AfD-Chefin Alice Weidel erneuerte im ZDF ihre wirtschaftspolitische Agenda. Deutschlands Top-Ökonomen reagieren im Anschluss mehr als deutlich. AfD-Chefin Alice Weidel nahm im ZDF-„Sommerinterview“ wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Die politische Konkurrenz beschimpfte sie als „Flachzangen“ und bekräftigte die wirtschaftspolitischen Versprechen der AfD. Mehrere Top-Ökonomen kontern den TV-Auftritt und ihre Aussagen jetzt – ebenfalls mit harten Worten.
„Alice Weidel zeigt ein erhebliches Maß an wirtschaftspolitischer Inkompetenz mit ihrer Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus dem Euro“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratscher am Tag nach dem TV-Auftritt gegenüber dem Handelsblatt. Ein Euro-Austritt würde seiner Meinung nach „Millionen Deutsche in die Arbeitslosigkeit zwingen und erhebliche Einkommensverluste für Bürgerinnen und Bürger bedeuten“. Auch Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, widersprach den Ideen der AfD-Chefin deutlich. Die Idee, dass eine Rückkehr zur D-Mark gut für Deutschland sein könnte, sei „rückwärtsgewandt und (…) ökonomisch falsch“, so Schnitzer zu dem Fachblatt. Die Probleme Deutschlands ließen sich nicht durch einen Wechsel der Währung beheben, so die Ökonomin. Als Probleme nennt sie die Altersentwicklung in Deutschland, wachsende technologische Konkurrenz aus China, fehlende Innovation und die Abschottung des US-Marktes. (…) Schon ein Faktencheck während Weidels Auftritt im ZDF hatte erhebliche Falschaussagen oder lückenhafte Darstellungen der AfD-Chefin gezeigt. Etwa gehört Ceuta nicht zum Schengen-Raum. Es ist zudem bei weitem nicht das erste Mal, dass die wirtschaftspolitischen Ziele und Aussagen der AfD von Experten hart kritisiert werden
via merkur: „Weidel zeigt ein erhebliches Maß an wirtschaftspolitischer Inkompetenz“: Ökonomen kontern ZDF-Auftritt
siehe auch: Faktencheck entlarvt Weidel: Falsche Zahlen, verdrehte Fakten – wirrer Auftritt der AfD-Chefin im ZDF. Im ZDF-Sommerinterview hat AfD-Chefin Alice Weidel bei mehreren zentralen Themen falsche oder irreführende Behauptungen aufgestellt. Ihre größten Schnitzer. Wien – Im Gespräch mit dem stellvertretenden Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Wulf Schmiese, positionierte sich AfD-Vorsitzende Alice Weidel zu Migrationspolitik, Klimawandel, der Zukunft der deutschen Automobilindustrie und einem möglichen deutschen Euro-Ausstieg. Ein anschließender Faktencheck des ZDF-Teams fördert dabei zutage, wie sehr Weidel bei mehreren Aussagen von der Realität abweicht. Selbiges gilt übrigens auch für ihren Parteikollegen Tino Chrupalla, der zu Gast im ARD-Sommerinterview war und dort über das Klima fabulierte. Auch hierzu wusste sich Weidel zu äußern. Doch dazu später mehr. Besonders deutlich wird die Verzerrung bei der Migrationspolitik. Weidel behauptete im Interview wörtlich: „Wissen Sie eigentlich, wie viele Arbeitslose letztes Jahr eingebürgert wurden? Es sind 306.000.“ Diese Zahl ist irreführend. Sie stammt offenbar aus einer Meldung des Portals Nius, wonach 307.000 Arbeitslose eingebürgert worden seien – angeblich Daten der Bundesagentur für Arbeit, erfragt von einem AfD‑Bundestagsabgeordneten. Doch die Zahl beschreibt gar nicht, was Weidel behauptet: Es handelt sich nicht um Menschen, die 2025 eingebürgert wurden, sondern um alle Personen, die im Dezember 2025 arbeitslos gemeldet waren und irgendwann – möglicherweise vor Jahren oder Jahrzehnten – eingebürgert wurden .Die tatsächliche Zahl der Einbürgerungen im Jahr 2025 lag laut Statistischem Bundesamt bei rund 332.500 – am häufigsten wurden Menschen aus Syrien eingebürgert, gefolgt von Türken und Russen. Zudem ist eine der Voraussetzungen für eine Einbürgerung überhaupt, dass der Lebensunterhalt eigenständig finanziert werden kann – Arbeitslosigkeit erschwert oder verhindert eine Einbürgerung in den meisten Fällen also gerade. Weidel stellt mit ihrer Zahl somit einen Zusammenhang her, der so nicht existiert. Auch bei ihrer Forderung nach Grenzschließungen und einem Schengen-Austritt argumentierte Weidel mit dem Fall Ceuta – „damit solche Leute wie aus Ceuta gar nicht mehr zu uns kommen“. Dabei verschwieg sie, dass Ceuta wegen seiner Lage auf dem afrikanischen Kontinent gar nicht zum regulären Schengen-Raum gehört und Sonderregeln bereits heute verhindern, dass Migranten von dort übers Meer nach Europa gelangen. Für Deutschland sind ohnehin keine entsprechenden Fälle bekannt.
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