“Passdeutsche”: AfD-Politiker verwenden die Bezeichnung, um ein “deutsches Volk” und “deutsche Staatsbürger” zu unterscheiden. “Zweifelsfrei rassistisch”, sagt ein Experte. Der Begriff zielt laut einem Gerichtsurteil auf Ausgrenzung und Abwertung. “Passdeutsche” – das Wort taucht mehrmals im Gutachten des Verfassungsschutzes zur AfD auf. Für die Behörde ist es ein Beleg für ein ethnisch-kulturelles Volksverständnis. Durch die Sozialen Medien geistert der Begriff schon länger. Wer verwendet ihn und warum? Zunächst: Wer in rechtsextremistischen oder rechtspopulistischen Kreisen von “Passdeutschen” spricht, trifft eine Unterscheidung: Nicht alle Staatsbürger – also derjenigen, die einen deutschen Pass bekommen können – gehörten zum “deutschen Volk”, wird behauptet. Der Begriff der “Passdeutschen” geht, wie Experten hier erläutern, über eine sachliche Kritik an Zuwanderung, Einbürgerung und mangelnder Integration hinaus. Es kommt eine radikale Ideologie ins Spiel. “Breite Unterstützung in der Partei” Zum Beispiel nannte die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum 2022 die DFB-Elf eine “passdeutsche Fußballnationalmannschaft”. Die heutige Co-Chefin der AfD, Alice Weidel, schrieb 2019 auf Facebook, bei den Tatverdächtigen einer Gruppenvergewaltigung habe es sich nicht um Deutsche, sondern “um Passdeutsche bzw. Deutsch-Türken” gehandelt. Häufig erwähnt die AfD den Begriff “Passdeutsche” im Zusammenhang mit Menschen mit Migrationshintergrund aus dem außereuropäischen Raum. Die Zitate von Baum und Weidel stehen im Urteil des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts zu einem Verfahren, mit dem sich die AfD gegen die Beobachtung durch den Verfassungsschutz zur Wehr setzen wollte – am Ende vergeblich. Auch die AfD-Politiker Björn Höcke, Alexander Gauland und Maximilian Krah werden in dem Zusammenhang genannt. Solche Aussagen grenzten aus und werteten ab, befand das Gericht. Und sie hätten “breite Unterstützung in der Partei”.

via br: “Passdeutsche”: Warum der AfD-Kampfbegriff rassistisch ist