Täter, die sich das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen erschleichen, um sie zu Straftaten oder Selbstverletzungen zu drängen? Was schrecklich klingt, ist ein ernst zu nehmendes Onlinephänomen. Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor Onlinecommunitys, deren Mitglieder Minderjährige zu Selbstverletzungen und Straftaten verleiten. »Immer häufiger geraten Kinder und Jugendliche ins Visier von Onlinegruppen, die gezielt Vertrauen erschleichen, um junge Menschen in einen gefährlichen Kreislauf aus Drohungen, Erpressung und Selbstverletzungen zu verwickeln«, so die Behörde in einer aktuellen Mitteilung . »Das geht hin bis zum Suizid oder zu strafbaren Handlungen, wie zum Beispiel Körperverletzungen oder der Misshandlung von Tieren. Meist sollen diese Handlungen aufgezeichnet oder live gestreamt werden.« In der als »Com«- oder »Community«-Szene bekannten Netznische, über die der SPIEGEL hier ausführlich berichtet hat , gibt es dem BKA zufolge verschiedene gewaltverherrlichende Gruppen, die über soziale Netzwerke, Messenger oder Onlinegames Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen. Die Gruppen zielten dabei auf Acht- bis 17-Jährige ab, heißt es, insbesondere auf junge Menschen, »die bereits psychisch auffällig sind und/oder gesellschaftlichen Minderheiten angehören«. Die Täter seien häufig selbst noch jung, betont das BKA, nur einen Tag, nachdem in Hamburg ein 20-Jähriger festgenommen wurde, den die Ermittler des Mordes und des mehrfachen versuchten Mordes verdächtigen.
via spiegel: Gefährliche »Com«-Szene BKA warnt Eltern vor Internetgruppen, die gezielt Minderjährige manipulieren