Er ist einer der bekanntesten und umtriebigsten AfD-Politiker im Landkreis. Im Hechinger Stadtrat ist Kai Rosenstock Fraktionssprecher und sollte auch Bürgermeister-Stellvertreter werden, am Ende reichten jedoch die Stimmen nicht. Außerdem ist er erst vor etwas mehr als einem Jahr bei der Kommunalwahl mit knapp 3900 Stimmen erstmals in den Kreistag gewählt worden. Entsprechend überraschend kommt nun sein Rückzug aus der Politik. Rosenstock hat sein Rücktrittsgesuch bei Landrat Günther-Martin Pauli eingereicht. Darin schreibt er: „Das Spannungsverhältnis zwischen Beamtentum und den politischen Engagements bei der größten Oppositionspartei Deutschlands dürfte jedem aus der aktuellen politischen Diskussion bekannt sein.“ Rosenstock arbeitet als Polizist. Angesichts des aktuell diskutierten Parteiverbots und der Einstufung als „gesichert rechtsextremistisch“ könnten Beamte mit AfD-Mitgliedschaft – so wie Rosenstock – berufliche Konsequenzen fürchten müssen. „Der entstandene Druck auf meine Person wurde letztendlich aus unterschiedlichen Gründen derart hoch, dass mir ein zukünftiges freies politisches Wirken nicht mehr möglich ist, ohne mit massiven persönlichen Folgen rechnen zu müssen“, erklärt Rosenstock in seinem Schreiben an den Landrat. Doch nicht nur von seinem sein Amt als Kreisrat will Rosenstock zurücktreten. Aus denselben Gründen habe er bereits Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn um sein Ausscheiden aus dem Gemeinderat gebeten. Sein Amt im Regionalverband Neckar-Alb gebe er ebenfalls ab und aus der AfD sei er bereits am 2. Juni ausgetreten. Neben den persönlichen und beruflichen Gründen für seinen Parteiaustritt und Rückzug aus der Politik nennt Rosenstock auch „parteiinterne Vorgänge und Personalien“, welche ihn sehr enttäuscht hätten, für diesen Schritt. In der Gesamtbetrachtung habe er keine andere Wahl gesehen, als sich aus der Politik zurückzuziehen und alle Mandate niederzulegen.
via schwäbische: „Freies politisches Wirken nicht mehr möglich“: AfD-Politiker und Polizist tritt aus Partei aus