Zahlreiche Energie-Fans reisten vor zehn Tagen per Zug vom Auswärtsspiel in München zurück nach Cottbus. Mitpassagiere erheben schwere Vorwürfe von sexistischen und rassistischen Beleidigungen sowie Drohungen. Auch die Deutsche Bahn wird kritisiert. Fans von Energie Cottbus sollen nach Auswärtsspiel bei 1860 München andere Bahnreisende beleidigt und bedroht haben Betroffene kritisieren auch Deutsche Bahn, die weist die Vorwürfe zurück Polizei bestätigt Anzeigen gegen zwei Energie-Fans Verein und Fan-Bündnis distanzierten sich vom Verhalten Nach dem Auswärtsspiel bei 1860 München (1:5) Anfang April haben Fans des Fußball-Drittligisten FC Energie Cottbus in einem Zug der Deutschen Bahn offenbar Fahrgäste belästigt, diskriminiert und bedroht. (…) Mit sieben Freunden und einer Vielzahl an Fans von Energie Cottbus saß die 24-jährige Jennifer* am Samstag, 5. April im Zug. “Wir haben zuerst an Tattoos und Taschen erkannt, dass sie relativ rechts sind”, schildert Jennifer in einem Instagram-Video ihre Beobachtungen zu mehreren Energie-Anhängern. Einige der Personen sollen anschließend angefangen haben, auf den Gängen des Zuges andere Fahrgäste zu beleidigen – unter anderem die achtköpfige, teils minderjährige Gruppe, zu der Jennifer gehört. Das erzählt die Berlinerin rbb|24 in einem Telefongespräch am Dienstag nach der Zugfahrt. Auch Max*, ein weiterer Mitreisender ihrer Gruppe, bestätigt die Vorfälle gegenüber rbb|24. Die Situation sei dann, so schildert es Jennifer, Stück für Stück weiter eskaliert, bis einige der Cottbuser Fans die Gruppe nicht nur verbal bedroht und beleidigt, sondern auch körperlich bedrängt hätten. Laut Max fielen mehrere konkrete schwulen- und frauenfeindliche Äußerungen, ein Fan habe zudem gesagt: “Ich könnte dir jetzt hier ins Gesicht schlagen. Hier ist keine Kamera.” Außerdem hätten die Energie-Anhänger Passagiere auf den Gängen angefasst. Deutsche Bahn verzichtet darauf, die Polizei zu rufen Jennifer und Max kritisieren auch die Deutsche Bahn scharf. Die habe die Fahrt weder unterbrochen noch die Polizei in den Zug gerufen. “Zum Start der Fahrt war noch mit Schlagstöcken bewaffnete DB-Security im Zug”, sagt Max gegenüber rbb|24. Als die den Zug verlassen habe, hätten sich die Vorfälle ereignet. Obwohl die Freunde dann das Bordpersonal nach eigener Aussage mehrmals um Hilfe gebeten hätten, habe man ihnen erklärt, “dass man da nichts machen könne”. Die Bahn hingegen teilte in einer Stellungnahme am Montag mit: “Den Vorwurf, unser Zugpersonal habe sich nicht gekümmert, weisen wir entschieden zurück.” Es habe auf der Zugfahrt “fantypische Verhaltensweisen, wie etwa eine erhöhte Lautstärke” gegeben, woraufhin das Personal die Fans mehrmals gebeten habe, sich leiser zu verhalten, so die Deutsche Bahn. (…) Die Deutsche Bahn teilte rbb|24 in ihrer Stellungnahme mit, dass man “solche Schilderungen sehr ernst” nehme und “Übergriffe und andere Grenzüberschreitungen an Bord” nicht tolerieren würde. “Wenn nötig, zieht das Bordpersonal auch die Bundespolizei hinzu”, so eine Sprecherin. Auf der Zugfahrt von München nach Berlin habe “aus Sicht der verantwortlichen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter aber kein Anlass [bestanden], Maßnahmen wie die Ausübung des Hausrechts zu ergreifen und die Fans des Zuges zu verweisen.”

via rbb: Rassistische und sexistische Beleidigungen Fans von Energie Cottbus sollen Zugpassagiere bedrängt und bedroht haben