An Schulen in Deutschland gibt es eine zunehmende Radikalisierung nach rechts. Experten und Betroffene warnen vor den Folgen. Mit Blick auf die Frage, wie normal Rechtssein dort sei, erklärte der Soziologe Matthias Quent von der Hochschule Magdeburg-Stendal im Deutschlandfunk, die Lage sei unterschiedlich. In manchen ländlichen Gebieten gebe es regelrechte Hegemonien, sodass sich nicht rechtsextreme Leute verstecken müssten. Es gebe Fälle, in denen sich Lehrer nicht mehr zur Arbeit trauten. Drohungen von jungen Menschen und teilweise von ihren Eltern seien „ein wirklich großes Problem, das sich hier Bahn bricht“. Der Vorsitzende des Kreisschülerrates im brandenburgischen Teltow-Fläming, Colin Schlegel, berichtete von Hitlergrüße, rechtsextremen Schmierereien und anderem. Der Märkischen Allgemeinen sagte er, die Täter schüchterten mit solchem Verhalten andere Menschen oder grenzten sie aus. Auch in urbanen Milieus wird wahrgenommen, dass sich bei den Einstellungen von Schülern etwas verändert. Quent betonte, dort gebe es allerdings immer auch noch Gegenstimmen und andere Möglichkeiten. So könne man sich nach der Schule an Treffpunkte begeben, die nicht rechts dominiert seien. Das sei etwas anderes, als wenn man keine Wahl mehr habe. Der Wissenschaftler spricht von einer massiven quantitativen und qualitativen Radikalisierung im rechten Bereich.
via deutschlandfunk: Zunehmender Rechtsextremismus an deutschen Schule löst große Besorgnis aus