Ein rassistischer Aufkleber haftet über Tage an der Bürotür des AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt im Deutschen Bundestag. Darauf wird „Rassentrennung“ befürwortet und die LGBTQIA+-Bewegung verächtlich gemacht. Der Abgeordnete bestreitet, mit dem Aufkleber etwas zu tun zu haben, und teilt mit, er stamme vermutlich von „AfD-Hassern“. „A separate place for every race“ – „Für jede Rasse einen eigenen Platz“. Dieser rassistische Spruch steht auf einem Aufkleber in Regenbogenfarben, der nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in dieser Woche mehrere Tage lang an der Bürotür des AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt in einem Gebäude des Deutschen Bundestags klebte. Das Abgeordnetenbüro befindet sich im Otto-Wels-Haus des Bundestages an der Andresse Unter den Linden 50 in der Mitte eines Flures, auf dem nur Büros der AfD-Fraktion untergebracht sind. Auch die AfD-Abgeordneten Rainer Rothfuß, Martin Reichardt, Kay-Uwe Ziegler und Michael Kaufmann haben dort ihre Büros. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist das Otto-Wels-Haus nicht. Zutritt haben nur Inhaber eines Bundestags-Hausausweises – vor allem Abgeordnete, Mitarbeiter der Abgeordneten, Fraktionen und des Parlaments, Journalisten und angemeldete Gäste von Abgeordneten. Das Anbringen von Aufklebern an Bürotüren ist im Bundestag grundsätzlich verboten. Der AfD-Politiker und Bundestagabgeordnete Jan Wenzel Schmidt. Schmidt teilte dem RND mit, weder er noch einer seiner Mitarbeiter habe den Aufkleber an seiner Bürotür angebracht. Das steckt hinter dem Aufkleber Das Aufklebermotiv mit den Farben der Regenbogenfahne und dem rassistischen Slogan entstammt einer rechtsextremen Onlinesubkultur in Internetforen wie 4chan. Es wird dort genutzt, um gleichzeitig die rassistische Forderung einer „Rassentrennung“ zu verbreiten und die LGBTQ-Bewegung und -Bestrebungen für gesellschaftliche Diversität verächtlich zu machen (…) Die Vorstellung, dass sich unterschiedliche Ethnien und Kulturen nicht vermischen sollten, liegt auch dem Konzept des Ethnopluralismus zugrunde, das von rechtsextremen Organisationen wie der Identitären Bewegung und Teilen der AfD vertreten wird. Dieses völkisch-rassistische Gesellschaftsverständnis ist einer der Gründe für die Beobachtung der Partei und insbesondere ihrer Jugendorganisation durch den Verfassungsschutz. Vor seiner Wahl in den Bundestag war Jan Wenzel Schmidt ab 2016 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt. In dieser Zeit trat er auch bei der rechtsextremen Identitären Bewegung auf. Im Oktober 2022 berichtete die „Welt“, dass Schmidt einen mehrfach verurteilten Gewalttäter aus der Identitären Bewegung als wissenschaftlichen Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro angestellt hatte.

via rnd: Forderung nach „Rassentrennung“ Rassistischer Aufkleber an Bundestagsbürotür eines AfD-Abgeordneten