In Kosma bei Altenburg findet seit heute Mittag das neonazistische „Jungeuropa-Verlagstreffen“ statt. Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, die selbst vor Ort war, erklärt dazu: „Circa 200 Neonazis und Vertreter extrem rechter, darunter auch militanter Strukturen, kommen seit heute Mittag in der Nähe von Altenburg zusammen. Besonders alarmierend ist, dass an diesem bundesweiten Vernetzungstreffen nicht nur militante Neonazi-Strukturen, Unterstützer des NSU-Kerntrios und Akteure gewaltbereiter extrem rechter Netzwerke teilnehmen, sondern auch AfD-Abgeordnete und Mitarbeitende, auch aus Thüringen. Wenn sich Vertreter militanter Neonazi-Netzwerke und Abgeordnete der AfD gemeinsam treffen, darf dies keine beiläufige Randnotiz sein.  Hier zeigt sich nicht nur die strategische Vernetzung eines rechten Milieus, sondern ebenso, dass sich in Thüringen Neonazi-Strukturen und extrem rechte Netzwerke über unterschiedliche Spektren hinweg verfestigen und bundesweit koordinieren können. Thüringen wird erneut zum Ort bundesweiter Vernetzung eines extrem rechten Milieus.“     Unter den Anwesenden befinden sich nach Angaben der Abgeordneten AfD-Abgeordnete und Mitarbeitende, Burschenschafter, Unterstützer des rechtsterroristischen NSU-Kerntrios, unter anderem Akteure der Hammerskins, von Knockout 51, Heimat/JN, EinProzent, der FPÖ, Freies Sachsen aber auch vom neonazistischen Kampfsportevent „Kampf der Nibelungen“. Dazu König-Preuss weiter:  „Es ist erschütternd, mit welcher Selbstverständlichkeit sich erneut Akteure der militanten extremen Rechten vernetzen können. In Thüringen treffen sich seit Jahren bekannte Personen und Strukturen der extrem rechten Szene, die für eine menschenverachtende Ideologie, Gewalt und Einschüchterung stehen, ohne dass es auch nur im Ansatz ein konsequentes Vorgehen zuständiger Behörden dazu gibt.“     Besonders gravierend sei aus ihrer Sicht, dass trotz wochenlanger öffentlicher Bewerbung des „Jungeuropa-Verlagstreffens“ über Stunden hinweg keinerlei sichtbare Polizeipräsenz vor Ort vorhanden gewesen sei. „Dass die Polizei kurzzeitig am Veranstaltungsort erschien, nachdem ich sie angerufen hatte, dann Gespräche mit anwesenden Neonazis führte, uns mitteilte, dass wir nicht auf der Straße stehen sollten und nach wenigen Streifenfahrten wieder verschwand, irritiert enorm. Dass ein Treffen dieser politischen Tragweite offenbar ohne erkennbare Kontrollen stattfinden kann, ist nicht hinnehmbar, passiert aber leider nicht zum ersten Mal in Thüringen. Es wirft erhebliche Fragen zum Umgang von Sicherheitsbehörden aber auch politischer Verantwortungsträger mit militanten Neonazi-Strukturen in Thüringen auf.“

via die linke thl: Bundesweites neonazistisches Vernetzungstreffen mit Beteiligung von AfD-Abgeordneten in Kosma


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