Kirchheimbolanden Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel empört sich über eine angebliche Pressemitteilung von Innenministerin Nancy Faeser – und fällt dabei auf ein KI-Fake eines Parteifreundes herein. In der Stadthalle in Kirchheimbolanden sprangen die Menschen begeistert auf, um mitten in der Rede Alice Weidel frenetisch Beifall zu klatschen. “Eine Schande!”, hatte die AfD-Vorsitzende sich empört. “Widerwärtig”, sagte sie mehrfach – und das Publikum stimmte zu. Diese Empörung galt einer angeblichen Pressemitteilung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser zu dem Anschlag in Mannheim auf den extremistischen Islamkritiker Michael Stürzenberger durch einen afghanischen Geflüchteten. Ein Polizist ist weiterhin dem Tod nahe. Doch die behauptete Pressemitteilung gab es nie. Die AfD-Bundessprecherin hat bei dem Pfalz-Treffen der AfD Donnersberg einen Text als Faeser-Rede ausgegeben, den ein anderer AfD-Politiker per künstlicher Intelligenz hatte schreiben lassen. Als das auffiel und zunehmend Kreise zog, verschickte Weidel am Abend eine Erklärung: “Da sind wir bei der Recherche einem Fake aufgesessen.”