Immer wieder werden an deutschen Schulen Hitlergrüße gezeigt, Hakenkreuze gemalt, rechtsextreme Parolen skandiert. Wie verbreitet ist das Problem? Wir haben nachgefragt. In Gießen überlegen Abiturienten, unter welchem Motto sie sich von der Schule verabschieden können. „Abi macht frei“ oder „NSDABI – Verbrennt den Duden“ ist unter den Vorschlägen. In Auschwitz fotografieren Schüler aus Görlitz sich in rechtsextremer Pose vor dem Vernichtungslager. In Oelsnitz, einer Kleinstadt in Sachsen, lässt sich eine Lehrerin nach einer mutmaßlich rechtsextremen Bedrohung versetzen. Allein in den vergangenen drei Monaten wurde über einige solche Fälle berichtet, mit der immer gleichen Botschaft: Schulen haben offenbar ein Pro­blem mit Rechtsextremismus. Nur wie verbreitet dieses Problem ist, bleibt bislang schwer zu beziffern. Denn wenn mutmaßlich rechtsextreme Vorfälle an Schulen gemeldet werden, heißt das noch lange nicht, dass sie auch statistisch erfasst werden. Erst recht nicht einheitlich in allen Bundesländern. Die F.A.S. hat deshalb bei mehr als 150 Schulämtern in ganz Deutschland nachgefragt. Erstens, wie viele rechtsextreme Fälle es in ihrem Zuständigkeitsbereich in den vergangenen Jahren gab, und zweitens, um was für Fälle es sich dabei handelte – ob um Hakenkreuz-Schmierereien, Hitlergrüße oder gar um körperliche Angriffe. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. F.A.S. jetzt lesen Rund 50 Ämter haben der F.A.S. geantwortet. Zehn schrieben, Vorfälle wie diese gebe es bei ihnen nicht. Alle anderen gaben an, darüber keine Statistik zu führen und verwiesen auf übergeordnete Ebenen wie das Kultusministerium. Doch auch mehrere Kultusministerien erklärten, ihnen lägen keine Zahlen vor. Sie verwiesen auf die Innenministerien, von denen wiederum Bayern und Berlin das jeweilige Landeskriminalamt als zuständigen Kontakt nannten.

via faz: NS-PAROLEN AN SCHULEN: Mit Schultasche und Hitlergruß