Stand: 23.02.2025 21:05 Uhr Wem hat die AfD ihren Erfolg zu verdanken? Warum profitiert die Union nicht stärker vom Ampel-Aus? Hätte die SPD mit Pistorius mehr erreicht? Und wie kam es zur Linken-Überraschung? Umfragen von infratest dimap liefern Erkenntnisse. Eine Analyse von Holger Schwesinger Die Deutschen wollen eine Veränderung der Politik, das hat der Ausgang der Bundestagswahl klar gezeigt. Kein Wunder, angesichts der desaströsen Bewertung der bisherigen Bundesregierung. Nur 17 Prozent sind zufrieden mit deren Arbeit – ein Negativrekord.Doch die größte Oppositionspartei kann daraus nicht so richtig Kapital schlagen. Zwar wird die Union – laut Hochrechnung von 20 Uhr – mit 28,6 Prozent klar stärkste Kraft. Und ihr wird von den Wählern auch am ehesten zugetraut, die wichtigsten Aufgaben in Deutschland zu lösen. Doch einen strahlenden Sieg kann sie nicht verbuchen. Für die Union ist es vielmehr das zweitschlechteste Ergebnis der Parteigeschichte – zwar klar über dem Negativrekord von 24,2 Prozent von 2021, aber weit unter den 41,5 Prozent, die sie noch 2013 unter Angela Merkel geholt hatte (…) Nun hat Friedrich Merz zuletzt im Wahlkampf gezielt auf einen migrationskritischen Kurs gesetzt – vor allem als Reaktion auf von Asylbewerbern begangene Anschläge. Der Kanzlerkandidat der Union nahm dafür auch in Kauf, dass es erstmals bei einer Abstimmung im Bundestag mit den Stimmen der AfD eine Mehrheit gab, was von vielen als Tabubruch gewertet wurde. Merz’ Ziel mit Blick auf den Wahlkampf war offensichtlich, der in Teilen rechtsextremen AfD das Themenfeld Migration nicht zu überlassen. Ist diese Taktik aufgegangen?Der Blick auf die Zahlen legt nahe: eher nicht. Zwar finden es 64 Prozent der Deutschen gut, dass sich Merz so klar gegen irreguläre Migration ausspricht, und 46 Prozent sagen, es war richtig, dass die CDU den Kurs der Merkel-Jahre korrigiert hat. Doch den Tabubruch im Bundestag, der Ende Januar stattfand, konnte die Union nicht in Stimmen ummünzen: Sie lag sowohl vor als auch nach der umstrittenen Abstimmung bei der “Sonntagsfrage” im Korridor zwischen 30 und 33 Prozent. Das Wahlergebnis liegt nun sogar noch unter der 30-Prozent-Marke.

via tagesschau: Wer wählte was warum? Warum die Union nicht stärker ist – und die AfD so erfolgreich

siehe auh: ARD-Prognose zur Bundestagswahl – Union klar vor starker AfD, SPD stürzt ab. Die Union mit Kanzlerkandidat Merz geht als stärkste Kraft aus der vorgezogenen Bundestagswahl hervor. Die AfD kommt laut ARD-Prognose mit hohen Zuwächsen auf Platz zwei. Die SPD stürzt ab, liegt aber vor den Grünen. Die Linke kann jubeln. FDP und BSW zittern. Nach rund drei Jahren Ampelkoalition und ihrem vorzeitigen Scheitern steht Deutschland vor einem Regierungswechsel. Die Union mit Kanzlerkandidat Friedrich Merz geht als klarer Sieger aus der vorgezogenen Bundestagswahl hervor

siehe auch: LiveBundestagswahl 2025 (spiegel)