Eine AfD-Feier im Sommer 2025 hat nun Folgen für den Kreisvorsitzenden der Partei. Federico Beck verliert sein Amt – und ein Altbekannter rückt nach: Daniel Halemba. Wieder Ärger in der Würzburger AfD: Wie die Redaktion am Mittwoch erfuhr, hat der Kreisvorsitzende Federico Beck seine Mitgliedsrechte mindestens vorläufig verloren. Der 49-Jährige bestätigte dies am Donnerstag offiziell gegenüber der Main-Post. Die Entscheidung traf das Landesschiedsgericht der AfD in einem Eilverfahren. Damit ist Beck zumindest im Moment auch seinen Job als Würzburger Kreisvorsitzender los. Parallel läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen Beck wegen der Teilnahme an einer „Arier“-Demo in Nürnberg. Nun kam ein weiterer Vorwurf hinzu, der jetzt zum Eilbeschluss führte: Die aktuelle Entscheidung des Schiedsgerichtes steht im Zusammenhang mit einem von Beck im Sommer 2025 initiierten Konzert in Würzburg. Dort war der rechtsextreme Sänger „Kavalier“ aufgetreten. Mit bürgerlichem Namen heißt dieser Dominik Raupbach, ist beim Verfassungsschutz kein Unbekannter und veröffentlicht seine Lieder beim rechtsextremen Label NDS, kurz für „Neuer Deutscher Standard“. Doch Beck soll den Auftritt des Sängers nicht nur organisiert, sondern sich an diesem Abend noch mit weiteren Äußerungen aus dem Fenster gelehnt haben. Wie die Redaktion von einem Teilnehmer des Abends erfuhr, soll Beck zu Beginn des Konzerts in seiner Rolle als Vorsitzender der AfD Würzburg eine Rede gehalten haben. Dabei soll er sowohl Mitglieder der rechtsradikalen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ und der Neonazi-Organisation „Aryan People Resistance“ – zu Deutsch: „Widerstand des arischen Volkes“ – begrüßt haben. (…) „Der Liederabend fand auf dem Privatgrundstück von André Lihl statt“, schreibt er. Lihl ist ebenfalls AfD-Mitglied und Würzburger Stadtrat. Laut Becks Stellungnahmen stellte Lihl „nicht nur sein Grundstück für die Veranstaltung zur Verfügung, sondern verkaufte dort auch Essen und Getränke und organisierte die sanitären Einrichtungen.“ Mehrere Zeugen könnten dies bestätigen. „Gleichwohl wird mir aber eine organisatorische Gesamtverantwortung zugeschrieben.“ Stadtrat Lihl fühlt sich von Beck getäuscht Zwischen ihm und Beck herrsche „schon länger dicke Luft“, sagt Stadtrat Lihl der Redaktion. Er fühle sich von Beck im Nachhinein getäuscht. „Ich habe ein Gartengrundstück in Würzburg unten am Main. Federico Beck hatte mich gefragt, ob er da ein Konzert veranstalten kann und ich das Catering übernehmen will“, führt er aus. „Ich habe zugestimmt, da kamen wir ja noch miteinander klar. Das Grundstück habe ich ihm kostenlos überlassen und mir nichts dabei gedacht. Ich habe ihm extra noch gesagt: Keine rechtsextremen Musiker, nichts Rechtsextremes auf meinem Grundstück.“ Dass er mit seinem Foodtruck vor Ort war, bestätigt er. „Meine Jobs sind Veranstaltungs-Caterings. Welchen Inhalt die Veranstaltungen haben, hat mit mir als Imbissbetreiber nichts zu tun.“ Die Orga des Abends hatte laut Lihl Beck inne: „Er hat ja auch den Eintritt kassiert und an dem Abend verdient.“

via mainpost: Würzburger AfD-Chef Beck verliert Posten nach Party: Neonazi-Sänger engagiert und „Arier“-Gruppe begrüßt?


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