Deepseek soll Daten an gleich mehrere chinesische Firmen weiterleiten. In den USA soll ein Verbot für Regierungsmitarbeiter kommen. In Australien und Taiwan gibt es bereits ein Verbot für Mitarbeitende aus Behörden und dem Bereich kritischer Infrastruktur, die App von Deepseek zu nutzen. Der Grund dafür: Es sei eine Bedrohung der nationalen Sicherheit zu befürchten. Nun folgt auch die USA. Parteiübergreifend sollen Abgeordnete ein ähnliches Verbot anstreben. Den Antrag dazu haben der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer und sein republikanischer Kollege Darin LaHood eingebracht. In dem veröffentlichten Dokument heißt es, Deepseek sei sogar eine “alarmierende Bedrohung für die nationale Sicherheit”. Zudem würden Untersuchungen zeigen, dass der Dienst direkte Verbindungen zur chinesischen Regierung habe, und sensible Daten der amerikanischen Bürger weitergeleitet würden. (…) Eine weitere Analyse soll ergeben haben, dass Deepseek alle Daten unverschlüsselt an die eigenen Server weiterleitet. Es gibt nicht mal eine simple Transportverschlüsselung. Nowsecure behauptet auch, die Daten würden über Server von ByteDance laufen, also dem Mutterunternehmen von Tiktok. Klar ist, dass Deepseek mit chinesischer Zensur daherkommt. Fragen etwa zum Tian’anmen-Platz beantwortet der Chatbot nicht beziehungsweise zumindest nicht mit Informationen zu dem dort stattgefundenen Massaker. Was alles der Zensur unterliegt und welche Antworten auf die Erwünschtheit im Sinne der Regierung zurückzuführen sind, lässt sich nicht konkret bestimmen. Frankreich und Italien haben ebenfalls Bedenken zum Datenschutz von Deepseek geäußert.
via heise: Nach Sicherheitswarnungen: USA planen Verbot von Deepseek
siehe auch: Chinesische KI DeepSeek: Datenschützer rät zur Vorsicht. Der Überraschungserfolg der chinesischen KI-Anwendung DeepSeek hat so manche Tech-Aktie an der Börse durchgeschüttelt. Doch ein Datenschutz-Experte empfiehlt Nutzern Zurückhaltung. Thüringens Landesdatenschutzbeauftragter Tino Melzer rät beim Umgang mit der chinesischen KI-App DeepSeek zur Vorsicht. „Meine Empfehlung ist derzeit Zurückhaltung, keine personenbezogenen Daten dort einpflegen“, sagte Melzer der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Es gebe bisher nicht genügend Informationen. „Wir wissen gar nicht: Wen können wir wo kontaktieren?“, sagte Melzer. Außerdem begründete er seine Zurückhaltung mit der chinesischen Sicherheitsarchitektur, die teils Institutionen und Sicherheitsbehörden dazu verpflichte, Informationen weiterzugeben. Zudem gebe es ähnliche Fragestellungen wie schon bei ChatGPT – etwa, woher die Trainingsdaten für die Anwendung herkämen oder welche Rechtsgrundlagen für die Datenverarbeitung genutzt würden. Es gebe aus Datenschutzsicht noch kein klares Bild.
