Erstmals hat im Frankfurter Reichsbürgerprozess ein Angeklagter bestätigt, dass die mutmaßlichen Umstürzler um Heinrich XIII. Prinz Reuß versucht haben sollen, im größeren Umfang Waffen zu kaufen. Dabei fielen sie aber wohl auf Betrüger herein. Nach Angaben des angeklagten Ex-Soldaten Peter W. sei ein kriminelles Brüderpaar in der Schweiz mit der Beschaffung von Waffen beauftragt worden. Dies habe ihm sein ehemaliger Vorgesetzter, der mitangeklagte ehemalige Oberstleutnant der Bundeswehr, Rüdiger von P., berichtet. Insgesamt 30.000 Euro seien dafür an die beiden Brüder geflossen. Ziel sei es gewesen, Teile des militärischen Arms des Netzwerks vollständig auszustatten, erklärte Peter W. am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt. Allerdings seien die Waffen nicht – wie von der Anklage behauptet – für einen Sturm auf den Reichstag in Berlin bestimmt gewesen, sondern für die Befreiung von Kindern, die angeblich in unterirdischen Verliesen gefangen gehalten würden. Seines Wissens seien die Waffen jedoch nie geliefert worden. (…) Bereits vergangene Woche hatte W. eingeräumt, dass seitens der Gruppe eine militärische Aktion im Reichstag geplant gewesen sein soll und dass er dafür das Gebäude ausgekundschaftet habe. Damit widersprach er der Einlassung der mitangeklagten ehemaligen AfD-Bundestagsabgeordneten Birgit Malsack-Winkemann, die ihn im Jahr 2021 zweimal durch den Reichstag geführt hatte.(…) Das Geld, das an das Schweizer Brüderpaar geflossen ist, sei für die Observierung von angeblich im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz existierenden unterirdischen Verliesen gedacht gewesen, in denen nach Vorstellung von Maximilian E. und weiterer Angeklagter massenweise Kinder gefangen, gefoltert und sexuell missbraucht würden. Laut Anklage soll insgesamt ein höherer sechsstelliger Betrag an das Schweizer Brüderpaar geflossen sein – ohne dass es jemals zu den versprochenen Ergebnissen oder Lieferungen kam. Der 58-jährige Peter W. war in den letzten Monaten immer stärker in den Fokus der Beweisaufnahme geraten. Chatprotokolle und Zeugenaussagen hatten nahegelegt, dass er tatsächlich an Planungen zur Erstürmung des Reichstags beteiligt war. Zudem hatte ihn ein Mitangeklagter im Münchner Reichsbürgerprozess unter anderem als “gewaltbereit” bezeichnet.
via hessenschau: Frankfurter Reichsbürgerprozess Angeklagter Ex-Soldat bestätigt versuchten Waffenkauf
siehe auch: REICHSBÜRGER UM PRINZ REUSS: Ex-Soldat bestätigt, dass es Versuche gab, Waffen zu kaufen. In der Fortsetzung seiner Aussage bestätigt Peter Wörner im Frankfurter Reichsbürgerprozess einen weiteren Punkt der Anklage: Die Gruppe soll versucht haben, Waffen im größeren Stil zu beschaffen. Der im Frankfurter Reichsbürgerprozess angeklagte Peter Wörner hat am Mittwoch bestätigt, dass die Gruppe um Heinrich XVIII. Prinz Reuß versucht habe, Waffen zu beschaffen. Mit diesen sollten „Teile des Militärs vollständig ausgestattet“ werden – jedoch nicht, wie er sagt, für einen Angriff auf den Bundestag, sondern lediglich für die Befreiung missbrauchter Kinder. Ob bei einem Sturm auf das Reichstagsgebäude, wenn es denn so weit gekommen wäre, auch Waffen eingesetzt worden wären, könne er nicht beantworten: „Weil ich nicht weiß, was bestellt wurde und in welchem Umfang.“ Vergangene Woche hatte der frühere KSK-Soldat Wörner ausgesagt, es sei eine „militärische Aktion“ am Bundestag geplant gewesen. „Bei einer militärischen Aktion ist man ausgerüstet und hat auch Waffen“, sagte er da. Er sei jedoch zu keiner Zeit davon ausgegangen, dass ein Mensch dabei zu Schaden komme, weil der vermeintliche Hellseher Thomas T. vorhergesagt habe, dass dies nicht geschehe. T. steht am Oberlandesgericht München wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den Plänen der Gruppe vor Gericht.
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