„Gemeinsam für Deutschland“ nennt sich ein neues Bündnis innerhalb des Querdenker-Lagers. In Frankfurt ist am Samstag ein Protestmarsch von gut 100 Anhänger von linken Gegendemonstranten blockiert worden. Die beiden Frauen in den leuchtend gelben Warnwesten sind empört. Die Presse würde regelmäßig falsch über ihre Kundgebungen berichten, sagen sie. „Wir sind nicht rechts.“ Sie und die anderen Teilnehmer des Protests würden für Frieden und deshalb gegen die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine demonstrieren, sich für den Erhalt des Bargelds und für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen einsetzen: „Das hat mit Rechts- oder Rechtsradikalsein nichts zu tun.“ Wie aber passen dann die AfD-Fahnen und Alice-Weidel-Porträts auf ihrer Demonstration am Samstag in Frankfurt dazu? Wie passt dazu, dass an dem Traktor, der bei der Kundgebung mitfährt, eine Fahne mit dem Emblem der Landvolkbewegung hängt, einer antisemitischen und völkischen Bewegung, die am Ende der Zwanzigerjahre Bombenanschläge auf Landrats- und Finanzämter verübte und deren Mitglieder später meist der NSDAP beitraten? Warum läuft auf ihrer Kundgebung ein Song der umstrittenen Rockband Böhse Onkelz? Das sei doch „eine ganz normale Band“, sagen die Frauen. Und die Landvolk-Fahne drücke aus, dass die Bauern heute von der Regierung nichts Gutes zu erwarten hätten. „Gemeinsam für Deutschland“ nennt sich das Bündnis, das aus der Querdenker-Bewegung heraus entstanden ist und seit diesem Frühjahr bundesweit zu Protesten aufruft. Demonstriert wird in Städten wie Berlin, Hamburg, München und Stuttgart, auch in Frankfurt hat es bereits Kundgebungen gegeben. Als „absolut parteilos“ beschreibt sich die neue Gruppierung selbst auf ihrer Internetseite. Doch bei den Demonstrationen werden regelmäßig Teilnehmer aus der rechtsextremen Szene gesichtet: Anhänger sogenannter Jugendkameradschaften etwa, die als gewaltbereit gelten, aber auch Mitglieder der neonazistischen Kleinstpartei III. Weg. (…) Am Rand des Platzes stehen die Gegendemonstranten, gekommen sind etwa doppelt so viele wie „Gemeinsam für Deutschland“-Anhänger. Linksradikale Gruppen hatten in den sozialen Netzwerken zum Gegenprotest aufgerufen: mit einem martialischen Video, in dem Vermummte mit Pyrotechnik posieren. Nun skandieren die Aktivisten „Nazis raus“ oder „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“. Ein „Gemeinsam für Deutschland“-Demonstrant ist überzeugt: „Die werden dafür bezahlt.“ Der Staat oder der amerikanische Investor George Soros würde solche Proteste finanzieren, glaubt er. Dieser Verschwörungsmythos ist in der Querdenker-Szene weit verbreitet.
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Das BSW Gespräche will mit der AfD über eine mögliche Zusammenarbeit führen. Der Landesvorstand beschloss einstimmig, das Angebot der AfD anzunehmen. Ein Sprecher sagte, bei dem Treffen werde es um die Themen Energieversorgung, Bildung und Read more