Ein Neonazi hat sich eine große Immobilie im südthüringischen Brattendorf gesichert. Dort betreibt er einen Gasthof und kann via Daueranmeldung ein Jahr lang drei Neonazi-Konzerte pro Woche veranstalten. Der Fall ist bundesweit einzigartig. Für den Neonazi war es ein Durchmarsch – praktisch ohne Hindernisse. Wie konnte es so weit kommen? Das Neonazi-Gasthaus ist schon von Weitem erkennbar. Schwarz-weiß-rot ist die Leuchtreklame über der Eingangstür. In Frakturschrift prangt dort der Name “Eiserner Löwe”. Im Fenster im oberen Stockwerk steht eine lebensgroße Ku-Klux-Klan-Figur. Drinnen im Gastraum – so zeigen es Fotos in den Sozialen Medien – prangt eine riesige schwarze Sonne an der Decke. Im “Eisernen Löwen” speist man unter Symbolik der SS. Der Bar-Bereich, wo Bands auftreten, nennt sich “Afrikakorps Bar”. Ein Video, das der Neonazi-Gastwirt Tommy Frenck in den Sozialen Medien postete, zeigt einen “Erwin Rommel Gedenkbrunnen” als Bardekoration (…) Offiziell gehören Immobilie und der gastronomische Betrieb seit 2018 der “Grundstücks-Gesellschaft Auengrund” (GGA) und ihrem Geschäftsführer Werner M., eine bisher politisch weitestgehend unauffällige Person, die nach MDR Investigativ-Recherchen zu Frencks erweitertem Bekanntenkreis gehört Frenck aber bewirbt das Restaurant und Konzerte rechtsextremer Bands in diesem Lokal. Die aktuelle Daueranmeldung für drei Konzerte pro Woche gilt laut Gemeinde für das gesamte Jahr 2025. Frencks Handynummer ist auch als Kontakt für Reservierungen auf der Gasthof-Website angegeben. Er betreibt den zum Gasthof gehörenden Merchandise-Shop. Frenck ist also zweifellos der Mann, der hier den Ton angibt. Nach MDR Investigativ-Recherchen hat die “Grundstücks-Gesellschaft Auengrund” (GGA) drei Angestellte. Die Frage, ob auch er hier angestellt ist, auf diesem Wege auch die Geschäfte des Gasthofes führt, hat Tommy Frenck auf MDR Investigativ-Anfrage nicht beantwortet
via mdr: TOMMY FRENCK Immobilienkauf durch Rechtsextreme – Durchmarsch für den Neonazi