BSW-Politikerin Claudia Wittig wollte am Sommerfest des rechtsextremen Compact-Magazins teilnehmen. Nach Kritik rudert sie zurück – doch den Draht nach Rechtsaußen will sie nicht aufgeben. Das „Sommerfest“ des Compact-Magazins ist eine politisch eindeutige Veranstaltung: Jedes Jahr versammeln sich auf Einladung der rechtsextremen Zeitschrift AfD-Politiker, Verschwörungs-Influencer und Neonazis auf einem Rittergut in der Kleinstadt Stößen (Sachsen-Anhalt). Eine BSW-Politikerin wollte sich das offenbar nicht entgehen lassen: Claudia Wittig, Spitzenkandidatin der Wagenknecht-Partei für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, hatte zunächst ihre Teilnahme angekündigt. Nach einer Presseanfrage sagte sie jedoch wieder ab. Das Compact-Magazin kündigte vor wenigen Tagen eine Podiumsdiskussion zwischen Wittig und dem AfD-Politiker Oliver Kirchner auf dem „Sommerfest“ am 22. August an. Der BSW-Landesverband Sachsen-Anhalt bewarb die Veranstaltung zunächst auch auf X, doch löschte den Beitrag später. Das Compact-Magazin wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft. Ein Verbotsverfahren gegen das Magazin ist vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gescheitert. Absage nach Kritik Auf Tagesspiegel-Anfrage erklärte Wittig am Dienstagabend, nicht mehr teilnehmen zu wollen. Grund dafür sei die Kritik aus dem BSW-Kreisverband Burgenland gewesen. Dieser befürchte, so Wittig, sie könne „unfreiwillig Teilnehmer an einer AfD-Werbeveranstaltung“ werden. Zuvor hatte sie über X erklärt, sie wolle auf dem Compact-Fest Menschen erreichen, „die unbedingt den politischen Wandel wollen und glauben, dass sie den nur mit der AfD bekommen“. Zum „Sommerfest“ angekündigt wurden neben BSW-Kandidatin Wittig der Verschwörungserzähler Ken Jebsen sowie die AfD-Politiker Matthias Moosdorf und Oliver Kirchner. Inhaltlich soll es laut Ankündigung um Fragen gehen wie „AfD-Sieg perfekt – oder kann noch etwas dazwischenkommen?“ oder „Ist der Krieg gegen Russland noch zu stoppen?“. Doch die Gästeliste des rechten „Sommerfests“ endet nicht bei der AfD. Im vergangenen Jahr nahmen mehrere Personen aus der gewaltbereiten Neonazi-Szene teil, wie auf Fotos dokumentiert ist. So war zum Beispiel der wegen mehrerer Gewaltdelikte inhaftierte Nachwuchs-Neonazi Julian M. aus Berlin vor Ort. Auf der Bühne sprach damals Brandenburgs AfD-Landtagsfraktionschef Hans-Christoph Berndt.

via tagesspiegel: Die BSW-Frau und das Neonazi-Fest: Spitzenkandidatin für Sachsen-Anhalt sucht Nähe zu „Compact“


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