Ein 30-Jähriger stand vor dem Amtsgericht Bocholt, weil er vor einer Bocholter Grundschule ein Kind rassistisch beleidigt hat. Wenn zwei sich streiten … rastet der Dritte aus: Wegen ausländerfeindlicher Beleidigungen vor einer Bocholter Grundschule musste sich jetzt ein 30-Jähriger vor dem Amtsgericht Bocholt verantworten – und zwar vor dem Jugendrichter. Denn der ist auch zuständig, wenn es um erwachsene Angeklagte geht, aber Kinder oder Jugendliche Opfer der Tat waren. Was war passiert? Im Juni vergangenen Jahres hatte der Angeklagte sein Kind von der Schule abholen wollen, als er mitbekam, wie es sich mit einem Jungen stritt, offenbar ein Kind aus einer Zuwandererfamilie. Daraufhin soll der Erwachsene den Jungen beschimpft und ihn angeschrien haben: „Geh‘ dahin zurück, wo du herkommst!“ Und zu seinem Kind soll er gesagt haben: „Ausländer sind sowieso alle doof.“ Der Mann nahm vor Gericht keine Stellung zu den Anklagepunkten. Sein Rechtsanwalt erklärte für ihn, sein Mandat gebe zu, das so gesagt zu haben. Diese „unreflektierten Äußerungen“ seien Folge einer Impulskontrollstörung, die bei dem Mann auch medizinisch diagnostiziert sei (…) „Fremdenfeindliche Äußerungen gegenüber einem kleinen Kind, so was ist nicht zu tolerieren.“ Zahlt der Mann die vom Jugendrichter auferlegten 300 Euro an die Nähgruppe Rhede, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

via bbv.net: Mann muss sich vor Amtsgericht Bocholt verantworten